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Mardorfs Helfer brauchen Hilfe

Bürgerverein Mardorfs Helfer brauchen Hilfe

Der Verein "Leben und Altwerden in Mardorf und Umgebung" setzt sich für die Menschen ein. Langsam kommen die Mitglieder jedoch an ihre Grenzen. Entsprechend suchen sie nach Unterstützung.

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Der Mittagstisch ist ein Projekt, für den der Bürgerverein Unterstützung benötigt. Privatfoto

Mardorf. Das Schwesternhaus ist die soziale Anlaufstelle in Mardorf. Zu verdanken haben die Menschen dies den Mitgliedern des Bürgervereins „Leben und Altwerden in Mardorf und Umgebung“, die sich neben ihrem ehrenamtlichen Engagement nun auch noch mit der Zukunft beschäftigen.

„Uns fehlen die Leute“, sagt Burkhard Wachtel, der zweite Vorsitzende, und betont: Der Verein brauche nicht nur ehrenamtlich aktive Mitglieder, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen wollen, sondern auch passive Mitglieder, die mit ihren Jahresbeiträgen zum Gelingen der zahlreichen Projekte und ihrem Fortbestehen beitragen.

Der Bürgerverein hat den Mittagstisch auf die Beine gestellt, Beratungsangebote ins Schwesternhaus geholt, eine „lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ initiiert und die Bürgerhilfe gegründet. Noch dazu ist geplant, einen Teil des Hauses zu sanieren - um den Rest will sich ein Investor kümmern, der plant, dort seniorengerechte Wohnungen einzurichten (die OP berichtete).

Knapp über 100 ehrenamtliche Helfer finden sich auf einem Schema wieder, das eine Übersicht über das Vereinsangebot gibt - allerdings kommen viele Freiwillige doppelt wenn nicht gar dreifach in dieser Statistik vor, was für eine ordentliche Verzerrung sorgt. Noch dazu sind die eigens ausgebildeten Bürgerhelfer nur Semi-Ehrenamtler, da sie für ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung erhalten.

Unterm Strich heißt das für den Vorstand: Soll zum Beispiel der Mittagstisch bestehen bleiben, dann müssen neue Helfer her. Und sollen neue Projekte zur Umsetzung kommen, dann braucht der Verein mehr Geld. Bestes Beispiel ist ein „Bürgerauto“, das die Mardorfer einrichten wollen. Dies müsse auf der einen Seite bezahlt werden, auf der anderen Seite sei es nötig, über eine gewisse Anzahl von Fahrern zu verfügen. Und natürlich stehen auch bei diesem Projekt die Menschen im Vordergrund: „Manche Leute würden gerne zu Veranstaltungen von uns kommen, können es aber nicht, weil sie nicht mobil sind oder keine Mitfahrgelegenheit haben. Ihnen möchten wir helfen“, erläutert Christina Stettin, Mitglied des Vereins und Koordinationskraft der Bürgerhilfe. Auch sie müsste sich theoretisch Sorgen um ihre 28-Stunden-Stelle machen, da deren Finanzierung über Landesmittel auf drei Jahre beschränkt ist, von denen anderthalb bereits vorbei sind. Muss sie aber nicht, wie Wachtel ergänzt: „Wir wollen sie auf jeden Fall weiterbeschäftigen, da wir eine zentrale Person brauchen, welche die Fäden in der Hand hält.“ Allerdings sei eine Weiteranstellung nur mit weniger Stunden denkbar - auch an diesem Punkt ist es wieder das Geld, das nicht ausreicht.

„Wir machen und tun - und wollen auch machen und tun. Es läuft aber nur, wenn alle mitmachen“, wirft Hildegard Kräling ein, Beisitzerin und einer der Aktivposten des Bürgervereins. Und sei es nur über den Mitgliedsbeitrag, ergänzt Wachtel und betont: „Unser Vorbild ist die Bürgergemeinschaft Eichstetten - da ist es normal, dass jeder Haushalt im Ort Mitglied ist. Das sollte selbstverständlich sein.“

„Durch die Mitgliedschaft kann man Interesse am Verein und an seinem sozialen Umfeld beweisen und so zeigen, dass man dies unterstützt“, sagt der zweite Vorsitzende. 30 Euro kostet der Jahresbeitrag mindestens - nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

Der Bürgerverein sieht aber auch die Kommune in der Pflicht: „Wir leisten Pionierarbeit und beschäftigen uns mit einem Thema, das allein schon durch den demografischen Wandel alle betrifft. Auch die Kommune kann sich nicht entziehen - wir brauchen die Unterstützung der öffentlichen Hand“, sagt Wachtel.

Für Freitag, 17 Uhr, lädt der Verein ins Bürgerhaus ein - zum einen, um sich vorzustellen, zum anderen, um neue Mitstreiter anzuwerben. Ehrenamtliche Helfer werden zum Beispiel gebraucht für den Mittagstisch, die Freizeitgestaltung von Senioren, aber auch andere Projekte oder die Bereiche Finanzen und Verwaltung. Bei den Bürgerhelfern können sich auch Jugendliche engagieren - sie werden für „kleinere“ Aufgaben wir Rasenmähen oder Hunde ausführen eingesetzt (und erhalten ebenfalls eine „Aufwandsentschädigung“).

Am Donnerstag informiert sich bereits der interfraktionelle Arbeitskreis „Altenhilfe des Landkreises“ mit Landrätin Kirsten Fründt über die Projekte.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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