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Mardorfer machen Geschichte sichtbar

Dorfverschönerung Mardorfer machen Geschichte sichtbar

Die Mardorfer haben die Freilegung des Grundsteins des Gemeenshauses gefeiert und an die Grundsteinlegung vor 148 Jahren erinnert.

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1865 gab es nach der Grundsteinlegung einen Weck für die Schulkinder. Diesmal verteilte Hildegard Krähling Backwerk an die Gäste der Feierstunde.Foto: Böttcher

Mardorf. Ein hässliches gusseisernes Fallrohr und ein Postkabel hätten den Grundstein aus dem Jahr 1865 verdeckt, berichtete Karl-Heinz Krähling, der mit Unterstützung von Ewald Schick und Aloys Bieker einen Teil der Geschichte Mardorfs freilegte. Zuvor hätten sie rund 70 Zentimeter tief graben müssen, um das Fallrohr verlegen zu können. Außerdem sei einiges am Kanal kaputt gewesen, erklärte er. Nun ist der Grundstein sichtbar. Da er zum Teil etwas tiefer liegt als die heutige Gehwegebene, deckte Krähling das Loch vor dem Stein mit einer 15 Millimeter dicken Acrylplatte ab.

Mitglieder des Backhausvereins, die das Gemeenshaus betreiben, die Mitglieder des Ortsbeirates, Mitglieder des Arbeitskreises Mardorfer Dorfgeschichte und Bürger bildeten das Publikum beim geschichtlichen Rückblick durch Otmar Schick.

Dagmar Stabenow-Kräuter, die Vorsitzende des Backhausvereins, erzählte von der langen Geschichte des Gemeenshauses und dessen unterschiedlichen Nutzern. „Das Gemeenshaus ist als größte Maßnahme im Rahmen der Dorferneuerung grundlegend umgebaut und saniert worden“, erinnerte sie. Im Januar 2006 war Einweihung und Namensgebung. „Schon damals hatten wir, einige Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung und des Arbeitskreises Dorfgeschichte, vor, diesen Grundstein freizulegen“, sagte Stabenow-Kräuter.

Otmar Schick vom Arbeitskreis Mardorfer Dorfgeschichte erinnerte an die Grundstein­legung am 22. August 1865. Damals wurde das zweite Schulhaus an der Stelle errichtet, wo über lange Zeit das Brauhaus gestanden hatte. Die Gemeinde, die sich damals wenig um das Schulische gekümmert habe, hätte sich über zwei Jahrzehnte außerordentlich zurückhaltend verhalten, erklärte er. 1859 seien es 195 Kinder gewesen, die von einem einzigen Lehrer unterrichtet wurden. Pfarrer Franz Stadtmüller war die treibende Kraft für den Bau des zweiten Schulhauses. Er setzte es durch, dass auch das zweite Schulhaus in unmittelbarer Umgebung der Kirche gebaut wurde, obwohl die Gemeinde den Bau bezahlen musste und das Schulhaus westlich des heutigen Kreuzplatzes stehen sehen wollte.

Pfarrer Stadtmüller war es auch, der zur Grundsteinlegung den Bürgermeister und mit ihm den Gemeinderat einlud. Auf seinen Vorschlag hin erhielten die Schulkinder am 22. August nach der Grundsteinlegung um 8 Uhr jeder einen Weck. Zu der Zeit waren es 160 Kinder, die dann schon von zwei Lehrern unterrichtet wurden.

Und zwei Mardorferinnen waren es diesmal, die quasi eine kleine Zeitreise initiierten: Zur Erinnerung an damals verteilten Stabenow-Kräuter und Hildegard Krähling ebenfalls Wecken an die Teilnehmer der kleinen Feierstunde.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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