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Mardorfer erhöhen die Versorgungssicherheit

Zwei Öfen für das Nahwärmenetz Mardorfer erhöhen die Versorgungssicherheit

Die Nahwärme-Initiative Mardorf investiert in ihre Zukunft weitere 400000 Euro. Für diesen Betrag wird ein Holzhackschnitzel-Heizwerk gebaut, das während der kommenden Heizperiode ans Netz gehen soll.

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Vor dem Pumpenhaus und dem Wärmepufferspeicher präsentieren Planer, Bauleute sowie Aufsichtsräte und Vorstandsmitglieder der Nahwärme-Initiative Mardorf die Pläne für das Holzhackschnitzel-Heizwerk. Fotos: Matthias Mayer

Mardorf. Das berichtete Vorstandsmitglied Peter Hörl während einer Baubesprechung auf dem Gelände der Mardorfer Biogasanlage. Der Baustart für das Heizwerk soll am 8. August erfolgen.

Die Nahwärme-Initiative versorgt derzeit 107 Genossenschaftsmitglieder mit CO2-neutral erzeugter Nahwärme. Darunter befinden sich Großabnehmer wie das Gemeenshaus, das Schwesternhaus, das Bürgerhaus, die Grundschule mit ihrer Sporthalle, der Kindergarten und die Freiwillige Feuerwehr.

Abgesehen von zwei bis drei Ausnahmen hätten alle am Hauptstrang des Netzes liegenden Genossenschaftsmitglieder ihr Heizsystem auf Nahwärme umgestellt, sagte Peter Hörl der OP.

Das Neubaugebiet Flurscheide 2 erlaube es jetzt, auch etwas abseits gelegene Häuser zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen mit Nahwärme zu versorgen, erklärte Peter Hörl. Mehr Abnehmer bedeuten aber auch einen größeren Wärme­bedarf - besonders während der kalten Jahreszeit.

An kalten Wintertagen kann es passieren, dass die bei der Stromerzeugung im Maschinenhaus der Biogasanlage entstehende Abwärme nicht reicht, um für alle Häuser der Nahwärme-Kunden ein Wohlfühl-Klima zu erzeugen. Für diesen Fall hat das Mardorfer Nahwärme-Netz zwei Back-up-Systeme: Ein großer Wärmepufferspeicher, dessen Wasser mit nicht benötigter Heizenergie erhitzt wird, gibt dann seine heißen Vorräte ins Netz ab.

CO2-neutrale Alternativezum Spitzenlastkessel

Reicht diese Kapazität nicht aus, dann springt der mit Heizöl betriebene Spitzenlastkessel an und sorgt dafür, dass niemand in Mardorf frieren muss. Laut Peter Hörl musste der Spitzenlastkessel bislang erst einmal für die Wärmeversorgung aufkommen, als an der Biogasanlage eine Woche lang Revisionsarbeiten vorgenommen wurden.

Mit dem Holzhackschnitzel-Heizwerk entsteht nun ein drittes Back-up-System, dass seinen Dienst zudem CO2-neutral versieht. Das Heizwerk besteht aus zwei Öfen mit einer Leistung von jeweils 350 kW. Der erste Ofen ist ein sogenannter „Selbstzünder“. Das bedeutet: Kann über den Wärmetauscher im Maschinenhaus nicht genügend heißes Wasser in das Nahwärmenetz eingespeist werden, startet dieser Ofen automatisch. Wird noch mehr Wärme benötigt, kommt der zweite Ofen ins Spiel. Der muss dann allerdings manuell in Gang gesetzt werden.

Mit dem Lager für die Holzhackschnitzel und dem Gebäude für die beiden Öfen wird die Baulücke links vom Pumpenhaus geschlossen. Verbrannt wird in den Öfen übrigens nur „A1-Ware ohne minderwertiges Material wie Heckenschnitt“, versicherte Peter Hörl. Das ist für ihn kein teurer Umwelt-Snobismus, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. „Sonst hätten wir für jeden Ofen einen neuen Elektrofilter kaufen müssen. Diese Filter sind auch im laufenden Betrieb teuer“, ergänzte das Vorstandsmitglied.

Gefördert wird das Mardorfer Projekt unter anderem von der Europäischen Union. Deshalb muss die Nahwärme-Initiative Mardorf nur rund die Hälfte der Gesamtkosten in Höhe von knapp 400 Euro selbst aufbringen.

Der Ankauf der Holzhackschnitzel erfolgt über die Genossenschaft der heimischen Bioenergiedörfer.

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