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Marburger Arzt soll Mieten nachzahlen

Rechtstreit Marburger Arzt soll Mieten nachzahlen

Das aufwendige Verfahren um ausstehende Mietzahlungen für eine Etage des Gesundheitszentrums Stadtallendorf hat zumindest in erster Instanz sein Ende gefunden.

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Das Gerichtsverfahren zwischen der Herrenwald Wohnbau und einem Marburger Arzt ist entschieden. Das Gericht verurteilte den Mediziner zur Zahlung. Archivfoto

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Fortsetzung von Seite 1

von Michael Rinde

Stadtallendorf. Der Marburger Arzt, der im Gesundheitszentrum der Herrenwald Wohnbau einstmals eine Etage gemietet hatte, muss die ausstehenden Mieten an das Unternehmen bezahlen. Die Herrenwald Wohnbau Immobilien GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Siedlungsgenossenschaft Herrenwald. An der Genossenschaft haben sowohl der Landkreis als auch die Stadt Stadtallendorf Anteile.

Dass er Miete für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2014 schuldete, hatte der Arzt während des Verfahrens nie bestritten. Aus seiner Sicht war diese Zahlung von insgesamt 37743 Euro aber noch nicht fällig. Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Sigrid Dehmelt hatte vor allem deshalb Zeugen vernommen. Dazu zählte auch die Geschäftsführerin der von dem Mediziner gegründeten GmbH, die jene gemietete Etage vermarkten sollte. Einen Beleg für eine rechtskräftige Vereinbarung über einen Zahlungsaufschub ergab sich aber auch durch die Zeugenaussagen nicht. Im Mittelpunkt aller Befragungen durch das Gericht stand seinerzeit das Gespräch der Beteiligten, das am Ende zum Zerwürfnis geführt hatte. Im Vorfeld war die Herrenwald Wohnbau dem Arzt immer wieder entgegengekommen. Als allerdings die Mieten ausblieben, war die Geduld der Geschäftsführung der Wohnbau am Ende.

„Dass zwischen den Parteien des Rechtsstreits eine von der gesetzlichen Fälligkeitsregelung abweichende Bestimmung getroffen wurde, habe der insoweit darlegungs- und beweisbelastete Beklagte (der Marburger Arzt) ... nicht beweisen können“, heißt es in der Mitteilung des Landgerichts zum Ausgang des Verfahrens.

Für die Herrenwald Wohnbau blieb allerdings nach dem zweiten Verhandlungstermin ein kleiner Wermutstropfen. Ausstehende Nebenkostenzahlungen von knapp 8000 Euro konnten im jetzt beendeten Verfahren formal nicht mehr geltend gemacht werden. Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht. Laut Richter Dr. Marcus Wilhelm, Pressesprecher des Marburger Landgerichts, läuft ab Zustellung des Urteils eine vierwöchige Berufungsfrist.

Dass die Herrenwald Wohnbau sich für den Gang vor das Oberlandesgericht entscheidet, ist eher unwahrscheinlich. Das Urteil entspricht dem, was sich am Ende der zweiten mündlichen Verhandlung abgezeichnet hatte. Friedhelm Steidl, einer der beiden Geschäftsführer des Stadtallendorfer Unternehmens, reagierte am Montag positiv auf das Urteil. „Das ist ein erstes, erfreuliches Ergebnis für uns“, sagte Steidl gegenüber der OP. Vom Marburger Mediziner war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Seit der fristlosen Kündigung für den Arzt hatte sich die Herrenwald Wohnbau bemüht, eben jene Etage des Gesundheitszentrums neu zu vermieten. Das Unternehmen hatte bereits beim Bau alle Vorbereitungen für den Einbau modernster Röntgentechnik getroffen und dafür einen hohen Betrag zusätzlich investiert. „Wir arbeiten weiter intensiv an der Vermarktung der Räume im ursprünglichen Sinne dieses Gesundheitszentrums und bleiben zuversichtlich“, sagte Steidl gestern hierzu.

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