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Mann mit drei Namen überlebt zwei Bühnentode

Theater Mann mit drei Namen überlebt zwei Bühnentode

Die Hälfte der Schauspielerinnen und Schauspieler waren zum ersten Mal dabei, und trotzdem war die Aufführung der Kriminalkomödie "Mord ist kein Zufall" ein voller Erfolg.

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Der friedliche Schein trügt: Im Frühstücksraum der Pension von Regina Küster geht es munter zur Sache. Zu beklagen sind zwei falsche und ein echtes Mordopfer. Foto: Klaus Bötcher

Betziesdorf. Das Quetschemustheater des Heimatvereins „Mein Dorf Betziesdorf“ ist wieder aktiv. Wie aktiv die Darsteller sind, präsentierten sie überzeugend an zwei Abenden im Dorfgemeinschaftshaus. Zudem spielten sie diesmal keine einfache Komödie, sondern erstmals ein interaktives Kriminalstück, das die Zuschauer zum Erraten des Mörders einlud.

Unter der Regie von Ulrike Steiner-Eckart und Isabell Zocher erwies sich das Stück von Erich Koch als spannungsgeladener, abwechslungsreicher und zudem sehr humorvollen Dreiakter. Das lag nicht zuletzt an der guten schauspielerischen Leistung der alten Hasen wie Inge-Rose Gimpel, Albert Metzger oder Steffi Metzger, in deren Spiel sich die „Neuen“ perfekt einfügten.

Das Stück spielt vor einer sehr ansprechenden Kulisse des Frühstücksraumes einer Pension, die von Regina Küster (Tina Metz) geführt wird. Seit langer Zeit ist die Pension mal wieder ausgebucht und die Wirtin freut sich, dass Sohn Max (Christian Weber) ihr während der Semesterferien helfen kann. Zu den Pensionsgästen zählt das Ehepaar Feinbier (Inge-Rose Gimpel und Albert Metzger). Ein schrulliges Paar, bei dem sie die Hosen anhat. Die Dialoge der beiden sind schon ein Knaller. Zu den Gästen zählen weiter die nette ältere Dame Luise von Bernstein (Silke Heck), die mit ihrer Nichte Eva-Maria (Sylvia Wege) Entspannung sucht. Eva Maria und der Sohn der Wirtin bändeln miteinander an und der Auftritt eines weiteren Pensionsgastes, Dr. Müller (Michael Korn), lässt den Jurastudenten Max rasend vor Eifersucht werden.

In der Nacht ist ein Schrei zu hören. Ein Mord wird der Polizei gemeldet. Riesenaufregung in der Pension um das Kapitalverbrechen, zumal die Leiche verschwunden ist. Kommissarin Darrek (Steffi Metzger) versucht, Licht in das Dunkel der Geschichte zu bringen. Die Kommissarin mit dem rollenden R hat so manche Verdachtsmomente und führt ein Verhör nach dem anderen. Eva Maria wird verdächtigt, doch das Blut in ihrem Gesicht erweist sich als Marmelade. Max plant, Dr. Müller und Viktor Feinbiers Frau umzubringen. Der zweite Akt endet mit einer zweiten Leiche, Dr. Müller liegt mit dem Messer im Rücken auf der Bühne - der Vorhang fällt. Eine extra lange Pause erhöht die Spannung und in den Pausengesprächen gibt es viele Vermutungen.

Die zweite Leiche ist auch verschwunden. Bei den Ermittlungen kommt manches an den Tag. Die Feinbiers sind Bruder und Schwester, Viktor ist vorbestraft, Luise von Bernstein ist der Mann weggelaufen, Max studiert Kunst statt Jura und Eva-Maria studiert nicht Medizin, sondern lernt Hotelfachfrau. Dann ist Frau Feinbier tot - die erste wirkliche Leiche.

Dr. Wermut, der erste vermeintliche Tote, taucht wieder auf. Er agierte auch als Dr. Müller, der zweite vermeintliche Tote. In Wirklichkeit heißt er Alfred Gruber und ist der Sohn des weggelaufenen Mannes der Luise von Bernstein. Diese wollte er töten, weil er sich um sein Erbe betrogen sah, traf allerdings Anita Feinbier, weil diese in von Bernsteins Zimmer schlief.

Die gute Leistung aller Darsteller wurde immer wieder mit Szenenapplaus und riesigem Beifall am Ende belohnt. Der Souffleur Marcel Barie musste kaum eingreifen. Carola Göttig fungierte als Maskenbildnerin.

Mordabsicht aus Eifersucht (von hinten) Christian Weber, Michael Korn und Sylvia Wege.

Verhör durch die Kommissarin Steffi Metzger (Mitte) mit Sylvia Wege (links) und Silke Heck.

von Klaus Böttcher

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