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"Man sieht Freude am Leben"

Jubilar "Man sieht Freude am Leben"

Das Urgestein des Stadtallendorfer Stadtteils "Salzwirts Willi" wird am 1. November 75 Jahre alt. Durch sein großes ehrenamtliches Engagement und seine Arbeit als Gastwirt kennen viele Willi Linker.

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„Salzwirt“ Willi Linker steht hinter dem Tresen, mit einem Lachen im Gesicht. Foto: Klaus Böttcher

Erksdorf. Beim Salzwirt in Erksdorf wurden viele Familien- oder Vereinsfeste gefeiert. Heute hat der Seniorwirt seine eigene Feier, zu der er 80 bis 90 Gäste eingeladen hat. Viele seiner Gäste in all den Jahren werden sich gefragt haben, warum er sich Salzwirt nennt und warum heißt seine Gaststätte „Zum Salzwirt“. Lachend greift er nach der Familienchronik und beantwortet die Frage: „Das stammt von meinem Ururgroßvater“. Als man Salz noch als das weiße Gold bezeichnete, hatte sein Ururgroßvater Engelhard nicht nur die Gaststätte Linker, sondern auch das Salzmonopol. Die Gaststätte in der Hatzbacher Straße wurde von Genration zu Generation vererbt. So kam nach dem Urgroßvater Johannes der Großvater Wilhelm und dann der Vater Heinrich.

1953 wurde der alte Scheunenraum im Haus zur Gaststätte umgebaut und 1981 baute Wilhelm (Willi) Linker die neue Gaststätte mit dem Saal. „Mein Vater hatte den Wunsch, etwas Großes zu bauen“, erzählt der Jubilar. „Leider hat mein Vater die Einweihung nicht mehr miterlebt, denn er ist 1976 gestorben“, bedauert er. Heute hat sich sein ältester Sohn Rainer der Gastronomie verschrieben, während die Söhne Volker und Frank sich anderweitig beruflich betätigen. Zu der alten Gaststätte Linker sagt Salzwirts Willi: „Das war von Anfang an mein Leben.“ Seine Familie arbeitet seit Jahrzehnten außerdem in der Landwirtschaft.

Der zweifache Opa feiert im nächsten Jahr mit seiner Frau Marga Golden Hochzeit.„Der Unterschied zwischen dem Radio und mir ist, dass man das Radio abstellen kann“, scherzt er über sich selbst. Er gerät ins Erzählen, wenn er von der Erksdorfer Landjugendgruppe plaudert. Über 60 Jahre gehört er der Gruppe an und war viele Jahre aktiver Volkstänzer. Über 20 Jahre war er Vorsitzender, auch in der Zeit, als Hans-Otto Eichler der Leiter der Gruppe war. Dem Duo ist es zu verdanken, dass viele Jugendliche an neun großen Reisen teilnehmen durften, die von den USA bis zur Südsee reichten. „Salzwirts Willis“ zweite große Leidenschaft ist der Männer- und Gemischte Chor, in dem er schon über 60 Jahre aktiv ist und noch heute als erster Bass singt.

Einem dritten Verein gehört seine Sympathie, dem TSV Erksdorf. „Ich habe von 1957 bis 1977 über 600 Mal für den Verein Fußball gespielt.“ Außerdem gehört der fröhliche Salzwirt einigen anderen Ortsvereinen an. Auf Ehrungen angesprochen sagt er: „Ich bin kein Mensch, bei dem man Anstecknadeln sieht, sondern man sieht die Freude am Leben.“

von Klaus Böttcher

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