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Maler machen Neustadt zum Abenteuerland

Festival Maler machen Neustadt zum Abenteuerland

Die Sonne machte den Straßenmalern in Neustadt das Leben schwer: Sie brannte auf die Köpfe - und verursachte immer wieder Schatten, die auf ihre Bilder fielen. Dennoch kam die Veranstaltung wieder gut an.

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Grüße aus dem Maul eines Ungeheuers: Der Marburger Nikolaj Arndt brachte in Neustadt ein dreidimensional wirkendes Krokodil auf den Asphalt.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Viele Künstler, viele Bilder und viele Kinder, die mitmachen - das finde ich gut“, freute sich Kerim Musanovic. Etwas mehr Zuschauer hätte die Veranstaltung verdient gehabt, kommentierte er, zeigte aber - wie auch die Organisatoren vom veranstaltenden Arbeitskreis Straßenmalerfestival - Verständnis dafür, dass manch einer angesichts der prallen Sonneneinstrahlung den Weg in die Marktstraße nicht angetreten hatte.

Die Gruppe „Pur“ hatte die erste Teilnahme des jungen Künstlers aus Sarajevo mit einer Finanzspritze ermöglicht. Dafür bannte Stefan Pollack ein Lied der Band auf Asphalt: Neustadts Lokalmatador hatte sich für „Abenteuerland“ entschieden, ungefähr zehnmal das Video dazu geschaut und dann ein dreidimensionales Bild entworfen, dessen zentrales Motiv eine Leiter ist, über die die Menschen den Weg ins Abenteuerland finden können. „Das ist zumindest meine Interpretation“, erklärte Pollack - der diesmal nicht mit Kreide zeichnete, sondern auf die flüssige Farbe „Tempera“ zurückgriff: „Mit Kreide wäre ich wohl nie fertig geworden“, erklärte er mit Verweis auf die Bildgröße von 40 Quadratmetern.

Bei heißen Temperaturen kamen wieder viele Interessierte nach Neustadt um den Straßenmalern beim Anfertigen ihrer Kunstwerke zuzuschauen.

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Nur wenige Meter weiter begeisterte Anna Aneta Mrzyglod aus Geldern mit einer Zeichnung von Captain America - ein Motiv, das sie ihren Kindern zu Liebe malte. „Ich habe bisher kaum Erfahrung im Malen mit Kreide gesammelt, deswegen bin ich von meinem Bild enttäuscht“, sagte sie und betonte, dass sie doch schließlich Kunstlehrerin sei und es besser können müsse. „Was denn? Das ist doch perfekt?“, warf ein empörter Zuschauer ein - und erntete von zahlreichen umstehenden Menschen zustimmendes Nicken.

Profi-Straßenmaler Gregor Wosik hatte Mrzyglod die Teilnahme in Neustadt empfohlen. Er selber hatte einen Abgrund gemalt - natürlich dreidimensional, sodass der Eindruck entstand, der Betrachter schaue in die Tiefe. Manch Mutiger wagte für Fotos gar den Sprung über den Abgrund.

Ebenfalls in der Meisterklasse trat die Siegerin der Erwachsenen aus dem Jahr 2014 an - wie gewohnt mit vollem Körpereinsatz: Die Stadtallendorferin Jana Kröhl malte die Eisprinzessin auf den Asphalt und saute sich dabei so mit Kreide ein, dass sie beinahe schon Teil ihres Bildes war.

Bart Simpson und Anonymous

Nils Pfab, Sieger in der Kategorie der 13- und 14-Jährigen des vergangenen Jahres, lüftete derweil das Geheimnis, welches Motiv er dieses Jahr für das Festival ausgesucht hatte. Wie schon Stefan Pollack nutzte er Flüssigfarbe, um eine Fachwerkscheune zu malen. „So lässt sich feiner arbeiten“, erläuterte der seit Freitag 14-Jährige.

Nikolaj Arndt aus Marburg, einer der professionellen Teilnehmer der ersten Stunde, erweckte bei der achten Auflage des Neustädter Straßenmalerfestivals einen - natürlich dreidimensionalen - Drachen zum leben. Wilfried Berg (Medebach) ließ seine Zuschauer auf Pfählen sitzen, beziehungsweise schaffte es mit seinem dreidimensionalen Bild, dass dieser Eindruck entstand.

Doch nicht nur an den beeindruckenden Werken der Profis erfreuten sich die Besucher: Auch die vielen Kinder, die teilnahmen, erhielten viel Lob und Anerkennung - unabhängig von den Motiven, die sie ausgewählt hatten: So gab es Bart Simpson, das Logo des Fußballclubs Paris St. Germain, eine Anonymous-Maske, verschiedenste Tiere und vieles mehr zu sehen.

Wer nun neugierig geworden ist: Die Künstler fixierten ihre Bilder, so dass diese mindestens noch einige Tage in der Neustädter Innenstadt zu sehen sein sollten - es sei denn, Regen bekämpft sie mit großer Hartnäckigkeit.

von Florian Lerchbacher

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