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Maibaum steht, und die Sonne scheint

Emsdorfer Jugendclub feiert unter 25 meter hohen Fichte Maibaum steht, und die Sonne scheint

„Der Kran kommt, der Kran kommt!“ Aus vielen Kinderkehlen ist dieser Ruf am Mittwochabend am Emsdorfer Bürgerhaus zu hören. Das Aufstellen des Maibaums ist mit der Ankunft des Kranwagens gesichert.

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Es ist vollbracht: Mitglieder des Jugendclubs Emsdorf versammeln sich unter ihrem 25 Meter hohen Maibaum.
Fotos: Matthias Mayer

Emsdorf. Vorbei die Zeiten, da die Emsdorfer Burschen ihren Maibaum auf den Schultern aus dem Wald ins Dorf trugen und diesen allein mit Muskelkraft aufstellten. Die Maibäume haben heutzutage in Emsdorf ein ganz anderes Kaliber, das sich ohne Maschinenkraft nicht mehr bewältigen lässt. Die Stammdaten des 2014er Baums: Geschlagen vor eineinhalb Wochen im Emsdorfer Forst durch Markus Müller. Baumart: Fichte. Alter: 40 Jahre. Länge: 25 Meter. Gewicht: nur in Tonnen zu messen.

„Unsere Maibäume sind eigentlich immer etwa so groß. Länger als 25 Meter dürfen sie nicht sein, da spielt die Versicherung nicht mehr mit“, erzählt Valentin Otte vom Jugendclub Emsdorf, der in dem Kirchhainer Stadtteil für den Maibaum und für die Feier in den Mai verantwortlich ist. Ist das der größte Maibaum in der Region? Zumindest im Raum Kirchhain gebe es keinen höheren Maibaum, ist sich Valtentin Otte sicher.

Die Verwandlung der Fichte in einen Maibaum ist in Emsdorf Gemeinschaftsarbeit. „Wir haben den Baum gleich nach dem Fällen geschält und dann ein paar Tage trocknen lassen. Dann haben wir den Stamm weiß angestrichen, mit Flatterband abgewickelt und die Zwischenräume farbig angemalt“, erklärt Julian Keßler. Dabei wechselt die Farbe von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr ist es Türkis - eine Farbgebung, die insbesondere unter den Mädchen des Jugendclubs kontrovers diskutiert wird. Die Mädels haben auch ihren Beitrag geleistet und den mächtigen Kranz gebunden.

Das Aufstellen des Maibaums vollzieht sich vor gut 100 Schaulustigen unerwartet zügig. Die Amöneburger Dachdeckerei Schraub leistet mit ihrem Kran den Emsdorfern seit Jahren diesen Freundschaftsdienst. Entsprechend geräuschlos arbeiten Kranteam und Jugendliche zusammen. Jeder Handgriff sitzt. Valtentin Otte gehört zu den erfahreneren Jugendclub-Mitgliedern und arbeitet direkt am Stamm. Die Jüngeren schauen genau hin. Sie wissen: Bald müssen sie in Emsdorf die Verantwortung übernehmen.

Kaum ist der Stamm fest verkeilt, bricht die Sonne durch die Wolkendecke. Einer schönen Maifeier steht nichts mehr im Wege.

von Matthias Mayer

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