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Magistrat will bewährtes Camp alleine retten

Pläne Magistrat will bewährtes Camp alleine retten

Das Sport- und Boxcamp bekommt künftig keine Förderzuschüsse mehr, jetzt will die Stadt das Projekt mit Hilfe ihres Streetworkers weiterführen.

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Beim Europafest gingen diese beiden Boxer für eine Vorführung in den Ring. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Eigentlich sollte die Stadt das Sport- und Boxcamp für Kinder- und Jugendliche nur bis Ende August alleine finanzieren. So lautete der seinerzeitige Beschluss des Stadtparlaments. Bis dahin sollte klar sein, ob es eine Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge von 50 Prozent gibt.

Doch die Entscheidung über den Zuschussantrag fiel laut Bürgermeister Christian Somogyi sehr spät, erst Anfang August. Jetzt ist Eile geboten, will die Stadt das Projekt weiterhin erhalten. In der Verwaltung und auch bei den Fraktionen im Stadtparlament ist der Wert dieses Angebots unumstritten. Allerdings: Wieder einmal könnte ein Angebot, das die Stadt gemeinsam mit einem Partner finanziert, alleine bei der Stadt hängenbleiben.

Am Dienstagabend unterbreitete der Magistrat dem Jugend- und Sozialausschuss nun einen konkreten Vorschlag: Zunächst will die Stadt den Internationalen Bund als bisherigen Träger des Camps bis Jahresende mit der Fortführung beauftragen, wenn auch mit reduzierter Stundenzahl bei der sozialpädagogischen Betreuung. Ab dem Jahreswechsel soll der Streetworker der Stadtjugendpflege dann das Sport- und Boxcamp übernehmen und leiten. Der Streetworker ist ein entsprechend qualifizierter Sozialarbeiter der Stadt, der Jugendliche direkt anspricht, auch an sozialen Brennpunkten. Unter dem Strich brächte das eine hohe Kostenersparnis: Aktuell zahlt die Stadt in diesem Jahr 39300 Euro für das Angebot. Darin ist das Geld für den Internationalen Bund als Träger enthalten. Künftig, so die Rechnung der Verwaltung, entfielen die Verwaltungskosten für den Träger, der Streetworker übernähme auch die sozialpädagogische Betreuung. Blieben unter dem Strich 12700 Euro, die die Stadt zu finanzieren hätte.

Im Ausschuss wurden die Vertreter der Fraktionen zunächst von dem Vorschlag etwas überrascht. Klaus Ryborsch verwies auf die eigentlichen Beschlüsse des Stadtparlaments, jetzt entstehe wieder ein Sachzwang. Dem widersprach Somogyi nicht, verwies aber rechtfertigend auf die späte Entscheidung über die Zuschussanträge.

Stadtjugendpfleger Walter Mengel hob hervor, „dass dieses Projekt gerade seine Blüte erlebt“. Das Boxcamp erreiche genau die Jugendlichen, die auch vom Streetworker angesprochen werden sollten. Aktuell sind es 3 Gruppen mit Kindern und Jugendlichen, die dort regelmäßig trainieren, sich klassische Tugenden wie Disziplin oder gegenseitige Wertschätzung aneignen. „Wenn wir das Camp jetzt unterbrechen, ist es tot“, mahnte Somogyi. Angesichts der neuen Entwicklung sahen die Ausschuss-Mitglieder aber noch Beratungsbedarf mit ihren Fraktionen.

Aktuell hat die Stadt allerdings noch keinen neuen Streetworker. Allerdings hat sich der Magistrat inzwischen auf einen Kandidaten festgelegt. Er soll innerhalb der nächsten Monate seine Arbeit aufnehmen.

von Michael Rinde

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