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Luxus-Sanierung auf der Bundesstraße 62?

105000 Euro für 100 Meter Bundesstraße, 401000 Euro für 110 Kilometer kommunale Straßen in Kirchhain Luxus-Sanierung auf der Bundesstraße 62?

Die Stadt Kirchhain hatin diesem Jahr für den Unterhalt ihrer 110 Kilometer langen Straßennetzes nur 401000 Euro zur Verfügung.

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Vom 23. bis zum 26. Mai wird die Fahrbahn der B 62 auf einer Länge von 100 Metern am Bahnübergang der Ohmtalbahn, bei Vollsperrung der Straße, erneuert. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Gleichzeitig werden für die Erneuerung eines intakten 100 Meter langen Abschnitts der Bundesstraße 62 am Ohmtalbahn-Bahnübergang 105000 Euro ausgegeben. Auf dieses Missverhältnis machte der Stadtverordnete Reiner Nau (Bündnis 90/ Die Grünen) während der jüngsten Sitzung des Kirchhainer Bau- und Planungsausschuss aufmerksam.

Nau reagierte damit auf den Einwand des Stadtverordneten Klaus Weber (SPD), der den Etatansatz der Stadt für den Erhalt des an einigen Stellen arg ramponierten städtischen Straßennetzes als deutlich zu niedrig eingestuft hatte. Und Nau bewertete das B-62-Projekt, das aus Bundesmitteln finanziert wird, als überflüssig, ohne dafür beim Ausschuss auf Widerspruch zu stoßen.

In der Tat ist das Straßenstück auf beiden Seiten des Bahnübergangs in einem guten Zustand. Es konnte im vergangenen Herbst bei der Sanierung der B-62-Straßendecke zwischen zwischen den Abzweigen Amöneburg und Langenstein nicht erneuert werden, weil die Bahn dafür kein grünes Licht gab. Als Autofahrer bemerkt man den Übergang vom neuem auf den alten Belag in der Tempo-60-Zone nicht. Und auch die Zeitgenossen, die grob verkehrswidrig mit 100 Sachen für den Übergang fegen, laufen nicht Gefahr, die Bodenhaftung auf dem jetzigen Straßenstück zu verlieren.

Bernd Weber, der zuständige Projektleiter bei HessenMobil, teilte auf Anfrage mit, dass die Arbeiten vom 23. bis zum 26. Mai ausgeführt werden. Dazu müsse die Straße komplett gesperrt werden. Die Umleitung solle über Kirchhain beziehungsweise über Niederklein erfolgen.

Kleckern statt klotzen

Statt zu klotzen kann die Stadt Kirchhain in Sachen Straßenbauprogramm nur kleckern. Bürgermeister Jochen Kirchner erklärte, dass die Ertüchtigung der Breslauer Straße das größte Einzelprojekt des Straßenbau-Etats sei. 85000 Euro entfielen auf das Material, dass der Bauhof für das Stopfen der Schlaglöcher benötige. Drittgrößter Einzelposten: 30000 Euro für die Erneuerung der Bordsteine. Der Rest verteilt sich auf viele kleine Posten.

Kirchner bekannte, dass die Stadt nach einem Richtwert eigentlich 600000 Euro für den Erhalt ihrer Straßen pro Jahr benötige. „Aber wir haben mit 150000 Euro für den Straßenbau angefangen und arbeiten uns kontinuierlich nach oben“, erklärte er.

Eine gute Nachricht hatte der Bürgermeister für die Anwohner der Untergasse. Eine Untersuchung habe ergeben, dass der Unterbau der arg ramponierten Straße noch in Ordnung sei. Damit könne auf eine grundhafte Erneuerung verzichtet werden, was Anwohnern Anliegergebühren in Höhe von 200000 Euro erspare.

Ferner fasste der unter Vorsitz von Hartmut Pfeiffer (CDU) tagende Ausschuss zwei Beschlüsse zur Bauleitplanung der Stadt. Bei drei Enthaltungen der SPD billigte das Gremium den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Bürgerhaus Kirchhain. Die Neufassung des Bebauungsplans wurde durch die teilweise Umnutzung des Bürgerhauses notwendig. Die Großseelheimer Firma Gade will den von ihr erworbenen Gebäudeteil aufstocken und dort seniorengerechte Eigentumswohnungen errichten. Während des Verfahrens wechselte die Stadt eine Rechtsform. Satt eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans geht es nun um einen angebotsbezogenen Bebauungsplan. Wie der Bürgermeister mitteilte, stehe der wegen der Gebäudeteilung sachlich notwendige Wechsel nicht für ein erhöhtes Prozessrisiko für die Stadt. Maßgeblich sei der Satzungsbeschluss.

Einstimmig stimmte der Ausschuss dem Aufstellungsbeschluss für den angebotsbezogenen Bebauungsplan „Nordwestliche Ederstraße“ in Großseelheim zu. In Großseelheim gebe es Bauplatz-Bedarf, erklärte Kirchner.

von Matthias Mayer

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