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Luft holt Kohlensäure aus dem Wasser

Neuerung Luft holt Kohlensäure aus dem Wasser

Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) ist stolz, dass es der kleinen Gemeinde gelungen ist, ihre Wasserversorgung in eigener Regie zu betreiben.

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Am Hochbehälter Wohra wurde die neue Entsäuerungsanlage installiert. Sie besteht im Wesentlichen aus Pumpen und einem großen Metallgehäuse. Fotos: Michael Rinde

Wohratal. Mit kleinen Investitionen unternimmt Wohratal in diesem Jahr einen weiteren Schritt, das eigene Wassernetz langfristig in gutem Zustand zu halten. Zunächst hat die Gemeinde in den Quellbrunnen und den Hochbehälter im Ortsteil Wohra investiert. Denn dort hatte sich im Laufe der vergangenen Jahre gezeigt, dass es Probleme mit zu hohem Kohlensäuregehalt im Trinkwasser gibt. Für den Menschen ist das zwar ungefährlich, für das Leitungsnetz hingegen schädlich.

Bisher hat die Gemeinde auf eine chemische Entsäuerungsanlage am Wohraer Brunnen gesetzt, um die überschüssige Kohlensäure aus dem Wasser zu lösen. Die in geringsten Mengen eingesetzte Chemie hatte auf die Wasserqualität in Wohra keinen Einfluss, machte sich aber im Leitungsnetz bemerkbar. Das galt insbesondere für die Leitung zwischen Brunnen und Hochbehälter. „Dort hätte es irgendwann Probleme gegeben, Wasser durchzuleiten“, erläutert Volker Ashauer von der Energiegesellschaft Frankenberg (EGF). Mit der EGF ist die Gemeinde Wohratal vor drei Jahren eine Beratungs-Kooperation eingegangen. Seit August ist nun die physikalische Entsäuerung des Brunnenwassers in Betrieb. Bei ihr wird, vereinfacht ausgedrückt, durch das Einblasen von Luft die schädliche übermäßige Kohlensäure aus dem Trinkwasser gelöst. Ähnliche Verfahren werden auch in Wasserwerken wie in Stadtallendorf und Schwalmstadt eingesetzt.

Seit wenigen Wochen ist die neue Anlage in Betrieb, Wohratal investierte dafür 26000 Euro. Auf der anderen Seite dürften sich die Reinigungskosten für das Leitungsnetz schon in absehbarer Zeit deutlich verringern, an dieser Stelle spart die nicht gerade finanzstarke Gemeinde.

Gespart hat Wohratal auch durch die Kooperation mit der EGF. „Wir konnten bei diesen Investitionen auf ein externes Ingenieurbüro verzichten und sind überzeugt, dass wir keine überdimensionierte Lösung ausgewählt haben“, sagt Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos).

Noch in diesem Jahr wird der Tiefbrunnen in Hertingshausen inspiziert und gegebenenfalls gereinigt. Außerdem erneuert die Gemeinde die Brunnenpumpe.

Als nächstes, allerdings teureres Projekt, steht der Aufbau einer Fernüberwachung sämtlicher Wohrataler Brunnen und Hochbehälter zur Diskussion. Dies ließe sich gebenenfalls auch stufenweise angehen. Momentan werden die Anlagen noch von Gemeindemitarbeitern täglich kontrolliert.

Dem Wohrataler Leitungsnetz gibt Volker Ashauer von der EGF generell gute Noten. Das Netz sei in ordentlichem Zustand, wie die jüngste Überprüfung durch die Gesundheitsbehörden bestätigt habe, sagt Ashauer. Auch bei den Nitratwerten gibt es keine Auffälligkeiten. Bei allen Brunnen liegen sie unter den Grenzwerten.

von Michael Rinde

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