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Loriots Sketche bleiben lebendig

Kulturspektakel Loriots Sketche bleiben lebendig

Mit einer Hommage an Loriot startete der zweite Kulturspektakeltag am Donnerstagabend: Der "Dramatische Verein Rauischholzhausen" spielte viele der bekanntesten Sketche und kein Auge blieb dabei trocken.

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Live aus der Küche zeigte der „Dramatische Verein“ einen chirurgischen Eingriff im Sketch „Heimoperation“.

Quelle: Karin Waldhüter

Amöneburg. Loriots Sketche sind legendär, greifen sie die Klischees über Deutsche trefflich und humoristisch auf und treiben sie auf die Spitze. Egal ob als Zeichentrickfilm oder mit Evelyn Hamann als Partnerin, der Humorist thematisierte oft Missverständnisse und Ungeschick und begeisterte mit seinen feinsinnigen Sketchen über Jahre sein Publikum.

Viele der rund 180 Besucher, die am Donnerstagabend in den Amöneburger Zwinger gekommen waren, kannten sicherlich etliche der gezeigten 15 Sketche aus dem Fernsehen. Keine leichte Aufgabe also für den „Dramatischen Verein Rauischholzhausen“ diesen hohen Ansprüchen zu genügen.

Doch mit Bravour meisterten die elf Akteure auf der Bühne ihre Darbietungen, und mehr als einmal hörte man mit „die sind richtig gut“ oder „super“ spontane Begeisterungsbekundungen aus dem Publikum. Wie zum Beispiel in dem Sketch „,Berta! Das Ei ist hart‘ - das Frühstücksei.“

Verein ist über 100 Jahre alt

Wie keine andere steht diese Unterhaltung am Frühstückstisch exemplarisch für die Dimension der Abstumpfung, die sich zwischen zwei Ehepartnern nach einer langen Zeit einstellen kann.

Genauso phänomenal präsentierten Kai Hofmann und Susanne Münn im Sketch „Feierabend“ zwei Menschen, die sich unterhalten, obwohl doch keine Unterhaltung im eigentlichen Sinne stattfindet, sondern der Ehemann einfach nur nichts tun will und eher als Mittel zum Zweck für den Monolog der Ehefrau dient.

Neben Kai Hofmann und Susanne Münn begeisterten Wolfgang Heinrich, Irene Grün, Andrea Grün, Brigitte Zimmer, Sieglinde Leonhäuser, Pit Metz, Martina Schremb, Nina Schremb und Carl Radestock in wechselnden Rollen auf der Bühne. Regie führte Christine Reinhardt. Lothar Zimmer war für die Technik verantwortlich. Der „Dramatische Verein Rauischholzhausen“ ist über hundert Jahre alt, und die Akteure auf der Bühne spielen als Gruppe schon lange und erfolgreich zusammen.

Politiker zeigt Schauspiel-Talent

Neu hinzugekommen sind Nina Schremb und Carl Radestock. Der Verein übt in Mardorf in Raabs Saal und stand dort bereits im vergangenen Herbst mit dem gleichen Stück auf der Bühne.

Als die „Zwei auf dem Sofa“ führten Pit Metz und Martina Schremb mit Auszügen aus Loriots Biographie ebenso brillant durch den Abend. Genial dargeboten auch der Sketch „Zwei Cousinen“ in dem sich Irene Grün als TV-Ansagerin beim englischen „Ti-Eitsch“ so sehr verhaspelt, dass sie am Ende die Fassung verliert, oder der absolute Klassiker „Eheberatung“ mit Irene Grün als Therapeutin, Kai Hofmann als Herr Blömann und Brigitte Zimmer als seine Frau. Oder der gemeingefährliche Wissenschaftler, der einem angeblichen Frauenüberschuss entschieden entgegentritt, indem er die weibliche Bevölkerung kurzerhand in Kaninchen umwandelt. Im Sketch „Der Wähler fragt, Politiker antworten“ hat ausgerechnet Opa Hoppenstedt als Wähler die Möglichkeit, direkt Fragen an Politiker zu stellen. Als SPD-Politiker bewies Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter Plettenberg während eines kurzen Gastauftritts seine Qualitäten als Schauspieler. Richter-Plettenberg lenkte die Aufmerksamkeit der Besucher auf die Kunstaktion des Kulturspektakelvereins, die unter der Federführung von Vorstandsmitglied Inge Eismann-Nolte stand. Unter dem Titel „Stimme“ lachten zahlreiche Münder vom Turm des Zwingers auf die Besucher herab. Fortgesetzt wurde der Abend mit der Filmkomödie „Pappa ante Portas“ mit Heinrich Lohse, Einkaufsdirektor der Deutschen Röhren AG.

von Karin Waldhüter

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