Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Loopings am Amöneburger Himmel

Segelflug Loopings am Amöneburger Himmel

Mehr als 500 Besucher kamen am Wochenende Mitte Mai zum Tag der offenen Tür bei der Flugsportvereinigung Blitz.

Voriger Artikel
Stadt wartet auf Vertragsentwurf
Nächster Artikel
Der „Hessentag der kleinen Leute“ steht an

Amöneburg . Julian will alles ganz genau wissen: "Wo ist der Fallschirm?" "Was muss ich machen, damit das Ding steigt." Der Siebenjährige sitzt im Cockpit eines Segelflugzeugs und bombardiert Jörg Siedler mit Fragen. Doch der Schatzmeister von der Flugsportvereinigung Blitz ist bestens gewappnet und kann dem Kleinen aus Leidenhofen alles erklären, was es zum Thema Segelfliegen zu sagen gibt. "Das Flugzeug kann bis zu 190 Kilometer pro Stunde schnell werden", sagt Siedler und Julian reißt staunend die Augen auf: "Das ist schnell." Wie der junge Segelflug-Fan aus Leidenhofen nutzen mehr als 500 Besucher den Sonntag, um beim Tag der offenen Tür auf dem Flugplatz am Fuße der Amöneburg die Sonne zu genießen. Auf der Wiese vor dem Hangar stehen zahlreiche Segelflugzeuge. Hautnah erleben die Besucher die leisen Himmelsgleiter am Boden - aber auch in der Luft.
Denn natürlich sind viele zum Fliegen hier. Eine lange Menschenschlange wartet am Hügel darauf, selbst einmal eine Runde über der Amöneburg zu kreisen. So auch Gerald Eichler. Der Neustädter ist kurz davor, zum ersten Mal mit einem Segelflugzeug zu fliegen. Doch obwohl es ziemlich windig ist an diesem Tag, hat er keine Angst. "Ich habe eben mit einem Veteran gesprochen. Der hat gesagt, er sei 40 Jahre geflogen - und oben geblieben wäre noch keiner", scherzt Eichler. Der Neustädter steigt lachend bei Roland Eder ins Flugzeug. Eder ist ein sehr erfahrener Flieger, bereits mit 14 Jahren ging er das erste Mal allein in die Luft. Mittlerweile blickt er auf 35 Jahre Flugerfahrung zurück. "Hoch ist freiwillig, runter ist ein Muss", sagt Eder. Er schließt die Kuppel seines Zweisitzers, Helfer rollen das Flugzeug in die richtige Position, befestigen ein Stahlseil am Rumpf.
Am Ende des Startfelds steht eine Seilwinde. Diese zieht das Flugzeug mit einer Geschwindigkeit von Tempo 80 bis 100 über die Wiese, sobald das Flugzeug abhebt, steigert sich die Geschwindigkeit auf 15 Meter pro Sekunde. Durch die Thermik gewinnt das Segelflugzeug an Höhe. Diese Form des Aufwinds entsteht dadurch, dass Sonneneinstrahlung die Erdoberfläche und in Folge die Luft am Boden erwärmt. Diese steigt dann in die Höhe und mit ihr auch das Segelflugzeug. Bei guter Wetterlage können erfahrene Piloten bis zu 1 000 Kilometer am Stück gleiten. Eders längster Flug betrug acht Stunden, doch heute muss es aufgrund des Andrangs schneller gehen. Nach 15 Minuten lautlosen Gleitens landet er wieder auf der Wiese. Sein Passagier Gerald Eichler lacht immer noch. "Das war Wahnsinn", sagt er begeistert. Wahnsinnig geht's weiter: Kunstflieger Klaus Kahler zeigt dem staunenden Publikum seine besten Tricks: Aus einer Höhe von rund 1 200 Metern stürzt Kahler der Erde entgegen - macht Loopings und Turns in atemberaubender Geschwindigkeit. Die Besucher recken die Köpfe und sind beeindruckt. "Das war toll", sagt ein blondes Mädchen zu seiner Mutter - und überredet sie, ihr ein kleines Modellflugzeug zu kaufen.

Hier geht's zum Video .

Text und Video
von Nadine Weigel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr