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Lohn für viel Einsatz, Energie und Passion

Bundesverdienstkreuz Lohn für viel Einsatz, Energie und Passion

Seit Jahrzehnten engagiert sich die Sprechwissenschaftlerin Professor Christa Heilmann ehrenamtlich für Kinder mit Behinderungen und für Frauen, die Beruf und Familie bewältigen müssen.

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Landrätin Kirsten Fründt und Staatsminister Dr. Thomas Schäfer umrahmen Dr. Steffen Heilmann und die Geehrte Christa Heilmann. Foto: Benjamin Kaiser

Kirchhain. Seit einem Jahr habe ich als Landrätin die Ehre, herausragende Menschen für ihre Leistungen mit Auszeichnungen zu bedenken. Sie sind erst die zweite Frau, denen ich das Bundesverdienstkreuz verleihen darf“, erklärte Landrätin Kirsten Fründt am Freitag bei der Begrüßung von Professorin Christa Heilmann, die sich seit Jahrzehnten insbesondere für Frauen und Behinderte in der Gesellschaft einsetzt.

Die Verleihung der hohen Auszeichnung übernahm Staatsminister Dr. Thomas Schäfer gemeinsam mit Landrätin Fründt. 30 Wegbegleiter, Freunde und Familienangehörige waren am Freitag zu der Feierstunde ins Landratsamt gekommen. „Sie sind eine außergewöhnliche Frau. Selten erlebt man es, dass jemand mit solcher Energie und Passion es versteht, einen anspruchsvollen Beruf mit einer solchen Anzahl verschiedenster Ehrenämter zu vereinigen. Dafür dankt Ihnen die Bundesrepublik“, sagte Minister Schäfer in seiner Laudatio.

Geboren und aufgewachsen in der DDR, wagte Christa Heilmann mit ihrer Familie, ihrem Ehemann sowie drei Kindern 1987 den Sprung ins Ungewisse und siedelte von Leipzig in die BRD über. Zuvor hatte sie von 1982 bis 1984 eine Habilitationsaspirantur an der Universität Halle. Diese wurde jedoch vonseiten der Universität aufgrund eines Ausreiseantrages der Familie abgebrochen.

Über Umwege gelangte die Familie schließlich nach Marburg, wo die habilitierte Germanistin 1990 Leiterin der Abteilung für Sprechwissenschaft an der Philipps-Universität wurde. Seit 2005 ist Heilmann außerplanmäßige Professorin für Sprechwissenschaft an der Universität. Besonders um diese wissenschaftliche Disziplin hat sich Heilmann verdient gemacht: Seit 1990 ist sie im Beirat der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Spracherziehung tätig. Zeitweise war sie sogar Vorsitzende der Gesellschaft und maßgeblich an der fachlichen Weiterentwicklung der Sprechwissenschaft beteiligt. „Das Ehrenamt ist mir sozusagen biographisch zugefallen“, sage Heilmann. Eines ihrer drei Kinder wurde mit einer Behinderung geboren.

Deshalb sei ihr Engagement im „Spastiker-Verein Marburg“, in dem sie von 1992 bis 2003 Vorstandsmitglied war, geradezu „eine Selbstverständlichkeit“, erläuterte die 68-Jährige. Darüber hinaus war Heilmann Mitglied der Elternbeiräte der Martin-Luther-Schule und der Schule für Praktisch Bildbare in Marburg. Doch nicht nur für das Wohl behinderter Kinder setzt sich Christa Heilmann, die in Kirchhain lebt, seit Jahrzehnten ein. Auch die Belange der Frauen liegen ihr besonders am Herzen: Sie war Gründungmitglied des 13. Soroptimist-Clubs Deutschland - eine Service-Organisation berufstätiger Frauen. Mit ihrer Unterstützung wurden verschiedene Projekte ins Leben gerufen, beispielsweise zugunsten von Kindern in Rumänien und Frauen in Afghanistan. Den Club führte sie von 2009 bis 2011 als Präsidentin. 2004 wurde Heilmann mit dem Frauenförderpreis der Philipps-Universität ausgezeichnet.

Besonderen Dank richtete Heilmann an ihren Ehemann Dr. Steffen Heilmann, der ihr „Leuchtturm“ sei und sie immer wieder aufgebaut habe, wenn ihr Beruf und Ehrenamt ein wenig über den Kopf gewachsen seien, so Heilmann. „An Dir konnte ich mich immer orientieren. Dafür danke ich Dir von ganzem Herzen“, richtete sie sehr persönliche Worte an ihn.

von Benjamin Kaiser

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