Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Löst ein Zebrastreifen das Problem?

Verkehrsversuch und Radwege Löst ein Zebrastreifen das Problem?

Am 10. April beginnt der dritte Verkehrsversuch zur Verkehrsberuhigung in der Brießelstraße. Das teilte Bürgermeister Olaf Hausmann vor dem Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr mit.

Voriger Artikel
Emsdorfer Linde hat ihre Krone verloren
Nächster Artikel
Als Luther nach Großseelheim kam

Um die Lage der Fußgänger an der Kreuzung Bahnhofstraße/Am Markt zu verbessern, regte der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler an, den Bau eines Fußgänger-Überwegs an dieser Stelle zu prüfen.

Quelle: Pixabay

Kirchhain. Der Sozialdemokrat hatte am Freitag gegenüber der OP das Ende des zweiten Verkehrsversuchs angekündigt, weil dieser für den Steinweg, nicht aber für die Brießelstraße Entlastung gebracht hatte. Benjamin Beule von der Straßenverkehrsbehörde nannte am Montagabend die Zahlen für die Brießelstraße und die Ausweichstrecken vor dem ersten Verkehrsversuch und nach dem zweiten Verkehrsversuch. Demnach gab es für die Brießelstraße gegenüber dem Ausgangswert von 4.000 Autos nur eine geringe Entlastung auf 3900 Fahrzeuge pro Tag. In der Römerstraße stieg das Verkehrsaufkommen von 2.050 auf 2.900 Autos. Der Feldweg verzeichnete einen geringen Zuwachs von 2.900 auf 3.000 Fahrzeuge.

Olaf Hausmann bekräftigte seine Absicht, nach einem negativen Ergebnis des dritten Versuchs keinen vierten Versuch folgen zu lassen. Das könne man den Kunden, die in der Innenstadt einkauften, nicht zumuten, erklärte Hausmann, der andeutete, dass es in diesem Fall zu einer möglicherweise leicht modifizierten Rückkehr zur alten Verkehrsführung kommen könne.

Der Bürgermeister hatte zuvor beklagt, dass der zweite Versuch, die Lage der Fußgänger an der Kreuzung Bahnhofstraße/ Am Markt zu verbessern, gescheitert sei. In diesem Zusammenhang regte der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler an, den Bau eines Fußgänger-Überwegs an dieser Stelle zu prüfen. Nach seinen Recherchen sei dies auch in einer Tempo-20-Zone möglich. Es gebe kein Verbot, wie zuvor von der Verwaltung erklärt. Der Bürgermeister nahm den Hinweis auf und sagte eine Prüfung zu.

Sven Dömges vom Planungsbüro Agc Marburg stellte den Ausschussmitgliedern anschließend das Konzept Radweg Bahn-Süd vor, das die sich in Kirchhain kreuzenden Fernradwege R6 und R2 betrifft. Der R2 durchquert Hessen in West-Südost-Richtung von Bad Laasphe bis zur bayerischen Landesgrenze. Der R6 führt von Diemelstadt im Nordwesten bis nach Lampertheim im Süden.

Beide Radwege werden zwischen dem Wohra- und dem Ohmtal im Stadtgebiet unterbrochen. Für den Lückenschluss bekommt der Eisenbahn-Viadukt am Steinweg eine zentrale Rolle. In der stadteinwärts gesehen rechten Tunnel-Röhre wird ein 1,50 Meter breiter Streifen für Radfahrer und Fußgänger eingerichtet. Der wird gegenüber der Fahrbahn um 15 Zentimeter erhöht und durch ein Geländer zur Fahrbahn gesichert. Zudem bekommt dieser Streifen eine Ampelanlage, da dort Begegnungsverkehr nicht möglich ist.

420.000 Euro für Radwege-Lückenschluss

Der R2 und der R6 kommen vom Wohratal-Radweg aus in die Stadt und werden über die Straße An der Wohra zum provi­sorischen Übergang Frank­furter Straße / Kasseler Straße geführt. Der gefährliche Weg über die viel befahrene Frankfurter Straße bis zum Ausbau-Ende des Ohmtal-Radwegs entfällt. Radler müssen künftig nur noch den Kreisverkehr überqueren und können hinter dem Viadukt den parallel zum Bahndamm zu bauenden Radweg nutzen, der bis zum Ausbauende des Ohmtal-Radwegs reicht. Der R2 führt von dort aus über Anzefahr und Marburg gen Süden. Der R6 zweigt hinter der Wohra-Flutmulde links ab und folgt dem Radweg unterhalb des Annaparks Richtung Südosten.

Die veranschlagten Kosten gab Sven Dömges mit 520.000 Euro an. Das Ausschreibungsergebnis sei um 100.000 Euro günstiger, bei einer 80-Prozent-Förderung durch das Land Hessen.

Der Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weber (SPD) und Grünen-Fraktionschef Reiner Nau warben für eine Anbindung des Radwegs an den Bahnhof über das Kohlegässchen, der erst sinnvoll sei, wenn auch der R-2-Lücken­schluss zwischen Bahnhof und dem Autohaus Schwalm erfolgt sei. Meike Bonsa vom Stadt­bauamt kündigte an, dass die gefährliche Überquerung des Steinwegs hinter dem Viadukt Richtung Kohlegässchen für Fußgänger und Radler durch ein in die Fahrbahn reichendes Podest entschärft werde. Von diesem Podest aus sei die Röhre einsehbar.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr