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Lob für die Feuerwehren, Kritik an Bund und Land

Bedarfs- und Entwicklungsplan Lob für die Feuerwehren, Kritik an Bund und Land

Alle 13 Feuerwehrstandorte in Kirchhain und seinen zwölf Stadtteilen bleiben erhalten. Das sagte Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) während der Vorstellung des Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Feuerwehren.

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Dank großer Eigenleistung der Stausebacher Feuerwehrleute ist der Anbau an das alte Feuerwehrhaus schon weit vorangeschritten.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedete die Fortschreibung des Plans im Beisein zahlreicher Feuerwehrleute einstimmig bei drei Enthaltungen der Grünen-Fraktion, die in der Sache nichts an dem Plan auszusetzen hatte, aber ein politisches Signal an Land und Bund vermisste.

Grünen Fraktionschef Reiner Nau stellte fest, dass nur 35 Prozent der Feuerwehreinsätze auf die kommunale Pflichtleistung Brandschutz entfielen. 50 Prozent seien Hilfeleistungen, die in den Aufgabenbereich des Landes und des Bundes fielen.

Für künftige Gefahrstoff-Einsätze auf der geplanten Autobahn 49 müsse die Stadt 50 Prozent der Kosten für ein entsprechendes Auto aufbringen. Warum?, fragte Reiner Nau und beklagte, dass die Kommunen in diesem Punkt alleingelassen würden.

Wie diese Zeitung berichtete, hatte ein Feuerwehrteam und Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker die Fortschreibung des Plans in Absprache mit dem Kirchhainer Ordnungsamt, dem Magistrat und dem Kreisbrandinspektor ausgearbeitet. Olaf Hausmann stellte den Stadtverordneten die wichtigsten Details des auf eine Laufzeit von zehn Jahren angelegten Plans vor.

Feuerwehrgerätehäuser: Dank der umfangreichen Eigenleistungen der Stausebacher Feuerwehr ist der Anbau an das bestehende Haus weit vorangeschritten. Für Olaf Hausmann steht das Projekt für den erklärten Willen der Feuerwehren und der Stadt, alle Standorte zu erhalten. Der Neubau des Feuerwehrhauses Großseelheim mit einem Kostenaufwand von 600 000 Euro ist projektiert.

Für den Grundstückskauf und die Planung stehen 110 000 Euro im Haushalt 2017 drin. Danach sollen die hinfälligen und nicht mehr den Anforderungen entsprechenden Feuerwehrhäuser in Betziesdorf und Sindersfeld erneuert werden.

Löschwasserversorgung: Insbesondere in einigen höher gelegenen Stadtteilen ist die Löschwasserversorgung ein ­Problem. Mit diesem steht Kirchhain nicht alleine da, wie der Bürgermeister berichtet. Bundesweit sei die Löschwasserversorgung Thema.

Laut Plan soll diese Dorf für Dorf abgearbeitet werden.

Einsatzfahrzeuge: Für die Ersatzbeschaffung alter Einsatzfahrzeuge sieht der Plan jährlich den Ankauf eines neuen Feuerwehrautos vor. Die werden mit Blick auf die nicht überall einfache Löschwasserversorgung allesamt mit einem 900 Liter fassenden Tank für den ersten Löschangriff ausgestattet. Das erste Fahrzeug dieser Art hat jetzt die Freiwillige Feuerwehr Langenstein in Dienst gestellt.

„Das bedeutet mehr Sicherheit für unsere Bürger“, sagte der Bürgermeister.

Ehrenamt: Die Frauen und Männer der Einsatzabteilungen versehen ihren uneigennützigen Dienst am Nächsten ehrenamtlich. Deren Engagement soll künftig mehr gewürdigt werden und mehr Wertschätzung erfahren. Dazu sollen Stadtverwaltung und Parlament Initiativen entwickeln. Denkbar sind Aufwandsentschädigungen für Feuerwehrleute und Vergünstigungen wie freien Eintritt ins Freibad.

Außerdem will die Stadt Firmen, deren Inhaber bei der Freiwillige Feuerwehr aktiv sind, ausdrücklich auffordern, sich an städtischen Ausschreibungen zu beteiligen. Die Stadt wolle den Feuerwehren helfen, wo immer dies möglich sei, versicherte der Bürgermeister. Uwe Pöppler: „Wirsind die Gekniffenen“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler kündigte die Zustimmung seiner Fraktion an. Die Feuerwehr sei ein ebenso beliebtes wie schwieriges Thema.

Schwierig sei beim gegebenen Anlass, dass sich die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans unter den gegebenen finanziellen Möglichkeiten der Stadt Kirchhain nicht finanzieren lasse. „Wir auf der kommunalen Ebene sind die Gekniffenen“, stellte er fest und verwies auf die durchaus mögliche Situation, dass Familien mit kleinen Kindern über steigende Kindergartengebühren für Feuerwehrtechnik bezahlen müssten.

Die Stadt müsse in jedem Haushaltsjahr über das Machbare diskutieren, prophezeite er.Der SPD-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Geil würdigte den Einsatz der Feuerwehrführung für die Fortschreibung des Planes. „Es ist toll, was hier gemacht wird. Ihr Einsatz verdient Hochachtung“, sagte er und ergänzte, dass der Schutz vor den Elementargefahren Feuer und Wasser in seiner Fraktion Priorität habe.

von Matthias Mayer

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