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Liegezeiten-Konflikt ist entschärft

Friedhof Schweinsberg Liegezeiten-Konflikt ist entschärft

Ab 1. Januar gibt es auf dem Schweinsberger Friedhof Baumurnengräber. An 2 Bäumen können bis zu 50 Urnen bestattet werden. Die Stadt erfüllt einen Wunsch des Friedhofsausschusses.

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Zwei Baumurnengräber sind auf dem Friedhof Schweinsberg entstanden. Die Gitter werden noch montiert, ab Januar können Urnen dort beigesetzt werden. Foto: Michael Rinde

Schweinsberg. Auf dem Schweinsberger Friedhof gilt für Erdgräber eine Liegezeit von 75 Jahren. Grund ist die wegen des Moorbodens extrem lange Verwesungsdauer von Leichnamen. Nach der erst zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Friedhofsordnung kann es für Angehörige in Schweinsberg bisher zu einer sehr teuren Angelegenheit werden, wenn sie sich entscheiden, Gräber vor Ablauf der Liegezeit aufzugeben. Denn: Die Stadt verlangt für alle Friedhöfe bisher eine Gebühr von 10 Euro pro Jahr und Quadratmeter, in dem eine Grabstätte vor Liegezeitablauf aufgegeben wird. Ein Erdgrab darf generell erst nach Ablauf der Ruhefrist wieder belegt werden. Das hatte schon zu erheblichen Gebührenrechnungen geführt (die OP berichtete). In einem Fall, ergab eine Beispielrechnung, wären mehr als 2400 Euro fällig gewesen.

Das hatte Friedhofsausschuss und Ortsbeirat auf den Plan gerufen, beide hatten entsprechend Druck in Richtung Stadt gemacht. Jetzt ist Abhilfe in Sicht: Denn nach Gesprächen mit beiden Gremien scheint eine Lösung gefunden: Die Friedhofsordnung wird so angepasst, dass eine Aufgabe einer Grabstätte immer nach 30 Jahren möglich sein wird, bisher galt der Ablauf der Ruhefrist als frühstmöglicher Termin. „Diese 30 Jahre werden dabei grundsätzlich nach dem Datum der letzten Belegung gerechnet“, erläuterte Bürgermeister Christian Somogyi gegenüber der OP.

Die Satzungsänderung muss das Stadtparlament allerdings noch formell beschließen, was in der Sitzung am 18. Dezember passieren soll. Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer ist zufrieden mit dieser Veränderung. Sie entspreche den Vorstellungen des Friedhofsausschusses. „Das hätte auch schon früher umgesetzt werden können“, meint der Ortsvorsteher. Die Stadt hatte zunächst den Städte- und Gemeindebund um eine Auskunft gebeten, um zu einer rechtlich sicheren Lösung zu gelangen. Dadurch hatte sich die Klärung immer wieder verzögert.

Unabhängig davon hat es auf dem Schweinsberger Friedhof in den vergangenen Jahren einige Veränderungen gegeben. Die jüngste Neuerung: An zwei markanten Bäumen am Eingang sind zwei Baumurnengräber entstanden. 25 Urnen können pro Baum dort in den nächsten Jahren bestattet werden. Dies ist das Schweinsberger Pendant zu den auf den übrigen Friedhöfen eingeführten Rasengrabfeldern. Bei ihnen wie auch den Baumurnengräbern garantiert die Stadt gegen eine einmalige Gebühr die Pflege über 30 Jahre, wobei es Vorgaben für eine einheitliche Gestaltung gibt.

In Schweinsberg hatte sich der Friedhofsausschuss auch angesichts der Bodenproblematik und der langen Ruhefrist für die Baumurnengräber ausgesprochen. Die beiden Bäume werden in diesen Tagen mit Gittern versehen. An ihnen können kleine Namensschilder für die dort beigesetzten Verstorbenen angebracht werden. Vom Ortsvorsteher gibt es großes Lob für die Gestaltung und die rechtzeitige Fertigstellung zum Jahreswechsel.

Stadt investiert rund 80000 Euro

Angehörige, die sich für ein Baumurnengrab in Schweinsberg entscheiden, zahlen 102 Euro für die Beisetzung und 1144 Euro für die Pflege über Jahrzehnte. „Das ist geringfügig teurer als bei einem Rasengrabfeld“, sagt Somogyi, was er mit der Unterhaltung der Gitterumrandungen begründet. In Schweinsberg gebe es immer wieder Nachfrage nach dieser Art der Bestattung, betont Ortsvorsteher Fleischhauer im Gespräch mit der OP.

Die Stadt hat insgesamt rund 80000 Euro in den vergangenen Jahren in den Schweinsberger Friedhof investiert. Das meiste Geld floss in die Befestigung und Pflasterung von Wegen. Außerdem wurden zwei Denkmäler restauriert, wie Manfred Frick von der Stadtverwaltung erläutert. „Alles ist sehr schön geworden, jetzt ist die Zeit der dreckigen Schuhe beim Gang über den Friedhof vorbei“, freut sich Fleischhauer.

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