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Lieblingsspieluhr hat sie von den Schwiegereltern

Serie: Ich sammle Lieblingsspieluhr hat sie von den Schwiegereltern

Ute Groß führt genau Buch über ihre Schätze: In einem Schulheft stehen die Details zu ihren 132 Spieluhren, zum Beispiel die Herkunft oder das Musikstück, das sie spielen.

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Inmitten von Spieluhren fühlt sich Ute Groß äußerst wohl – vorne links ist ihre erste zu sehen.Foto: Florian Lerchbacher

Momberg. Anscheinend hat Ute Groß in 34 Jahren voller Sammelleidenschaft einen Instinkt für Spieluhren und -dosen entwickelt. Im Vorbeigehen an Schaufenstern scheint sie mögliche neue Stücke für ihre Sammlung zu wittern. Das „Halt, in das Geschäft müssen wir noch einmal reinschauen“ hat ihr Mann Willibald schon öfters gehört - und inzwischen die Leidenschaft für Spieluhren übernommen. Ein kurzer Blick aus dem Augenwinkel reicht bei ihm aber noch nicht aus.

An ihrem 16. Geburtstag bekam Ute Groß ihre erste Spieluhr geschenkt. Sie spielt „Raindrops“, ist mit einem Bild von Maria Innocentia Hummel verziert und wohl eine der einfachsten Spieluhren, die sich im Besitz der 50-Jährigen befinden. Auf dem ehemaligen Telefontisch im Flur stellt die Mombergerin je nach Jahreszeit verschiedene ihrer Stücke auf - doch Spieluhren prägen ohnehin die Einrichtung.

132 Stück sind es inzwischen. Sie sind aus Holz, Blech, Porzellan oder anderen Materialien, stammen aus zahlreichen Ländern, zeigen die unterschiedlichsten Motive und spielen die verschiedensten Klassiker der Musikgeschichte: von „Für Elise“ über „Oh, du fröhliche“ bishin zu „Those were the days my friend“.

Ihre Vorliebe gilt den mechanischen Spieluhren, doch manchmal macht die Mombergerin eine Ausnahme: Ein kleines Piano von Playmobil samt Büste von Beethoven hat sie zum Beispiel ebenfalls in ihr Herz geschlossen - und das, obwohl sie elektronisch ist.

Mit einigen ihrer Stücke verbindet Groß ganz besondere Erinnerungen: Eine zeigt die Skyline von New York - samt Twin Towers. Zwei Jahre vor den Anschlägen vom 11. September hatten Ute Groß und ihr Mann die gläserne Kugel im Souvenirshop des einen Hochhauses gekauft. Ihr „Liebling“ ist indes ein sehr altes Stück, das ihr Schwiegervater seiner zukünftigen Frau kurz vor der Hochzeit im Jahr 1957 geschenkt hatte. Sie zeigt die Muttergottes und spielt das Ave Maria von Schubert. „Mein Schwiegervater hat sie einst von einem fahrenden Händler gekauft“, berichtet sie.

Eine Besonderheit steht im Wohnzimmer: eine mannshohe Sonderanfertigung, die das Ehepaar Groß einst beim Hessentag in Schwalmstadt von einem Schreiner gekauft hatte und auf ihre Ansprüche umbauen ließ.

Und dann wäre da noch eine Spieluhr aus Porzellan, die Ute Groß auf Westerland in einem Geschäft in einer Nebenstraße erwarb - was an Teil 2 der Serie „Ich sammle...“ und Herbert Fischer und seine Modelle von Polizeiautos erinnert: „Wahrscheinlich stammt meine Uhr aus dem gleichen Laden wie sein Wasserwerfer“, vermutet Groß - die ebenso wie Fischer im Urlaub stets auf der Jagd nach Neueroberungen ist.

Und so wundert es kaum, dass ihr Mann keinen zweiten Ausflug nach Seiffen unternehmen will: Die Gemeinde im Erzgebirge ist bekannt für ihre Spielzeugmacher und deren Schauwerkstätten und gilt als Paradies für Anhänger von Spieluhren und -dosen. „Ein Urlaub dort wäre viel zu teuer“, gibt Ute Groß mit einem verschmitzten Lächeln zu.

  • Sie sind auch ein Sammler und wollen den Lesern der OP in der Serie „Ich sammle...“ einen Einblick in ihre Schätze gewähren? Dann geben Sie uns Bescheid: per E-Mail an stadtallendorf@op-marburg.de oder telefonisch unter 06428/ 926215 (wenn Sie aus dem Ostkreis kommen), 06421/ 409352 (Marburg), 06421/ 409341 (Nord- und Südkreis) oder 06462/940411 (Hinterland).

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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