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Lieber einen Umbau statt hohe Schulden

Sindersfeld Lieber einen Umbau statt hohe Schulden

Überraschende Wendung bei den Sindersfelder Dorfgemeinschaftshaus-Plänen: Ortsbeirat und Trägerverein fürchten bei einem Neubau gleich beim Start Schulden von 200000 Euro. Dieses Risiko ist ihnen zu hoch.

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Das obere Geschoss des Feuerwehrgerätehauses Sindersfeld soll nun barrierefrei umgebaut werden. Archivfoto: Mayer

Sindersfeld. Im vergangenen November hatte Ortsvorsteherin Elke Schall noch davon gesprochen, dass Sindersfeld noch nie so nahe an einem Dorfgemeinschaftshaus gewesen sei. Am Montagabend informierte sie in der Sitzung des Bauausschusses des Stadtparlaments über eine neue Entwicklung: Ortsbeirat und Trägerverein haben sich dafür entschieden, lieber das Obergeschoss des Feuerwehrgerätehauses barrierefrei auszubauen und weiter als Versammlungsort zu nutzen. Für rund 15 Veranstaltungen im Jahr seien die Räumlichkeiten ausreichend. Auf einen Neubau wollen beide Institutionen verzichten. Trotz aller Bemühungen und eines städtischen Zuschusses von 80000 Euro bliebe noch ein Minus von 200000 Euro erläuterte Elke Schall. „Dieser Betrag dürfte uns bereits bei Baubeginn fehlen“, sagte Schall. Im Ort wurden die Neubaupläne intensiv geprüft und mit der Verwaltung diskutiert. Allein sieben Ideenskizzen und zwei mögliche Standorte für einen Neubau standen bis zum vergangenen November in der Diskussion.

Die Planung eines Gemeinschaftshauses war ohnehin nur dank einer 300000-Euro-Spende aus dem Ort denkbar geworden. Mit dem Spender haben Trägerverein und Ortsbeirat laut Schall die neue Situation erörtert. „Er ist damit einverstanden. Der Rest der Spende kann für andere Projekte im Ort verwendet werden“, erläuterte die Ortsvorsteherin. Als Beispiele nannte sie eine Aufwertung des Spielplatzes oder auch Verbesserungen am Bolzplatz. Neben dem zu erwartenden großen Minus gibt es auch noch ein weiteres Problem, hielte Sindersfeld an Neubauplänen fest. Rund 3000 Stunden Eigenleistung hatte der Ortsbeirat angeboten, um die Kosten im Rahmen halten zu können. „Uns fehlen im Dorf aber die nötigen Facharbeiter für einige Gewerke“, sagte Schall dazu. Und nur mit Hilfsarbeiten in Eigenregie ließen sich die Einsparungen offenbar nicht erreichen.

Feuchtigkeits-Problem bleibt wohl ungelöst

Doch beim Feuerwehrgerätehaus Sindersfeld werden die bekannten Probleme mit der Feuchtigkeit wohl auch jetzt nicht gelöst werden können. Dies war schließlich auch ein Grund, warum die Feuerwehr Interesse daran gehabt hat, bei einem Neubau mit umzusiedeln. Von feuchten Wänden ist das Untergeschoss des Gebäudes betroffen. Kirchhains Bauamtsleiter Volker Dornseif hält das „eigentlich für irreparabel“, wie er auf Nachfrage im Ausschuss erklärte. Doch zumindest ließen sich die Schäden mindern, sprich der Status Quo könnte gehalten werden. Wie viel ein barrierefreier Umbau der oberen Etage kostet, ist noch nicht beziffert.

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) nannte die Sindersfelder Entscheidungen „durchaus respektabel“. Den politischen Gremien der Stadt empfiehlt er, den von den Sindersfeldern jetzt gewählten Weg mit entsprechenden Beschlüssen zu begleiten. Einen neuen Zeitplan für die angepeilten Umbauarbeiten gibt es noch nicht.

von Michael Rinde

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