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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

zum Glück für einen Handwerker ist Euer Karl ein geduldiger Mensch - sonst wäre dessen Handy nämlich durch ein Fenster geflogen.

Sprachen gerade über ein Projekt, als der Apparat auf einmal zu rappeln anfing. Mein Gegenüber brachte noch seinen Satz zu Ende, dann nahm er ohne Kommentar den Anruf entgegen und fing an zu sprechen.

Ging nun davon aus, dass der Kollege sich kurz fasst und seinen anderen Kunden darauf hinweist, dass er gerade auf einem Termin ist. Doch weit gefehlt: Nahm sich ausgiebig Zeit und begann sogar noch, zu philosophieren.

Auch nach dem Telefonat: Kein Wort der Entschuldigung in meine Richtung, keine Bitte um Verständnis. Nix. Als wäre nichts gewesen.

Und das Schlimme: Zweimal ging das in der folgenden Viertelstunde noch so. Stand kurz davor, die Nerven zu verlieren. Der Anstand gebührt es, kurz um Entschuldigung zu bitten, wenn man ein Gespräch unterbricht, um mit jemand anderem zu telefonieren. Und dann hält man sich kurz und ruft den anderen eben später zurück. So viel Zeit muss sein - auch in unserer schnelllebigen Welt, in der manche Menschen scheinbar immer und überall erreichbar sein müssen, Manieren nichts mehr zählen und die Gesprächskultur scheinbar der Geschichte angehört.

Und nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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