Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Licht für die Straße, nicht für den Garten

Investitionen Licht für die Straße, nicht für den Garten

Wenn die Stadt Kirchhain die Anträge pünktlich stellt, kann sie in diesem Jahr aus dem Kommunal-investionsprogramm (KIP) des Bundes und des Landes Hessen mit rund 1,8 Millionen Euro rechnen.

Voriger Artikel
Die Kapitänin der Grundschule geht von Bord
Nächster Artikel
Mächtig Zoff um weitere Stellen

Sie sparen Strom und halten erheblich länger: Sämtliche Straßenlampen in der Kernstadt und in den Kirchhainer Stadtteilen sollen auf LED-Technik umgestellt werden. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Wie diese Zeitung berichtet, soll das Geld zum überwiegenden Teil für energiesparende Investitionen ausgegeben werden. Bürgermeister Jochen Kirchner präzisierte am Montagabend vor dem Bau- und Planungsausschuss die Ziele der Verwaltung und nannte die Voraussetzungen, unter denen die Stadt überhaupt Zugang zu dem kurzfristig angekündigten Geldsegen bekommen hat.

Zielgruppe der Programme von Bund und Land seien „Kommunen in besonderen Haushaltslagen“, erklärte der Kämmerer. Kirchhain gehöre als Schutzschirm-Kommune dazu, weil die Stadt alle Auflagen aus dem Schutzschirm-Programm erfüllt habe.

Aus dem Bundesprogramm winken der Stadt knapp 1,37 Millionen Euro, deren Verwendungszweck - so der Bürgermeister - stark eingeschränkt ist. Der Löwenanteil dieses Betrags fließt in die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung. Laut Bauamtsleiter Volker Dornseif lassen sich für den veranschlagten Betrag von 1,153 Millionen Euro sämtliche Straßenlampen in der Kernstadt und den Stadtteilen auf die stromsparende und langlebige LED-Technik umrüsten.

35000 Euro werden für die energetische Sanierung des nur teilsanierten Verwaltungsgebäudes Am Markt 7 und 103500 Euro für die energetische Sanierung des Bauhofs veranschlagt. Am Bauhof soll, so der Bürgermeister, der Trakt mit den Büros und den Sozialräumen saniert werden. „Wer den Zustand dieses Gebäudes kennt, weiß um die Dringlichkeit“, erklärte Jochen Kirchner. 75000 Euro möchte die Stadt für die energetische Aufwertung der Krabbelstube Drosselweg 41a verwenden. „Das ,Schwalbennest‘ ist unsere Raumreserve für die U-3-Betreuung. Derzeit ist dort eine Gruppe untergebracht. Nach der Sanierung werden alle drei Gruppenräume nutzbar sein“, erläuterte Jochen Kirchner die Sinnhaftigkeit des Projekts.

94000 Euro zusätzlich für die Gemeindestraßen

Die 471000 Euro aus dem Landesprogramm sollen für weiter gefasste Verwendungszwecke investiert werden. 94000 Euro sollen zusätzlich in den Unterhalt der Straßen fließen. Die Sanierung von 2000 laufenden Metern Bordsteine sind mit 62000 Euro veranschlagt. 315000 Euro sind für die Erneuerung von 150 Straßeneinläufen vorgesehen.

Helga Sitt (Grüne) regte an, die Beton-Bordsteine durch Granit zu ersetzen, da die Beton-Elemente immer wieder kaputtgefahren würden. Bauamtsleiter Volker Dornseif entgegnete, dass die nur beim großflächigen Austausch von Bordsteinen sinnvoll seien, nicht aber beim Austausch einzelner beschädigter Elemente.

CDU-Fraktionschef Uwe Pöppler sprach von klugen und weitsichtigen Vorschlägen, die den Ergebnishaushalt entlasteten. Mit Blick auf die LED-Probleme in Marburg fragte er an, ob es ähnliche Probleme in Kirchhain gebe. Volker Dornseif verneinte dies. Bei den bislang 260 LED-Leuchten der Stadt seien keine Probleme mit einzelnen Bauteilen aufgetreten, wie dies in Marburg der Fall ist. Gleichwohl habe es sechs Beschwerden aus Emsdorf gegeben. „Es ist eben ein anderes Licht. Die LED-Lampen beleuchten die Straße und nicht den Garten“, deutete Dornseif den klassischen Beschwerdegrund an, den es auch schon in anderen Kommunen nach der Umstellung auf LED gab. Der Ausschuss nahm die Kirchhainer KIP-Pläne zur Kenntnis. Der Magistrat wird die Förderung fristgerecht beantragen.

Eine auf den ersten Blick harmlos anmutende Bebauungsplanänderung hat unter den Anwohnern der Straße Am Schmidtborn in der Kernstadt während der Offenlage hohe Wellen geschlagen. Er sei dankbar, in einer Demokratie leben zu dürfen, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Karl-Heinz Geil mit Blick auf die vielen schriftlichen Eingaben der Bewohner. Diese führte letztlich zu einer Anliegerversammlung, aus der der erste Stadtrat Dietmar Menz (CDU) dem Ausschuss berichtete. Nach emotionaler Debatte sei ein Kompromiss gefunden worden, der darauf abzielt, dass der bestehende Bebauungsplan weiter gilt, aber einem Anwohner die Möglichkeit gibt, sein Grundstück zu teilen und durch Zukäufe von Parzellen auf die für zwei Bauplätze erforderliche Größe zu erweitern. Für diesen Kompromiss ist eine erneute Offenlage des Bebauungsplans erforderlich, den der Ausschuss einstimmig beschloss.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr