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Lesen im 500 Jahre alten Kirchenbuch

Schweinsberg Lesen im 500 Jahre alten Kirchenbuch

Am Samstagnachmittag öffnet eine einmalige Ausstellung zur Geschichte Schweinsbergs, versehen mit vielen Exponaten und Bildern, die öffentlich bisher nicht zu sehen waren, erklären die Organisatoren.

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Dieses Foto entstand nach Angaben des Arbeitskreises um das Jahr 1900. Es zeigt den damaligen Schweinsberger Marktplatz. Privatfoto

Schweinsberg. Der Samstagabend gehört dem traditionellen Wallfest am Fuße der Burg Schweinsberg. Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der 800-jährigen Geschichte der Stadt Schweinsberg. Im Samtbau der Burg zeigt der Arbeitskreis „800 Jahre Schweinsberg „rund 200 historische Fotografien und zahlreiche Exponate. Monatelang hatten Arbeitskreis-Mitglieder um Bilder gebeten, ausgewählt, sie für die Ausstellung vorbereitet. „Wir haben mehr Bilder zusammenbekommen, als wir überhaupt zeigen können“, sagt Josef Becker vom Arbeitskreis. Unter den Bildern, die die Besucher sehen werden, sind auch einige historische Schätze, die vorher unbekannt waren. Sie stammen aus privaten Fotoalben.

Auch die Schenckenfamilie, die sich sehr für dieses Jubiläumsjahr Schweinsbergs engagiert, hat einige Exponate beigesteuert, die die Öffentlichkeit so bald nicht wieder zu sehen bekommen wird. Darunter ist zum Beispiel ein Kürass (Brustpanzer), wie Becker im Gespräch mit der OP schon mal verrät. Zwei wahre Kostbarkeiten stammen aus dem Archiv der evangelischen Kirchengemeinde. Sie zeigt das älteste Kirchenbuch, es stammt aus dem 16. Jahrhundert. „Da können Schweinsberger Familien wie die Fleischhauers, Hillmanns oder Spenglers nachschauen, wo ihre Wurzeln liegen“, sagt Josef Becker. Auch die Ortsgruppe des Nabu Hessen, die Feuerwehr und der Sportverein stellen Ausstellungsstücke bereit.

Unter den Schweinsbergern sei das Interesse an der Ausstellung bereits jetzt riesengroß. Darum hat der Arbeitskreis auch die Öffnungszeiten kurzfristig ausgedehnt. Die Ausstellung öffnet am Samstag um 14 Uhr und endet mit Beginn des Wallfestes am Fuße der Burg gegen 18 Uhr. Außerdem wird die Ausstellung auch am Sonntag von 11 bis 13 Uhr noch einmal zu sehen sein. Der ehrenamtliche Arbeitskreis will aber auch die Bilder würdigen und der Öffentlichkeit zugänglich machen, für die es im Samtbau am Wochenende keinen Platz geben wird. Derzeit wird über eine entsprechende Dokumentation nachgedacht. Der Ausstellungsaufbau läuft bereits seit Anfang der Woche.

Das eigentliche Wallfest ist aus Schweinsberg seit Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken. Um 17 Uhr gehört der Auftakt des Festes den Kleinen, die sich beim Geschicklichkeitsfahren mit dem Fahrrad vergnügen können. Und um 18 Uhr beginnt der eigentliche Dämmerschoppen. Wie im Vorjahr wird es wieder Livemusik geben. Dieses Jahr werde die „Kerry Blue Band“ spielen und natürlich werde auch ein Tanzboden aufgebaut, verspricht Torsten Schlote, der Vorsitzende des Schweinsberger Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Unterstützung gibt es wieder vom Sportverein Schweinsberg. Damit das Fest gelingen kann, sind allein rund 75 Helfer nötig.

Ein Kleinseelheimer Selbstvermarkter übernimmt wieder das Essensangebot, außerdem gibt es eine Cocktailbar.

Die beiden Schweinsberger Vereine, deren enge Zusammenarbeit das Fest am Leben erhält, erhoffen sich wie in den Vorjahren wieder rund 1000 Gäste. Das Wallfest zieht traditionell auch viele ehemalige Schweinsberger wieder in ihren früheren Wohnort.

von Michael Rinde

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