Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Lernwerkstatt will eine Ausstellung gestalten

Schule Lernwerkstatt will eine Ausstellung gestalten

Die Lernwerkstatt der Georg-Büchner-Schule setzte die Aufarbeitung der Stadtallendorfer Geschichte mit dem Besuch von Marisa Faussone und Willi Lechner fort.

Voriger Artikel
Die Landwirtschaft liegt Jochen Metz im Blut
Nächster Artikel
Schule überwand einige Hindernisse

Marisa Faussone und Willi Lechner standen den Schülern der Lernwerkstatt der Georg-Büchner-Schule Rede und Antwort.Foto: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Nach Dr. Giuseppe Faussone, der kürzlich die Ehrennadel der Stadt erhielt, waren die Frau des ehemaligen Betriebsleiters der Firma Ferrero und dessen Fahrer zu Gast an der Georg-Büchner-Schule.

Marisa Faussone hatte den Schülern zusammen mit ihrem Mann bereits ein Interview gegeben und von den Anfangsjahren in Allendorf erzählt. Trotzdem hatten die Schüler noch jede Menge Fragen.

Ein zentrales Thema waren die ersten Jahre in Deutschland, es ging aber auch um private Dinge wie die Kinder, ihre Lieblingsspeisen, ihr Alter oder die Frage, welche Sprachen sie spricht.

Auf die Frage, ob sie lieber in Italien oder in Deutschland lebe, antwortete Faussone: „Meine Heimat ist Italien, aber zu Hause bin ich in Deutschland. Wenn ich nach Italien komme, will ich Italienerin sein.“

Dr. Faussones Fahrer Willi Lechner war 41 Jahre lang für die Firma Ferrero gefahren. 1961 begann er bei der Firma, zwischendurch war er drei Jahre lang als Fernfahrer tätig. Das sei die Zeit gewesen, als Ferrero alles noch selbst abgeholt habe, erläuterte er.

Als „Fahrer des Chefs“ führten ihn viele Fahrten quer durch Deutschland. Zudem sei er unzählige Male nach Italien gefahren. Ein Jahr sei er abgestellt worden als Fahrer des jungen Pedro Ferrero, als dieser in Deutschland war: „Das war sehr aufregend, denn er hatte viel Geld und viel Faxen im Kopf.“

Willi Lechner zog eine positive Bilanz seines Berufslebens: „Für mich war es eine gute Zeit bei Ferrero.“ Er wisse viele teils abenteuerliche Geschichten zu erzählen. So habe Dr. Faussone ihn abends um 23.30 Uhr angerufen: „Willi, Du musst in die Schweiz fahren und Ware abholen“, habe er gesagt - denn der Fahrer, der die Ware von Italien nach Frankfurt zu einer Präsentation hatte bringen sollen, habe in der Schweiz einen Unfall gehabt. „Ich habe die Ware bei der Polizei abgeholt und war um 8.30 Uhr in Frankfurt“, berichtete Lechner stolz.

„Wir haben auch schon Bürger befragt, die aus dem Sudetenland stammen“, berichtete Lehrerin Marina Flanderka über die Arbeit der Lernwerkstatt. Sie meint, dass die Liste mit Leuten, die sie gerne einladen würden, lang sei. Unter anderem stünden ein Hodscha oder auch Arbeiter der Firma Fritz Winter darauf.

„Irgendwann“ soll die Projektarbeit der Schüler in einer Ausstellung münden - eventuell im Dokumentations- und Informationszentrum, kündigte die Lehrerin voller Optimismus an und ergänzt: „Die Schule möchte sich auch nach außen präsentieren.“

von Klaus Böttcher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr