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Leiterin krempelt das Museum um

Umgestaltung und Pläne Leiterin krempelt das Museum um

Das Amöneburger Museum und das Naturschutz-Informationszentrum sind besondere Einrichtungen, die bisher nur im selben Gebäude untergebracht waren, nun aber zusammenwachsen sollen.

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Dr. Astrid Wetzel (rechts) und Antje Pöschl sitzen in einer Vitrine und beraten über die Ausgestaltung.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Der Zusammenhang ist unverkennbar: Im Naturschutz-Informationszentrum (Niza) geht‘s um die Natur rund um die Amöneburg, im Museum um die Geschichte der Stadt. Bisher waren die beiden Einrichtungen Parallelwelten, die in einem Gebäude koexistierten. Das soll nun anders werden. Die beiden Leiterinnen krempeln die Aufmachungen jedenfalls komplett um - natürlich nach Absprache.

Und so ist es momentan quasi ein normales Bild, dass Antje Pöschl, die Leiterin des Museums, und Dr. Astrid Wetzel, die Leiterin des Niza, gemeinsam vor den derzeit leeren Vitrinen des Museums stehen und beraten, was sich für sie anbieten würde.

Zentraler Ansatz ist, dass sie das Konzept umdrehen: Bisher gab es im Erdgeschoss wissenschaftlich fundiertes und umfangreich erklärtes Spezialwissen, während im ersten Stock eher die allgemeinen Informationen und vor allem die Klassiker warteten, die bei den Besuchern stets auf großes Interesse stoßen: beispielsweise historische Kanonenkugeln oder „Anton“, das Skelett eines fränkischen Kriegers.

Diese „wirklichen Schätze“, wie Pöschl sagt, wandern nun ins Foyer, den einzigen Raum, in dem wirklich Platz ist - und in dem, nun, da es ausgeräumt ist, auch Besonderheiten zur Geltung kommen: So sind derzeit beispielsweise die verschiedenen Fachwerk-Arten zu sehen - die bisher hinter einem historischen Flug versteckt und nicht zur Geltung gekommen waren.

Nicht mehr benötigte Exponate werden magaziniert.

Die Ausstellung soll sich künftig an der Amanaburch-Tour orientieren - der zertifizierten und vor allem beliebten Amöneburger Wanderroute. Und so führt sie in einem Raum von fränkischen Gräbern am Schluss vorbei zu den keltischen Funden am Sportplatz. Weiter geht‘s über die Wenigenburg und das Ziegenprojekt zu den Ohmwiesen im Diorama - ein Punkt, an dem zum Beispiel auch Exponate aus dem Niza zu sehen sind.

Steinzeitliche Siedlungen, die Basaltwand, die Lindaukapelle samt mittelalterlicher und vorgeschichtlicher Wüstungen, das Kloppwerk und die Radenhäuser Lache sind weitere Stationen, der besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Ein Augenmerk liegt dabei darauf, die bisher umfangreichen schriftlichen Infos zu reduzieren. Nicht mehr benötigte Exponate werden derzeit magaziniert.

„Das ist eine geniale Idee, die Tour und das Museum zu verbinden. Viele Punkte auf dem Wanderweg sind ausgeschildert - und im Museum können die Menschen noch Hintergrund­infos bekommen. Das ist perfekt“, lobt Bürgermeister Michael Plettenberg die Pläne.

Eröffnung: Sonntag, 15 Uhr

Erstmals zu sehen ist die neu konzipierte Ausstellung am kommenden Museumssonntag. Eröffnung ist um 15 Uhr.

nDas Jahresprogramm des Niza hat bereits begonnen. Besonderheit in diesem Jahr ist, dass sich die Einrichtung an den „Aktionstagen Biologische Vielfalt“ (3. bis 15. Juli) der Region Marburg beteiligt. Dann gibt es verschiedene Veranstaltungen, die mit einem Film als „Tandemaktion“ ergänzt werden.

Das Niza bietet - neben seinem Jahresprogramm - am Freitag, 8. Juli, eine Paddeltour auf der Lahn an, am Samstag, 9. Juli, eine Radtour ins Schweinsberger Moor sowie am Sonntag, 10. Juli, eine Exkursion zu den „Wasserdrachen“ - den Libellen. Start ist jeweils in Marburg.

Ansonsten finden sich zahlreiche bewährte Veranstaltungen im Kalender wieder - aber auch eine Exkursion in die Welt der Pilze, die - wie im vergangenen Jahr - wieder mit einer Verkostung in der Brücker Mühle enden soll.

Das Museum und das Niza sind an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.amoeneburg.de

von Florian Lerchbacher

Jahresprogramm des Naturschutz-Informationszentrums
  • Sonntag, 12. Juni, 14 bis 16 Uhr (Treffpunkt Naturerlebnis Erlensee): Blätterrauschen – mit Astrid Wetzel zu den Bäumen des Jahres.
  • Sonntag, 3. Juli, 14 bis 15.30 Uhr (Radenhäuser Lache): Blick auf ein Storchennest – mit Robert Cimiotti und Tobias Ochmann.
  • Sonntag, 10. Juli, 11 bis 12.30 Uhr (Erlensee): Libellen im Naturerlebnis – mit Astrid Wetzel und Monika Schütz.
  • Sonntag, 4. September, 14 bis 15 Uhr (Radenhäuser Lache): Phänomen Vogelzug – mit Robert Cimiotti.
  • Sonntag, 11. September, 14 bis 16.30 Uhr (Brücker Wald): Bunte Welt der Pilze – mit Gerhard Guthöhrlein.
  • Sonntag, 16. Oktober, 11.30 bis 16.30 Uhr (Brücker Mühle): ­Nizaround – Radtour mit Astrid Wetzel.
  • Sonntag, 23. Oktober, 17.30 bis 18.30 Uhr (Schweinsberger Moor): Der Himmel voller Stare? Mit Robert Cimiotti und Tobias Ochmann.
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