Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Leerstand löst sich weitgehend auf

Immobilien wieder gefragt Leerstand löst sich weitgehend auf

Die Niedrigst-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank hat der Stadt Rauschenberg geholfen, ein einst gravierendes Problem zu minimieren: den Leerstand von Häusern.

Voriger Artikel
Nach der Einstellung des Verfahrens wird‘s kurios
Nächster Artikel
Keine Gegenleistung, nur „Erwartungen“

Obwohl der Josbacher Posthof reichlich Patina angesetzt hat, ist die Schönheit des Baudenkmals auf den ersten Blick zu erkennen. Das ursprünglich zum Ensemble gehörende Wohnhaus im Hintergrund ist bereits restauriert. Fotos: Matthias Mayer

Rauschenberg. „Alle zuletzt leerstehenden Häuser in der Kernstadt, die sofort bewohnbar sind, haben Käufer gefunden. Und die Preise für Wohnraum ziehen wieder an“, sagte Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) im Gespräch mit der OP. In Bracht gebe es keinen Leerstand. In dem Zuzugsdorf werde noch in diesem Jahr das geplante Neubaugebiet bebaubar sein. In Schwabendorf stünden zwei Häuser und in Ernsthausen vier Häuser leer. Die verwaisten Häuser in Ernsthausen - darunter zwei kleine Anwesen - stünden zum Verkauf. Und in Albshausen seien zwei leerstehende Häuser verkauft worden, sagte der Bürgermeister.

Die erfreulichste Nachricht auf diesem Sektor kommt aus dem Stadtteil Josbach, dem Wohnort des Bürgermeisters. Dort hat eine aus Mutter und Sohn bestehende Käufergemeinschaft den alten Posthof gekauft mit dem Ziel, das prächtige Gebäude-Ensemble in einem Zeitraum von rund zehn Jahren zu restaurieren, wie Michael Emmerich berichtete.

Das verwaiste und sichtbar beschädigte Hof-Ensemble hatten nicht wenige Josbacher bereits abgeschrieben - zu groß erschien der Aufwand zur Rettung des Anwesens, das zu den herausragenden Baudenkmälern gehört. Der Dehio, das Standardwerk für deutsche Kunstdenkmäler, erwähnt in Josbach neben der Kirche nur den Posthof. Die Autoren würdigen die stattliche Fachwerk-Gruppe und die reiche Rokoko-Haustür des ursprünglich verschindelten Haupthauses. Dessen beide Untergeschosse taxieren die Fachleute auf den Anfang des 18. Jahrhunderts, das Obergeschoss mit Mansarddach für 1790. Zu dem herrschaftlichen Ensemble gehört auch ein abgetrenntes Wohnhaus mit Freitreppe und klassizistischer Tür, das laut Dehio um 1800 erstand. Dieses links vom Posthof stehende Gebäude wurde vor Jahren vorbildlich restauriert.

Hier wechselten die Postillone die Pferde

Die Gebäude stehen an der Alten Heerstraße, die bis zum Bau der Umgehungsstraße Bestandteil einer der wichtigsten deutschen Handelsstraßen war. Im Posthof wechselten die Postillone die Pferde oder sie spannten dort zwei weitere Pferde vor ihre Postkutschen, um die Anstiege Richtung Lischeid und Gilserberg bewältigen zu können.

Der Posthof habe bereits einen Anschluss an das Josbacher Nahwärmenetz erhalten, sagte Michael Emmerich, der sich weitere Idealisten wie die neuen Posthof-Eigentümer und wie Helmut Nau und Markus Semmler wünscht, die in der Kernstadt bereits das zweite Baudenkmal restaurieren. Denn ganz frei von Sorgen ist die Stadt in Sachen Leerstand noch nicht. Die Problemfälle seien in der Kernstadt die Häuser Marktstraße 7 und 15. Das Haus Nummer sieben sei inzwischen für herrenlos erklärt worden. Für die Marktstraße 15 mache die Stadt einen zweiten Anlauf, in ein Förderprogramm des Bundes zu kommen.

Das inzwischen deutlich verbesserte Image Rauschenbergs als Familien- und Wohnstadt ist für den Bürgermeister ein wichtiger Baustein für die gute Lage auf dem städtischen Immobilienmarkt. Für die spiele Rauschenbergs führende Rolle bei den Erneuerbaren Energien ­eine sehr große Rolle.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr