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Lebensnahe Geschichte zum Anfassen

Schwabendorf Lebensnahe Geschichte zum Anfassen

Ab Sonntag ist das lebende Freiluft-Museum um eine Attraktion reicher: Ab 13 Uhr wird die „Alte Schmiede“ im Rahmen eines Festes zum Kreismuseumstag erstmals für das Publikum geöffnet.

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Das Foto entstand vor der Sanierung der Schwabendorfer Schmiede. Inzwischen ist insbesondere die Dachkonstruktion in einem vertrauenswürdigen Zustand . Archivfoto: Karin Waldhüter

Schwabendorf. Der erste Eindruck beim Betreten des alten Gemäuers, das gegenüber der Kirche steht: Authentischer geht es nicht. Im schummrigen Licht zeigt sich ein Arbeitsplatz, wie er schon vor Jahrhunderten für einen Dorfschmied kaum anders ausgesehen hat. Allein eine elektrische Schleifmaschine und eine elektrische Metallsäge zeugen davon, dass noch bis ins Jahr 1990 hier geschmiedet wurde.

An den Wänden hängen ganze Batterien von Schmiedehämmern, Spezialzangen und sonstigen Werkzeugen. Auf dem Natursteinpflaster-Boden stehen zwei mächtige Ambosse. Die Esse wirkt so, als wäre sie gerade erst erkaltet. Nur der mächtige Blasebalg an der Decke ist nicht mehr funktionstüchtig. „Wir haben im Museum noch einen anderen Blasebalg, den können wir nutzen“, sagt Gerhard Badouin, der Vorsitzende des Arbeitkreises für Hugenotten- und Waldenser-Geschichte.

Unter Federführung dieses Vereins wurde in den vergangenen beiden Jahren die 101 Jahre alte Schmiede mit kleinem Budget und großer Tatkraft saniert. Wichtigste Arbeit: Die baufällige Rückseite des Baudenkmals bekam einen schützenden Dachüberstand.

Für Gerhard Badouin ist es ein Glücksfall, dass die alte Schmiede mit dem kompletten Inventar zur richtigen Zeit erworben wurde. Und er sieht es als Gewinn an, dass die Schmiede dort steht, wo der gerade zum europäischen Kulturpfad ernannte Hugenotten- und Waldenserpfad die Schwabendorfer Ortslage erreicht.

Umgesetzt wurde das Projekt mithilfe von Zuschüssen aus dem Programm „Regionale Wertschöpfung“, vom Landesamt für Denkmalpflege, von der Stadt Rauschenberg und mit Eigenmitteln des Vereins.

Gefeiert wird die offizielle Einweihung am Sonntag ab 13 Uhr mit einem kleinen Volksfest. Zum Rahmenprogramm im und am Festzelt gehören unter anderem eine Verlosung und ein Hufeisenwurf-Wettbewerb für Kinder. Zeitgleich ist auch das Museum im Daniel-Martin-Haus mit seiner großen Sammlung zur Geschichte der Hugenotten und Waldenser und der 326-jährigen Geschichte Schwabendorfs geöffnet.

von Matthias Mayer

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