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Lebensmittelhandel in der Alten Schule?

Interessenten in Rauschenberg Lebensmittelhandel in der Alten Schule?

Die Bemühungen der Rauschenberger Kommunalpolitik um die Belebung der Altstadt und die Reduzierung des Leerstand führt möglicherweise zu einem weiteren Erfolg.

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Rauschenbergs Alte Schule könnte Standort eines kleinen Lebensmittelmarktes werden. Das ehemalige Schlecker-Gebäude ist dazu offenbar ungeeignet. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Das deutete Bürgermeister Manfred Barth (parteilos) während der jüngsten Stadtverordnetensitzung im Schwabendorfer Dorfgemeinschaftshaus an. Barth berichtete vom Interesse der Handelskette Tegut und der Marburger Lebenshilfe, in der Altstadt einen so genannten Dorfladen zu betreiben. Der dafür von der Stadt favorisierte Standort im ehemaligen Ladenlokal des Schleckermarktes genüge leider nicht dem Tegut-Anforderungsprofil, zu dem unter anderem eine Mindestverkaufsfläche von 100 Quadratmetern gehöre.

Die Alte Schule könne nach Angaben des Bürgermeisters ein Standort sein. Allerdings müsste dann das komplette Erdgeschoss des Gebäudes für den Laden geräumt werden. Wie Barth weiter berichtete, hat neben Tegut/ Lebenshilfe auch ein Privatmann sein Interesse angemeldet, einen solchen Laden in der Altstadt zu betreiben.

Der aus Kirchhain stammende Einzelhandelsexperte Heiner Dippel hatte im vergangenen Jahr vor einem Rauschenberger Parlamentsausschuss vor einem solchen Laden in der Altstadt mit Blick auf die „ausgezeichnete Lebensmittel-Versorgung der Kernstadt“ gewarnt. Schon der Lebensmittelmarkt am Stadtrand sei für die Kernstadt allein überdimensioniert. Hinzu kämen Metzgerei und Bäckerei in der Altstadt. Deren Bestand werde nach seiner Überzeugung durch einen weiteren Lebensmittelmarkt im Zentrum gefährdet. Die Beseitigung eines Leerstandes könne somit weitere Leerstände produzieren, hatte Dippel gesagt.

Einen weiteren drohenden Leerstand möchte die Dorfgemeinschaft des Stadtteiles Bracht unbedingt verhindern: den ihrer Grundschule. Im Entwurf für den Schulentwicklungsplan des Landkreises war die Außenstelle Bracht ab dem Schuljahr 2016/2017 für die Schließung vorgesehen, weil laut einer Prognose ab diesem Zeitpunkt die Zahl der Schüler nicht mehr für eine zweiklassige Grundschule ausreicht. Schulgemeinde, Ortsbeirat, Kindergarten, Vereine und Kirche hatten daraufhin Initiativen für den Erhalt der Grundschul-Außenstelle gestartet und auch einen Vorschlag zur Lösung des Problems gemacht: Die Schaffung einer Wahlmöglichkeit für die Eltern im benachbarten Schwabendorf, ob sie ihre Kinder in Rauschenberg oder in Bracht einschulen lassen.

Nach positiven Rückmeldungen von Schuldezernent Dr. Karsten McGovern und aus der Grünen-Kreistagsfraktion hatte sich in Bracht Zuversicht breit gemacht, die nun einen herben Dämpfer erhielt. Die Brachter Stadtverordnete Karin Lippert (FBL) kritisierte im Namen des Ortsbeirats, dass im Schulentwicklungsplan dennoch sechsmal die Notwendigkeit der Schulschließung betont werde. Lediglich in den Ergänzungen zu der Einzeldarstellung der Schulstandorte werde eine erneute Prüfung der Sachlage in Bracht in Aussicht gestellt. Insgesamt fänden die Anregungen des Stadtparlaments in dem Papier zu wenig Beachtung, klagte Lippert, die dazu aufrief, die Bemühungen noch zu intensivieren. Zu diesem Zweck soll sich die Arbeitsgemeinschaft am 4. März um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Bracht treffen.

von Matthias Mayer

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