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Lautlose Jäger am nächtlichen Himmel

Nacht der Fledermäuse Lautlose Jäger am nächtlichen Himmel

Die Umwelt- und Naturschutzgruppe Momberg beteiligte sich an der europaweiten Fledermausnacht. Eine Biologin aus Marburg leitete eine informative Exkursion.

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Eine Fledermaus jagt vor dem nächtlichen Himmel nach Insekten.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Momberg. Sie kann mit den Ohren sehen, wird durch das Ausbreiten ihrer Flügel um ein Vielfaches größer und isst in nur einer Nacht Mengen von bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts. Gerade die Kinder machten große Augen, während die Biologin Sabine Schade vom Leben der Fledermäuse erzählte.

Insgesamt waren rund 50Interessierte ins Momberger Wirtshaus gekommen, um etwas über die sagenumwobenen Säugetiere zu erfahren. Die Expertin aus Marburg brachte zusätzlich zu ihrem Vortrag eine lebendige Fledermaus mit, die einen verletzten Flügel hat und deshalb seit einiger Zeit von Schade gepflegt wird. „Ich finde es faszinierend, wie diese Tiere lautlos neben uns herleben“, erklärte sie im Gespräch mit der OP.

Um deren Gegenwart aber zumindest erahnen zu können, hatte die Biologin einen speziellen Detektor mitgebracht, der die hochfrequenten Ultraschalllaute der Fledermäuse für das menschliche Ohr hörbar macht. Mithilfe dieser Laute kann sich die Fledermaus während ihrer nächtlichen Flüge orientieren und Insekten orten, die sie in großen Mengen vertilgt. „Die Fledermaus macht sich damit ein Hörbild“, sagte Sabine Schade.

Auf der Suche nach einem Winterquartier

So stand die Gruppe gespannt vor dem Feuerlöschteich in Momberg und lauschte dem modernen Gerät, das immer dann ein regelmäßiges Knacken hervorbrachte, wenn sich eine Fledermaus in der Nähe befand. Und durch den Lichtkegel einer Taschenlampe sahen die Zuschauer das Tier tatsächlich einige Male hindurch fliegen. Schon nach Bruchteilen einer Sekunde verschwand es allerdings wieder im Dunkel der Nacht.

In diesen Tagen sind die meisten Fledermäuse dabei, sich ein passendes Winterquartier zu suchen. Ab November beginnt für sie der sechsmonatige Winterschlaf. Bis dahin reiche ihnen aber, wie Schade referierte, eine Bretterverschalung oder ein kleiner Riss in Hauswänden, um Unterschlupf zu finden. Andere Gesellen ihrer Art kampieren in Bäumen. Laut der Biologin lassen sich in dieser Region vier bis fünf verschiedene Arten finden. Am häufigsten aber komme die Zwergfledermaus vor. Die Umwelt- und Naturschutzgruppe Momberg hatte die Exkursion organisiert.

Fledermäuse sind "eine High-Tech-Art"

Bereits im vergangenen Dezember gab es einen Vortrag zu diesem Thema, der laut dem Vorsitzenden Michael Krieger „sehr gut ankam“. Deshalb entschloss sich der Verein, Fledermäuse erneut in den Fokus zu rücken. „Mit ihrer Lebensgewohnheit, nachts zu jagen, sind sie eine High-Tech-Art“, sagte Krieger. Und mit ihrem Hunger auf Mücken und Fliegen glichen die Fl den Insektenhaushalt aus. Deshalb wolle sich der Verein künftig auch um den Schutz der Fledermaus-Arten kümmern.

Über dies und weitere Projekte informiert die Umwelt- und Naturschutzgruppe Interessenten an jedem ersten Dienstag im Monat ab 20 Uhr im Momberger Wirtshaus.

von Yanik Schick

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