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Landwirtschaft zum Anfassen

Grundschule Wohra Landwirtschaft zum Anfassen

Einen Schultag lang tauschten 27 Schüler der Grundschule Wohra ihr Klassenzimmer mit dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Leonhäuser.

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Stefan Leonhäuser (links) zeigte den Schülern, welche Maschinen für die Arbeit auf dem Feld nötig sind.Foto: Karin Waldhüter

Wohra. Es geht um forschendes Lernen, Getreide riechen und schmecken und hautnahe Erfahrungen: Zwei Monate lang beschäftigten sich die 27 Grundschüler der dritten und vierten Klassen mit dem Thema „Vom Korn zum Brot“. Anstatt in der Schule haben es sich die Schüler der Grundschule Wohra an diesem Tag auf einem riesigen Strohhaufen in der Maschinenhalle des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie Leonhäuser gemütlich gemacht. Junglandwirt Stefan Leonhäuser berichtet informativ von seiner Arbeit als Landwirt. Die Besonderheit: Alle Maschinen können die Schüler in der Halle oder dahinter direkt in Augenschein nehmen und anfassen. Stefan Leonhäuser erläutert vom Mähdrescher bis Seitenegge und Kornverladeschnecke den Gebrauch des Arbeitsgeräts. Aufgeteilt in die Gruppe der „Luchse“ und in die der „Pumas“ folgen die Schüler konzentriert den Ausführungen. „So einen Düngestreuer, den kenn ich“, ruft einer der Schüler. Dreißig Meter misst der Ausleger des Düngestreuers, was alle Kinder mächtig beeindruckt. Viele Fragen beschäftigen die Kinder beim Betrachten der großen Maschinen und während der Besichtigung der Getreidehalle. „Kann man aus Raps auch Bier brauen“, will zum Beispiel Paula beim Betrachten des hohen Rapsberges wissen. Birgit und Friedhelm Leonhäuser zeigen den wissbegierigen Schülern nicht nur, wie aus Korn Mehl wird, sondern auch wie die verschiedenen Getreidesorten und die dazugehörigen Keimlinge aussehen. Während der zweimonatigen Projektzeit lernten die Schüler bereits andere heimische Betriebe kennen. Zunächst besichtigten die Schüler die Struthmühle in Gemünden und kauften dort Mehl für die Weihnachtsbäckerei ein. In Langendorf wurde im Backhaus Brot gebacken. Ebenfalls in Langendorf besichtigten die Schüler die Schweinefarm der Familie Müller. Zum Abschluss steht noch ein Ausflug zum Bauer Wilfried Winter in Wohra auf dem Programm, der den Kindern die Winteraussaat und die Verwendung von Stroh zeigen wird.

Für Klassenlehrerin Maria Bormann bedeutet das projektorientierte Lernen vor allem nachhaltiges Lernen. „Die Kinder lernen mit allen Sinnen. Verbunden mit positiven Emotionen lernen die Kinder mit mehr Nachhaltigkeit. Sie werden diesen Tag sicherlich so schnell nicht vergessen“, verdeutlicht Bornmann. „Die Kinder lernen den Beruf des Bauern wert zu schätzen, verstehen die vielfältigen Zusammenhänge besser und erkennen die Unterschiede von früher zu heute“, ergänzt Bormann.

von Karin Waldhüter

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