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Landrätin Fründt und Bürgermeister Kirchner einigen sich auf Kompromiss

Infoveranstaltung zu Kirchhainer Notunterkunft Landrätin Fründt und Bürgermeister Kirchner einigen sich auf Kompromiss

Rund 500 Besucher verfolgten am Freitagabend die Informationsveranstaltung zum vom Kreis ausgewählten Standort für eine Flüchtlings-Notunterkunft in Kirchhain.

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Rund 500 Menschen verfolgten die Informationsveranstaltung im Kirchhainer Bürgerhaus.

Quelle: Nadine Weigel

Kirchhain. Wie die OP berichtete, lehnte die in die Planung nicht eingebundene Stadt Kirchhain den Standort „alter Rewe-Markt“ in der Straße Im Riedeboden verhement ab. Das machte Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner, der ein Alternativkonzept vorgeschlagen hatte, am Freitagabend noch einmal deutlich.

Entsprechend aufgeheizt war die Stimmung unter Teilen der Besucher. Immer wieder gab es Zwischenrufe. Landrätin Kirsten Fründt erntete zu Beginn mehrfach „Pfui“-Rufe, wenn sie versuchte, die Standortwahl des Kreises zu begründen. Während der Fragemöglichkeit zeigten mehrere Bürger ihren Unmut darüber, dass der Kreis die Stadt bei der Auswahl eines Standortes nicht einbezogen hatte.

Zwei Standorte: "alter Rewe-Markt" und Markthalle

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner hatte im Vorfeld unter anderem kritisiert, dass am und in dem früheren Einkaufsmarkt 400 Menschen untergebracht werden sollen. In der Versammlung machte er den Kompromiss-Vorschlag, diese Zahl auf zwei Standorte in Kirchhain aufzuteilen, um die Situation zumindest zu entzerren.

Fründt akzeptierte den Vorschlag nach kurzer Rücksprache mit einem Vertreter des Regierungspräsidiums Gießen, der bei der Veranstaltung ebenfalls auf dem Podium saß. Offenbar wird nun eine weitere Leichtbauhalle an der Markthalle entstehen, die ebenfalls in die Pläne mit einbezogen werden soll. Einzelheiten müssen nun noch geklärt werden. Nach dieser Aussage beruhigte sich die Stimmung unter den Besuchern etwas.

Aufträge sind bereits vergeben

Viel Spielraum hat die Landrätin offensichtlich aus mehreren Gründen nicht. Wie sie auf Nachfrage eines Zuschauers erklärte, sind die Aufträge für die geplanten Notunterkunfts-Standorte in Kirchhain, Wenkbach und Dautphetal bereits vergeben. Ein Unternehmer baut die Leichtbauhallen und richtet sie ein, das Land übernimmt die Einrichtungen und vergibt sie an Betreiber.

Mehrere Kirchhainer Bürger machten in der Veranstaltung klar, dass sie sich ehrenamtlich für die zu erwartenden Flüchtlinge engagieren wollen.

Der Kreis stellt sich derzeit darauf ein, kurzfristig weitere rund 1000 Flüchtlinge unterzubringen, sobald der entsprechende Einsatzbefehl aus dem Innenministerium kommt. Wann die Weisung aus Wiesbaden kommt, ist nach wie vor offen. Sollten die geplanten Quartiere zu diesem Zeitpunkt nicht fertig sein, so wird der Kreis übergangsweise doch auf Turnhallen oder Bürgerhäuser zurückgreifen müssen – was mit der jetzt verfolgten Konzeption verhindert werden soll. Auf dem Podium saßen neben Fründt und Kirchner außerdem Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, Manfred Becker, Abteilungsleiter Soziales im Regierungspräsidium Gießen und Heinz Frank, Leiter der Polizeistation Stadtallendorf.

  • Ein ausführlicher Bericht folgt.

von Michael Rinde

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