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Land legt sich auf Wegeführung fest

Hessen-Kaserne Land legt sich auf Wegeführung fest

Nach gerade einmal 45 Minuten war die nunmehr dritte Informationsveranstaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Teilen der Hessen-Kaserne am Mittwoch beendet.

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Besucher verfolgten gestern Abend die Veranstaltung in der Stadthalle. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Es fiel Manfred Becker, Abteilungsleiter beim Regierungspräsidium Gießen, zu, die am 24. November offengebliebene zentrale Frage zu beantworten: Welchen Fußweg nehmen die Menschen, die in Teilen der Hessen-Kaserne zukünftig leben? Das Land hat sich darauf festgelegt, dass die Flüchtlinge letztlich durch die Kaserne über einen ausgebauten Weg durch das Gelände des früheren Mobilmachungs-Stützpunktes über die Scharnhorststraße in die Stadt gelangen werden. Wie die OP im Anschluss an die Veranstaltung erfuhr, ist diese Wegeführung etwa einen Kilometer länger als die bisher im Raum stehende Variante über einen Waldweg bis zum Schmiedeweg in der Rohrborn-Siedlung. Von der Kaserne aus war eine Fußgängerbrücke zum Waldweg geplant, der Weg sollte dann befestigt und beleuchtet werden. Wegen dieser Planungen hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet (diese Zeitung berichtete).

Zu Beginn berichtete Bürgermeister Christian Somogyi über die Gespräche, die es in den vergangenen Wochen gab. Dabei sei es um die Sicherheit der Flüchtlinge, die Belange der Bundeswehr, aber ebenso auch um das Sicherheitgefühl der Stadtallendorfer Bürger gegangen. Becker erläuterte, dass eine Abwägungsentscheidung getroffen worden sei. Gegen die Variante Waldweg/Schmiedeweg hat laut Becker unter anderem der Zustand des Waldweges wie auch die Nähe zum Bahndamm gesprochen. Becker saß bei der Informationsveranstaltung vom 24. November unter den Zuhörern. Zu diesem Zeitpunkt habe es noch keine Entscheidung über die Wegeführung gegeben. Bisher nutzen die aktuell rund 530 Flüchtlinge in den Katastrophenschutz-Zelten am Bundeswehr-Hallenbad die Artilleriestraße als Weg. Die Bundeswehr hatte jedoch früh klargemacht, dass das für sie keine Lösung sein kann. Das erwähnten während der Veranstaltung sowohl Somogyi als auch Becker. Er verwies auf den Fahrzeugverkehr auf der Artilleriestraße. Über sie wird weiterhin der gesamte Bus- und Lieferverkehr für die Flüchtlingsunterkünfte führen. Hinzu kommen die Bundeswehr-Fahrzeuge. Die Bundeswehr habe klargemacht, dass es keine Einschränkung für den Kasernenbetrieb geben dürfe, so Becker. Auf die Frage eines Bürgers erläuterte er, dass an der derzeitigen Hauptzufahrt in Zukunft keine Fußgänger mehr durchgelassen werden sollen. Der Sicherheitsdienst und die Mitarbeiter der Einrichtung werden entsprechend angewiesen.

Der Zugang erfolgt über ein noch zu schaffendes Tor an der Kaserne. Durch Zäune soll mit Rüstungsaltlasten und Munition belastetes Gelände abgesichert werden. Becker ist sicher, dass die Flüchtlinge den Umweg akzeptieren werden. „Es sind Menschen, die über die Balkanroute oder durch die libysche Wüste laufen mussten, um hierherzukommen“, sagte er.

Nicht alle applaudierten während der Veranstaltung, als sie von der Entscheidung des Landes hörten. Eine Anwohnerin aus der Scharnhorststraße wurde drastisch. Sie fand die jetzige Entscheidung schlicht „zum Kotzen“.

Wolfgang Ziegenhain vom Hessischen Baumanagement stellte den Stand der Arbeiten in den aktuell fünf Gebäuden vor, die die Bundeswehr dem Land überlassen hat. Bis zum 18. Dezember will die Bauverwaltung die Unterkünfte an das Regierungspräsidium übergeben.

Manfred Becker betonte auf Nachfrage der OP, dass das Zeltcamp nach Umzug der Menschen komplett abgebaut werden wird.

Ärger über durch den Kreis angemietete Häuser

Ein Bürger brachte am Ende einen ganz anderen Punkt zur Sprache. In der Moldaustraße lebten seit 1. Dezember ebenfalls Flüchtlinge. „Warum hat uns Anwohner darüber keiner informiert?“, fragte er in Richtung Bürgermeister. Der machte klar, dass der Kreis das betreffende Gebäude angemietet hat - und zwar ohne die Stadt Stadtallendorf vorher zu unterrichten. Gleiches trifft auf das Haus einer früheren Diskothek in der Niederrheinischen Straße zu. Etwa zehn Flüchtlinge sind dort laut Somogyi vom Kreis untergebracht. Inzwischen habe sich der Landkreis bei der Stadt für sein Vorgehen entschuldigt.

Somogyi erinnerte daran, dass in den Vereinbarungen mit dem Landkreis ein anderes Vorgehen festgeschrieben ist. Er machte auch klar, dass die Ordnungsbehörde der Stadt genau hin­sehen wird, wie viele Menschen in den betreffenden Gebäuden leben werden.

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