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Kurzer Draht zu Soldaten

Parlamentarischer Abend Kurzer Draht zu Soldaten

Brigadegeneral Volker Bescht informierte Kommunalpolitiker über Entwicklungen bei der Division Spezielle Operationen und am Bundeswehr-Standort.

Stadtallendorf. Der parlamentarische Abend war in früheren Zeiten eine regelmäßige Einrichtung. Durch die Umstrukturierung der Bundeswehr war er etwas in Vergessenheit geraten. „Im vergangenen Jahr haben wir die Tradition wieder aufleben lassen“, betonte Stadtverordnetenvorsteher Hans-Georg Lang bei der Begrüßung. Nach dem ersten Treffen im Offiziersheim kamen die Soldaten und Kommunalpolitiker in der Stadthalle zusammen. Bürgermeister Christian Somogyi präsentierte den Standort Stadtallendorf, erklärte die Wohnsituation, das Vereinsleben, die Kinderbetreuung und ging auf die interessante Geschichte der Stadt ein. Er verdeutlichte die wirtschaftliche Situation ebenso wie die Verkehrsprobleme oder die Schulsituation. Auf die Bundeswehr eingehend sagte er: „Die Bundeswehr prägt unser Stadtbild und ist ein Aktivposten. Stadtallendorf ohne Bundeswehr kann man sich nicht vorstellen.“

Der stellvertretende Divisionskommandeur General Volker Bescht erklärte, dass die Soldaten ein hohes Interesse am Standort Stadtallendorf hätten. Viele seien aufgrund von Personalwechsel noch nicht lange am Ort.

Gespannt lauschten die Stadtallendorfer Politiker den lebhaften Ausführungen des Generals. Er verdeutlichte die Aufgaben der Division Spezielle Operationen (DSO), zu der heute rund 10 000 Soldaten gehören, die auf fünf Bundesländer verteilt stationiert sind. „Wir sind ständig in Einsätzen“, erklärte Bescht. Teile der Division seien wie die Feuerwehr in ständiger Bereitschaft. So müssten militärische Evakuierungen innerhalb von 24 Stunden beginnen. Bei schnellen Anfangsoperationen müsse das Vorauskommando innerhalb von fünf Tagen in Aktion sein. Die Hauptkräfte hätten 15 Tage Zeit. Aus eigener Erfahrung berichtete er von dem Einsatz in Libyen, wo man innerhalb von 20 Stunden im Einsatz war.

Auch Bundeswehrsaniert ihr Hallenbad

Bescht informierte über die Umstrukturierung von der jetzigen DSO und DLO (Division luftbewegliche Operationen) zur DSK (Division schnelle Kräfte). Die Umgliederung erfolgt von 2014 bis 2016. Nach der Umgliederung gehören noch 8600 deutsche und etwa 2100 niederländische Soldaten der neuen Division Schnelle Kräfte an. Eine niederländische luftbewegliche Brigade wird in die DSK integriert. Das Stadtallendorfer Luftlandefernmeldebataillon wird abgespeckt und das Heeresmusikkorps wird aus der Division ausgegliedert. Der General machte deutlich, solange es die DSO oder die DSK gebe solle Stadtallendorf ihr zentraler Standort bleiben.

In seiner Eigenschaft als Standortältester ging General Bescht auf die Standorteinrichtungen ein. Die Schießanlage sei für 350 000 Euro saniert worden und biete die neuste Technik. Die Sanierung des WASAG-Geländes werde in den nächsten Jahren 36 Millionen Euro verschlingen. Die Sanierung des Standorthallenbades könne möglicherweise 2016 beginnen, erklärte Bescht. Deshalb könne er die mögliche Nutzung während der Sanierung des städtischen Bades nur für kurze Zeiträume zusagen.

von Klaus Böttcher

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