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Kurz und knapp - aber informativ

Verschönerung II Kurz und knapp - aber informativ

Touristen aufgepasst! Der Arbeitskreis Dorfentwicklung hat die historisch bedeutsamsten Gebäude Mardorfs mit Infotafeln ausgestattet und macht den Rundgang durch das alte Dorf noch einfacher.

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Karl-Heinz Kräling (von links), Otmar Schick, Dagmar Stabenow-Kräuter, Peter Hörl und Inge Eismann-Nolte machen Mardorfs Gebäude informativer.Foto: Florian Lerchbacher

Mardorf. Kurz und knapp sind die Texte auf den Schildern, die Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung an den historischen Gebäuden aufgehängt haben. Aber sie enthalten alle wesentlichen Informationen. So sind am Geburtshaus von Prof. Dr. Eduard Schick zum Beispiel die wichtigsten Daten seines Lebens abzulesen. Am ersten Pfarrhaus wird unter anderem über einen längeren Streit zwischen Pfarrern und Gemeinde berichtet. An der Kirche hängen gleich zwei Schilder. Das eine informiert über das zweite (von drei) Pfarrhäusern, auf dem anderen sind Fotos von dem nicht mehr vorhandenen Gebäude und der dazugehörige Lageplan zu sehen.

Besucher Mardorfs können also inzwischen die Besonderheiten des Ortes Dank des Arbeitskreises Dorfentwicklung auf eigene Faust erkunden: Eine Karte für den Rundgang durch den historischen Ortskern können sie sich an der ehemaligen Viehwaage abholen, die inzwischen eine Art Touristeninformationszentrum ist. Diese gibt nicht nur eine Wegbeschreibung sondern hält auch Informationen zu den historisch bedeutsamen Gebäuden bereit und macht sie zu echten Sehenswürdigkeiten.

Vier Teilaspekte umfasst das Projekt, für das der Arbeitskreis über die Region Marburger Land EU-Fördermittel aus dem Leader-Programm erhielt. Neben der Erstellung der Karte und der Sanierung und Umwandlung der ehemaligen Viehwaage sind dies die Schilder für die bedeutsamen Objekte sowie Schilder mit den Dorfnamen. Diese beziehen sich auf die Bewohner oder die ehemalige Bewohner. Bei einigen Bürgern basiert der Dorfname auf dem Beruf der Vorfahren, bei anderen ist eine Ortsbezeichnung der Ursprung.

Auf 158 Dorfnamen stießen die Mitglieder des Arbeitskreises während ihrer Recherchen. Rund 100 Schilder durften sie anbringen. „Auch im Neubaugebiet hängen einige Schilder, denn dort wohnen Mardorfer, die umgezogen sind, den Dorfnamen aber mitnehmen wollten“, berichtet Dagmar Stabenow-Kräuter.

Es gibt auch Häuser, an denen gleich zwei Schilder hängen: Das Gemeenshaus trägt zum Beispiel erst seit dem Jahr 2006 und dem Ausbau zum Ortsmittelpunkt seinen Namen - davor war es bekannt als „Moadds“. Nach seinem Bau im Jahr 1865 hatte es als Schulhaus fungiert. Ab 1922 gehörte es dann bis zu ihrer Deportation zu Beginn der 1940er Jahre der jüdischen Familie Jakob und Rosa Maas, die in Konzentrationslagern ermordet wurden - aber die in den Herzen der Mardorfer durch den Dorfnamen weiterleben.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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