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Kurz nach Beginn wird es schon teurer

Hallenbad-Sanierung Kurz nach Beginn wird es schon teurer

Finanziell gesehen gibt es bei der erst seit Juli laufenden Hallenbad-Sanierung im Augenblick eine Mischung aus schlechten und guten Nachrichten für die Stadt.

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Abbrucharbeiter sind weiterhin mit dem Heraushauen einer Decke beschäftigt. Das kleine Foto zeigt freigelegte Leitungen, die teilweise anders verlaufen als erwartet und jetzt verlegt werden müssen. Fotos: Michael Rinde

Stadtallendorf. Der erste Zwischenstand, den Verwaltung und Planer erarbeitet haben, hat es gleich in sich: Bis zu 415000 Euro Mehrkosten können der Stadt bei der begonnenen Hallenbadsanierung ins Haus stehen. Träfe diese Kalkulation ein, dann lägen die Gesamtkosten am Ende bereits bei 9 statt 8,6 Millionen Euro. Diesen Zwischenstand erfuhren Vertreter der politischen Gremien in dieser Woche nach einer Baustellenbegehung mit dem Architektenbüro und der Projektleitung.

Es gebe zahlreiche Gründe, die zu dieser Entwicklung geführt haben, wie Bürgermeister Christian Somogyi als Sprecher des Magistrats auf OP-Anfrage erläuterte. Bei der jetzt im Raum stehenden Summe unterscheiden die Planer zwischen zwei großen Brocken: unvermeidliche Zusatzkosten und veranschlagte Mehrkosten, die aber noch einmal Punkt für Punkt überprüft werden sollen. Letzteres soll im Laufe der nächsten Wochen zwischen Planern und Verwaltung geschehen. Rund 180000 Euro Zusatzkosten sind wohl unumstritten schon entstanden. Bei 282000 Euro gibt es noch genannten Überprüfungsbedarf aus Sicht Somogyis. Definitiv ins Geld geht etwa die Tatsache, dass eine städtische Wasserleitung direkt am Hallenbad anders verläuft, als es aus Plänen zu ersehen war. Außerdem muss für die Trafostation neu geplant werden. Sie wird größer und nun doch außerhalb des Gebäudes untergebracht. In Summe sind dies schon Mehrkosten von 100000 Euro.

Überraschungen gab es auch beim Abriss. Beispiele: So lag auf dem Dach deutlich mehr Dachpappe, stellenweise bis zu zehn Lagen, als erwartet. Oder es gab offenbar nicht absehbare Probleme beim Abnehmen von Verkleidungen. Hinzu kamen „Bauherrn-Wünsche“, also nachträgliche Änderungen durch die Stadt oder Planänderungen. Eine solche Planänderung ist etwa die Entscheidung der Projektgruppe der Stadt, die Lüftungstürme der Klimaanlage aus optischen Gründen nicht auf dem Dach, sondern neben dem Gebäude aufzustellen - Mehrkosten 35000 Euro.

Ursprünglich sollte die Kostensteigerung sogar noch höher ausfallen und bei 553000 Euro liegen. Durch Planänderungen ist es aber offenbar bereits gelungen, 138000 Euro einzusparen.

„Ich bin sicher, dass wir die Mehrkosten in der jetzigen Phase des Baues noch reduzieren können“, sagt Somogyi. Vielleicht müsse die Stadt dabei auch an der ein oder anderen Stelle bei der ursprünglich vorgesehenen technischen Ausstattung Abstriche machen. Somogyi betont, dass er angesichts der Kostenentwicklung auf keinen Fall zur Tagesordnung übergehen wolle. Er schließt aber aus, dass die Verwaltung auf schon eingeplante Elemente wie Whirlpool oder Dampfsauna verzichtet. Beides seien Elemente, die die Attraktivität des Bades insgesamt erhöhen werden. Ob aber eine 22000 Euro teure, vorgeschlagene Vergrößerung des Whirlpools nötig sei, müsse noch geprüft werden. Bisher sollte der Whirlpool 215000 Euro kosten.

Klarheit über die genaue Höhe der Kostensteigerung wird es erst bei der nächsten „Wasserstandsmeldung“ an die Politik geben, also voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres.

In einem Punkt gibt es aber finanziell gesehen gute Nachrichten: Wie der Gutachter festgestellt hat, ist der Beton der Becken noch in gutem Zustand. Dort werden also keine zusätzlichen Kosten anfallen. An den Füßen einiger Betonstützen muss allerdings saniert werden, was sich schon im Vorfeld abzeichnete. Eine zusätzliche Sanierung des Beckenbetons hätte sicherlich zu einer Kostenexplosion geführt.

von Michael Rinde

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