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Kulturen-Cup bringt Jugend zusammen

Stadtallendorf Kulturen-Cup bringt Jugend zusammen

Menschen aus 70 Nationen sind in Stadtallendorf versammelt. Dass dieser bunte Mix der Kulturen durchaus positiv ist führten 22 Fußballmannschaften auf dem Kunstrasenplatz vor.

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Beim Kulturen-Cup lieferten sich die Mannschaften spannende Spiele auf dem Kunstrasenplatz des Herrenwald-Stadions. Foto: Jonas Hielscher

Stadtallendorf. Der 24-jährige Kadir Ardic vermeidet bewusst das Wort „Integration“. Vielleicht liegt das daran, dass dieses Wort fast täglich in den Medien verwendet wird und auf große Worte deutscher Politiker nur selten spürbarer Fortschritt folgt. Bei Menschen aus über 70 Nationen in Stadtallendorf, die bereits seit Jahrzehnten dort leben, nimmt Ardic lieber das Wort Dialog in den Mund.

Und um den Dialog voranzutreiben hat er sich, zusammen mit anderen muslimischen Jugendlichen aus der Fatih Moschee und Andreas Schumacher von der Stadtjugendpflege, überlegt was möglichst viele Nationen kulturell verbindet. Durch diese Überlegung seien sie dann zu Fußball gekommen, erklären sowohl Schumacher als auch Ardic die Entstehungsgeschichte. Ein Jahr lang haben die Jugendlichen geplant und das Turnier wegen des Wetters schlussendlich in den Juni gelegt. Das Wetter blieb den 22 Mannschaften, mit je fünf Feldspielern und einem Torwart, absolut treu. Ausdrücklich lobte die Unterstützung der Stadt.

Die Teams aus Stadtallendorf, aber auch Marburg, Neustadt, Kirchhain und weiteren Städte, spielten fair und verstanden sich ohne Probleme. Das die Teams bewusst mit Angehörigen unterschiedlicher Nationen und Kulturen gemischt waren, hinderte niemanden daran, seine sportliche Höchstleistung zu zeigen.

Sogar die Unparteiischen kamen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, hatten aber alle gemein, dass sie ausgebildete Schiedsrichter in den Amateurligen sind. Aufgeteilt war der Platz in zwei Bereiche: Auf der einen Seite die acht Jugendmannschaften, mit Jugendlichen im Alter von 14- 17 Jahren. Auf der anderen Seite die Erwachsenenmannschaften, deren Mitglieder mindestens 18 Jahre alt sein mussten. Um die sportlichen Leistung angemessen zu würdigen, wurden am Enden je drei Winnerpokale, Medaillen für die Mitglieder ersten vier Mannschaften, ein Wander-, Torschützen-, sowie ein Fairnesspokal vergeben.

Genauso so ungern wie Integration verwendet Ardic das Wort miteinander. „Ich spreche lieber vom füreinander.“, erklärt der 24 jährige weiter. Füreinander ist wohl auch das passendere Wort, in Zusammenhang mit dem Motto „Kulturenaustausch“.

Dies sei es nämlich, was die Mitglieder der Fatih Moschee letztendlich erreichen wollten. Auf die Frage wie es weitergehe, sagt Ardic, dass es zwar auch anderen Aktivitäten wie zum Beispiel eine Führung durch die Stadtallendorfer Moschee gebe, aber: „Wir haben dieses Fußballturnier bewusst den 1. Stadtallendorf Kulturen-Cup genannt, den wo es einen ersten gibt, gibt es auch einen zweiten.“

von Jonas Hielscher

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