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Künstlerin präsentiert bunte Mischung

Ausstellung Künstlerin präsentiert bunte Mischung

Die Liebe zur Kunst liegt ihrer Familie in den Genen, sagt die Mombergerin Stephani Schmitt, die als zweite heimische Künstlerin das Neustädter Rathaus als Ausstellungsraum nutzt.

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Das Bild von vier Islandpferden gehört zu Stephani Schmitts Lieblings-Kunstwerken.Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. Das erste Echo auf Stephani Schmitts farbenfrohe Bilder sei äußerst positiv, lobte Bürgermeister Thomas Groll am Mittwochnachmittag während der Vernissage im Rathaus. Noch dazu regten sie zum Diskutieren an: Seine Mitarbeiter fragten sich zum Beispiel, wer eigentlich Jens sei - so lautet der Titel eines Bildes, das das Porträt eines Mannes zeigt.

Wer Jens nun tatsächlich ist, gab Schmitt während der Ausstellungseröffnung dann doch nicht preis. Wohl aber, woher die Freude an ihrem Hobby herrührte: Sie liege ihrer Familie in den Genen. „In meiner Familie gibt es einige Kunstmaler“, sagt sie und betont, dass ihr Onkel Manfred Drechsel sie endgültig zur Kunst gebracht habe. Er animierte sie einst dazu, an seinem über die Volkshochschule angebotenen Aquarell-Kurs teilzunehmen und legte quasi den Grundstein für ihr Schaffen.

„Eigentlich male ich schon immer“, erklärt die 56 Jahre alte Mombergerin. Am liebsten mit Öl und Eitempera - das aus Eigelb, Leinöl und Wasser hergestellt wird und als älteste Form gilt, Farbpigmente mit einem Malmittel zu binden. Gerne greift Schmitt aber auch auf Tusche oder Aquarellfarben zurück. Nur von Acryl ist sie nicht überzeugt: „Damit habe ich aber auch die wenigste Erfahrung - vielleicht gewöhne ich mich ja noch daran.“

Ihre Motive entspringen teils der Fantasie, teils greift sie Fotos auf, gelegentlich malt sie „am Objekt“ -also direkt vor Ort. „Von jedem etwas“, kommentiert sie mit einem Schmunzeln. Entsprechend passt auch der Titel „Kunst quer Beet“ sowohl aus technischer Hinsicht als auch von den Motiven. Geysire, Gletscher und Pferde hatte sie zum Beispiel im Island-Urlaub fotografiert. Die Kirchen von Momberg und Neustadt sind Vorlagen aus der Region. Und dann wäre da natürlich noch der geheimnisvolle Jens.

Insgesamt zeigt die Verwaltungsangestellte der Bundeswehr bei ihrer ersten großen Ausstellung mit 30 Exponaten einen Querschnitt ihres künstlerischen Schaffens der vergangenen zehn Jahre.

Im Eingangsbereich des Rathauses hängen zudem Bilder von Blumenwiesen, die Jungen und Mädchen der Grundschule Mengsberg-Momberg gemalt haben. „Manch einer mag Kunst als überflüssig bezeichnen. Ich sehe das anders: Ich halte sie für einen wichtigen Bestandteil des Lebens - daher ist es auch Aufgabe der Kommune, die Kunst zu unterstützen“, sagte Groll und rief Künstler aus der Region dazu auf, die Stadt Neustadt wegen ihrer Ausstellungsmöglichkeiten zu kontaktieren. Der Bürgermeister hatte sich im Vorfeld der Vernissage ausgiebige Gedanken über die Kunst im Allgemeinen gemacht. „Es gibt enorme technische Errungenschaften. Aber was sind die bleibenden Dinge der Kunst des 21. Jahrhunderts?“, fragte er - und gab den Besuchern somit eine weitere Frage mit auf den Weg, die unbeantwortet blieb.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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