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Künstlerin beschenkt ihre Zuhörer

Konzert Künstlerin beschenkt ihre Zuhörer

Mit stehenden Ovationen belohnten die 350 ergriffenen Besucher in der ausverkauften Stiftskirche Patricia Kelly für ihren zweistündigen, außergewöhnlichen Auftritt, der in Erinnerung bleibt.

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Patricia Kelly trat in der ausverkauften Stiftskirche auf.Foto: Karin Waldhüter

Amöneburg. Ein Mikrofon, ein kleiner Tisch mit Getränken und eine Gitarre - mehr brauchte es an Äußerlichkeiten nicht. Was noch fehlte, das brachte Patricia Kelly mit: eine brillante Stimme und Geschichten aus ihrem Leben, die tief in die Herzen der Zuhörer gingen.

Die Sängerin und Buchautorin trug beeindruckende Passagen aus ihrer Autobiographie „Der Klang meines Lebens“ vor und untermalte diese mit Liedern aus ihrer langen Karriere als Mitglied der Kelly Family, die Ende der 1990er-Jahre in Europa für Furore sorgte. Besonders die Textpassagen wie die über ihre Mutter, deren Tod Patricia Kelly als Zwölfjährige hautnah erlebte, waren so eindrucksvoll, dass sich mancher Besucher verstohlen eine Träne aus den Augenwinkeln reiben musste. Dass es ihre Aufgabe sei, die Liebe der Mutter weiterzugeben, dass der Tod nur eine Durchgangsstation zu einem anderen, ewigen Leben sei - solche und ähnliche Textpassagen und Zwischenmoderationen zeigten eine authentische Künstlerin, die tief in ihrem Glauben an Gott verwurzelt ist.

Über eine Stunde vor Beginn des Konzertes hatte sich bereits eine große Menschentraube vor der Stiftskirche versammelt. Und mit Blick auf die randvollen Kirchenbänke trat Pfarrer Marcus Vogler lächelnd an das Mikrofon, um die Besucher zu diesem „ganz besonderen Abend“ willkommen zu heißen. Er erinnerte an das Wirken des heiligen Bonifatius und bat die Besucher, in der besonderen Atmosphäre der Stiftskirche die Herzen zu öffnen, um dann beschenkt in den Alltag zurückkehren zu können.

Patricia Kelly zeigte sich beeindruckt vom schönen Panorama und von der „gut gepflegten“ Stiftskirche: „Chapeau für den Erhalt dieser Kirche, die so gut gepflegt ist. Ich weiß, wie viel Arbeit und Geld dahintersteckt“, betonte sie.

Los ging die Lesung zunächst mit einem Kapitel aus ihrer Kindheit, die sie als „traumhaft“ beschrieb. Dennoch habe es auch dunkle Tage gegeben. Schmerzhaft sei es gewesen, gerade geschlossene Freundschaften hinter sich zu lassen und in den nächsten Ort aufzubrechen. Musikalisch brachte sie dieses Gefühl dann mit dem Lied „Alle Kinder brauchen Freunde“ zum Ausdruck.

In einem weiteren Kapitel widmete sie sich den 1980er-Jahre - einer Zeit, bevor die singende Großfamilie ganz Europa eroberte. Bei Auftritten in Fußgängerzonen habe sie die „Schule des Lebens“ kennengelernt. Später folgte ein improvisierter Teil, bei dem das Publikum begeistert mitklatschte und mitsang. Bei „Michael, Row the Boat Ashore“ durfte sogar Besucher „Kunibert“ aus dem Publikum zu ihr ans Mikrofon treten.

In den letzten beiden Kapiteln widmete sie sich der Liebe. Der Liebe zu Gott und ihrem Mann, dem „russischen Prinzen“. Die 46-Jährige erzählte von ihrer Hochzeit, die sie „bescheiden und wunderschön“ ohne Fernsehübertragung und Sternerestaurant, aber dafür mit all ihren Geschwistern und ihrem Vater in einer kleinen französischen Kirche vor 17 Jahren gefeiert hatte. Zur Verabschiedung sang sie den Welterfolg „Sometimes I wish I were an angel“ - doch die stehenden Ovationen und der lang anhaltende Applaus ließen Kelly noch einmal ans Mikrofon zurückkehren.

„Für mich ist Liebe die Quelle der Liebe Gottes. Gott ist da und er ist Liebe“, sagte sie und verabschiedete sich schließlich mit dem kleinen und berührenden Kapitel „Herz Jesu“, das sie als Gute-Nacht-Geschichte vortrug, und ihrer Interpretation von „Halleluja“.

von Karin Waldhüter

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