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Künstler verschleiert eine Marienstatue

Ausstellung Künstler verschleiert eine Marienstatue

Zum zweiten Mal veranstaltet der Kirchhainer Künstlerkreis seine Ausstellung "Ein super Markt der Kunst" in Sindersfeld. Bilder, Schnitzereien und Skulpturen sind am kommenden Wochenende dort zu bestaunen.

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Anita Reitalu (links) und ihre Mutter Emilia Pantukhina stellen vornehmlich Bilder aus.Fotos: Yanik Schick

Sindersfeld. Vier Wochen lang hat Hans-Heinrich Thielemann an einer Marienstatue aus Speckstein gesägt, geraspelt und gefeilt, sodass sich deren Gestalt grundlegend verändert hat. Die Figur stellt nun eine bis auf Augen und Nase verschleierte Frau dar. Ihre Körperhaltung ist eingeknickt, sie wirkt verschlossen. In Thielemanns Konstruktion wird die Frau zudem von zwei Eisenstäben umgeben. „Sie symbolisieren die Unfreiheit“, erklärt der Vorsitzende des Kirchhainer Künstlerkreises. Er wolle damit die Diskriminierung der Frau im arabischen Raum zum Ausdruck bringen.

Die Zeichnungen von Mira Wardah, einer geflüchteten Kunstlehrerin aus Syrien, die seit einiger Zeit in Kirchhain lebt (die OP berichtete), inspirierten Thielemann zu seinem neuesten Werk. Auf dem Kunstmarkt in Sindersfeld präsentiert er es zum ersten Mal. „Ich gehe schon auf das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau ein“, sagt er, „ich glaube, das Weibliche können wir in unserer Gesellschaft gar nicht hoch genug anrechnen.“ Der Markt soll für die Ausrichter deshalb mehr sein als eine bloße Ausstellung. Hinter Bildern und Statuen verbergen sich oftmals tiefere Botschaften.

Der Künstlerkreis selbst sei internationaler geworden, berichtet Thielemann. So gehören zu den 17 ausstellenden Künstlern auch die Russin Emilia Pantukhina und deren Tochter Anita Reitalu. „Unsere ganze Familie besteht aus Künstlern“, erzählt Reitalu. Ihre Mutter spricht noch kein Deutsch, bringt sich mit Aquarellen und Bildern aus Naturstoffen aber schon sehr stark in den Kunstmarkt ein. „Für uns ist das sehr wichtig. Wir wollen etwas zeigen, etwas verkaufen.“ Reitalu selbst präsentiert neben Malereien auch handgenähte Kleidungsstücke.

Öffnungszeit: drei Tage

Im früheren Kuhstall von Rhiels Hofraite, der zum zweiten Mal Austragungsort für die Ausstellung „Ein super Markt der Kunst - Kunst im Dorf“ ist, finden sich verschiedenste kreative Werke. Von Öl- und Acrylgemälden reicht die Bandbreite des Angebots über Hand- und Patchwork-Arbeiten bis hin zu Holzschnitzereien und Collagen. Vor der Tür zeigt Albert Becker die von ihm gefertigten Metallskulpturen. Aus Stahlblech und Metallschrott hat er beispielsweise einen Ritterhelm geformt. Schmieden, Schweißen und Schlossern sei dafür erforderlich, berichtet der Künstler. „Durch das Material ist das eine körperlich sehr schwierige Arbeit.“

Nach der Eröffnung am Wochenende wird die Ausstellung am kommenden Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 19 Uhr für Gäste zugänglich sein.

von Yanik Schick

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