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Künstler prangert mit Krake die Globalisierung an

Galerie Künstler prangert mit Krake die Globalisierung an

"Gesellschaftliche Missstände regen mich immer an", sagt Friedrich-Karl Brandt. Seinen Garten in Schönbach macht er nun als Gartengalerie öffentlich. Er zeigt dort selbstgeschaffene Skulpturen.

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Friedrich-Karl Brandt (links) und Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner weihten die große Skulptur ein.Foto: Mareike Bader

Quelle: Mareike Bader

Schönbach. Hauptstück bei der Eröffnung der Gartengalerie von Friedrich-Karl „Fritz“ Brandt und Annedore Block war eine große schwarze Krake. Die Idee dazu hatte Brandt schon lange. 2013 begann er, an der Eisenskulptur zu schweißen, in der er die Themen Globalisierung, Nachhaltigkeit und Konsumverhalten verarbeitet. Dazu drehte er die Äste einer abgestorbenen Thuja aus seinem Garten um, beschlug sie mit Eisen und brannte das Holz später bei einem Osterfeuer ab.

So entstand die Form der Krake, die Brandt mit einem Monster-Kopf versehen hat, der oben und unten eine Öffnung hat. Bei der Enthüllung war die Krake mit 1134 weißgefärbten Kiefernzapfen gefüllt, die für die Toten bei einem Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch im April 2013 stehen. Die etwa 50 Gäste bei der Eröffnung hatten, wie in der Einladung erwünscht, weitere Zapfen mitgebracht, um damit die Krake weiter symbolisch mit Opfern der Globalisierung zu füttern.

Von weitem fällt die verzinkte Kraken-Skulptur am Ortseingang aus Anzefahr kommend durch ihre dunkle Farbe gleich ins Auge. Aus der Nähe zeigt sich erst die filigrane Struktur. „Das ist so ein dünnes Material, darum war es mir lieber, wenn es verzinkt ist“, sagt der Hobby-Künstler. Zuerst hatte er noch überlegt, die Skulptur rosten zu lassen. Darin zeigt sich Brandts große Leidenschaft für altes Handwerk, klassische Formen, aber auch spielerische Elemente.

Mit der Gartengalerie will Friedrich-Karl Brandt aber auch etwas für seinen Wohnort tun. „Ich hoffe, dass ich damit Schönbach etwas attraktiver mache“, sagte er bei der Eröffnung. Er hofft, damit auch Menschen aus Marburg nach Schönbach zu locken – er denkt dabei an die Teilnehmer einer Wanderung oder einer Fahrradtour: Die Gartengalerie liegt schließlich direkt an einem Radwanderweg.

Neben der großen Krake sind weitere Skulpturen ausgestellt, die Friedrich-Karl Brandt 2011 anlässlich der Kunstausstellung des Landkreises Marburg-Biedenkopf angefertigt hatte, in der die Inhaftierung des chinesischen Konzeptkünstlers Ai Weiwei thematisiert wurde – zum Beispiel der Pavillon „Ai fehlt“. Auch der markante Hochsitz „Big Bang“, der 2013 aufgestellt wurde, ist zu sehen und diente im Vorgarten als Aufstellhilfe für die Krake.

Die nächsten öffentlichen Besichtigungstermine sind Sonntag, der 2. August, und Sonntag, der 6. September jeweils von 11 bis 18 Uhr. Die Besichtigung der Gartengalerie in dem Kirchhainer Stadtteil Schönbach ist aber auch jederzeit nach telefonischer Vereinbarung möglich. Kontakt: 06421/898114 oder 0162/4545613.

von Mareike Bader

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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