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Kübel oder Schotter sperren Brücke

Wohratal Kübel oder Schotter sperren Brücke

Der von der Gemeinde beauftragte Ingenieur hat bei einer erneuten Untersuchung der Bentreff-Brücke in der Gemündener Straße massive neue Schäden vorgefunden.

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Eigentlich gilt seit 2009 ein Durchfahrverbot für Fahrzeuge, die schwerer sind als sechs Tonnen. Doch das wurde zumindest teilweise ignoriert, was Folgen hatte. Foto: Michael Rinde

Wohratal. Von einem „rapiden Verfall“ habe der beauftragte Ingenieur der Gemeinde Wohratal nach der abermaligen Begutachtung der historischen Brücke über die Bentreff in Wohra berichtet. So erläuterte es Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) auf Anfrage der OP. Es zeigten sich unter der Brücke zahlreiche Risse im Mauerwerk. Einzelne Steine, so Hartmann, werden zunehmend nach außen gedrückt und drohten, über kurz oder lang herauszufallen. Über die Entwicklung der Schäden an der unter Denkmalschutz stehenden Brücke in der Gemündener Straße sind alle Beteiligten wohl doch etwas überrascht. „Der Ingenieur geht davon aus, dass die Lastbegrenzung für die Brücke in der Vergangenheit nicht eingehalten wurde“, nennt Hartmann den ausschlaggebenden Grund aus Sicht des beauftragten Experten. Anwohner hätten bestätigt, dass in der Vergangenheit immer wieder schwere Fahrzeuge, auch Busse, die Brücke überquert hätten. Dabei gilt seit 2009 eine Tonnagebegrenzung von sechs Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Schon damals hatten sich erhebliche Schäden an der Brücke gezeigt (die OP berichtete mehrfach). In der Konsequenz aus dem jetzigen Zustand empfiehlt der Ingenieur, die Brücke nun für sämtliche Fahrzeuge zu sperren. „Er rät uns dazu, uns nicht nur auf ein Sperrschild zu beschränken, das bei Bedarf weggeräumt werden könnte“, erläutert Bürgermeister Hartmann. Deshalb wird die Gemeinde noch im Laufe dieser Woche Betonkübel oder wahlweise kleine Schotterwälle auf den Brückenzufahrten platzieren, um das Bauwerk wirklich „dicht“ zu bekommen. Radfahrer wie auch Fußgänger dürfen weiterhin passieren. Dieser Zustand wird mindestens bis zur endgültigen Entscheidung über Art, Umfang und endgültige Kosten der Brückensanierung so bleiben.

Die historische Brücke über die Bentreff beschäftigt die Gemeinde Wohratal seit Jahren. Der Sanierungsbedarf war von Anbeginn aller Diskussionen unumstritten. Strittig war zumeist nur, wie saniert werden soll.

Große Lösung nur mit Zuschuss

Letzter Stand: Der Gemeindevorstand hat bei der großen Lösung, der Komplettsanierung für rund 230000 Euro, den neugewählten Vorstand der Jagdgenossenschaft Wohra/Hertingshausen schriftlich um eine Kostenbeteiligung von rund einem Drittel gebeten und sich dabei auf das Modell der Feldwege-Finanzierung bezogen. Hartmann hat jedoch die vom Gemeindevorstand favorisierte kleinen Lösung nicht aus den Augen verloren. Dabei soll die Brücke für nur 66000 Euro saniert werden. Dann wäre sie aber dauerhaft nur von Fußgängern wie Radfahrern zu nutzen. Bei einer Bürgerversammlung, über die die OP ausführlich berichtet hatte, habe es schließlich auch keinen „Riesenaufschrei“ gegen diese Lösung gegeben. „Eigentlich sind das alles Luxusprobleme, die wir dort haben“, so Hartmanns Fazit mit Blick auf die Wohrataler Haushaltslage.

Unabhängig davon sollen auf der bereits sanierten Brücke über die Bentreff, nur wenige Meter Luftlinie entfernt von der Gemündener Straße, die Randsteine versetzt werden. Breiteren Fahrzeugen wird so die Befahrung der Brücke erleichtert.

von Michael Rinde

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