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Kritik am Bauhof erzürnt Bürgermeister

Amöneburg Kritik am Bauhof erzürnt Bürgermeister

Der Bauhof komme seinen Aufgaben nicht nach, weil die Mitarbeiter mit den Vorbereitungen diverser kultureller Veranstaltungen ausgelastet seien. Diese Kritik aus Mardorf bringt Michael Richter-Plettenberg auf die Palme.

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Verbringen die Mitarbeiter des Bauhofs zu viel Zeit mit der Vorbereitung kultureller Veranstal­tungen? Die Frage wird im Rathaus mit einem „Nein“ beantwortet.Themenfoto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Die Mitglieder ihres Vereins seien in letzter Zeit von den Bewohnern des Dorfes mehrfach auf den mangelhaften Zustand verschiedener Plätze aufmerksam gemacht worden, berichtet Angelika Schick vom Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins Mardorf. Da die Stadt für die Pflege zuständig sei, hätten mehrere Vorstands­mitglieder dort vorgesprochen - allerdings ohne Erfolg. „Ärgerlich sind wir deshalb, weil die Mitarbeiter des Bauhofes in allen möglichen Spektakeln wie dem Kunst- und Kultur- oder dem Prämienmarkt oder der Nacht der Keller eingesetzt werden. Die eigentlichen Aufgaben bleiben deswegen liegen“, moniert sie und spricht von teil­weise 200 Überstunden, die die Bauhofmitarbeiter angehäuft hätten. Dann widmet sich Schick dem Kulturspektakel: „Sämtliche vorbereitenden Arbeiten werden von den Mitarbeitern des Bauhofs ausgeführt. Hinzu kommt der Dauereinsatz während der gesamten Tage bis in die Nacht hinein.“

Diese Vorwürfe, die im Stadtgebiet nicht zum ersten Mal laut werden, erzürnen Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg: „Ich verstehe nicht, wie eine Privatperson beurteilen will, welche Aufgaben die Bauhofmitarbeiter haben und wie der Stand ihrer Überstunden ist.“ Sie seien zwar an den Vorbe­reitungen von Veranstaltungen beteiligt, „aber wir versuchen, das absolut zu reduzieren“, kommentiert er und ergänzt: „Wir versuchen, sie so wenig wie möglich einzusetzen - das lässt sich im Rathaus an den Buchungen sehen. Dass ihre Prioritäten falsch liegen sollen, ist absolut falsch.“

Von Theorien und Mutmaßungen

„Man sieht, dass das Gras zu hoch oder ein Platz schmutzig ist - dann fängt man an zu denken und stellt die Theorie auf, dass der Bauhof die falschen Aufgaben erledigt“, lautet die Mutmaßung von Richter-Plettenberg, wie es zu der „falschen Annahme“ gekommen sei - nur um dann selbst zu spekulieren: Er glaube, Auslöser sei eine Vorstandskollegin Schicks gewesen. Diese habe im Rathaus gefordert, dass eine Hecke geschnitten werden müsse: „Der Rückschnitt wurde ihr auch zugesagt, allerdings unter der Prämisse, dass diese Hecke - die regelmäßig zwei Mal pro Jahr geschnitten wird - dann geschnitten wird, wenn der Bauhof die dafür erforderliche Maschine optimal auslasten kann, um möglichst effektiv zu arbeiten, spätestens jedoch vor der Kirmes Anfang Oktober“, so der Bürgermeister.

Der Bauhof habe 200 Projekte auf dem Jahresplan stehen - da sei es nicht möglich, nach Gutdünken und nach Aufforderung einzelne Arbeiten sofort zu erledigen: „Wir arbeiten organisiert und nicht auf Zuruf.“

Keine Verbindung zwischen Bauhof und Erddeponie

Was auch immer Auslöser für die Kritik aus Mardorf gewesen sein mag: Den letzten Punkt, den Schick anfügt, kann Richter-Plettenberg entkräften. „Wenn nun auch noch die Pläne zur Nutzungsänderung des ehemaligen Steinbruchs umgesetzt werden, ist zu befürchten, dass den Bauhofmitarbeitern keine Zeit mehr für ihre laut Arbeitsvertrag zu leistende Arbeit bleibt. Wir appellieren an unsere gewählten Volksvertreter, diesen Irrsinn zu stoppen“, lautet die Forderung der Mardorferin.

„Was hat der Bauhof damit zu tun?“, fragt der Bürgermeister und fügt hinzu: „Die Übernahme der Erddeponie bedeutet nicht, dass wir dort Arbeiten erledigen müssen. Bloß, weil sie Teil der Verwaltungsarbeit sein wird, heißt das nicht, dass wir dort mit dem Bagger hin- und herfahren müssen.“ Insgesamt hat der Bürgermeister die Kritik am Bauhof satt: Die Mitarbeiter seien hochmotiviert und fleißig und hätten auch Anregungen zur Verbesserung der Arbeitsorganisation gemacht, welche die Stadt umsetze. Er schreibe schwarze Zahlen und habe zum Beispiel durch den Einsatz moderner Arbeitsmittel die Effektivität noch steigern können. Seit der Aufstellung eines Organigramms herrsche in der Politik zum Thema Ruhe: „Und es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, sich unnötig in die Arbeitsorganisation des Bauhofleiters einzumischen.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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