Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Kreisel kommt noch in diesem Sommer

Überlastete Kreuzung wird enstchärft Kreisel kommt noch in diesem Sommer

Die Bahn hat die „Leistungsphase 1 und 2“ für den barrierefreien Ausbau des Kirchhainer Bahnhofs abgeschlossen. Das berichtete Bauamtsleiter Volker Dornseif vor dem Ausschuss Wirtschaft, Umwelt und Verkehr.

Voriger Artikel
Unterwegs durch Matsch und Schlamm
Nächster Artikel
Neue Leiterin setzt auf den Schulterschluss

Die steile Treppe hoch zum Kirchhainer Insel-Bahnsteig ist mit Gepäck beschwerlich und für ­Menschen mit Gehbehinderungen überhaupt nicht zu bewältigen. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Auf diesen guten Teil der Nachricht vor dem unter Vorsitz von Professor Rainer Waldhardt tagenden Gremium folgte sogleich der schlechte Teil: Das Projekt hat sich während der noch jungen Planungsphase bereits von den ursprünglich veranschlagten 4,8 Millionen Euro auf 7,6 Millionen Euro verteuert. Den Eigenanteil für die Stadt Kirchhain bezifferte Volker Dornseif auf 2,5 Millionen Euro. Den Restbetrag teilen sich der RMV und die Bahn.

Der Bauamtsleiter redete nicht um den heißen Brei herum. „Das Projekt ist mit vielen Risiken behaftet. Wir gehen mit diesen Kostenschätzungen in die Planung, können aber nach der Leistungsphase vier noch aussteigen, erklärte Dornseif.

Zu den Risiken gehört neben weiteren Kostensteigerungen der Zeitdruck. Zur Kalkulation der Stadt gehört ein Förderprogramm, das allerdings 2019 ­auslaufe. Es gebe vorsichtige Signale, dass Kommunen, die zum Auslaufen des Programms noch in der Bauphase steckten, nicht allein im Regen stehen sollten, aber eine sichere Zusage sei das nicht, verdeutlichte Dornseif.

„Wir investieren in das Eigentum der Bahn“

Dr. Christian Lohbeck (FDP) beklagte, dass die Stadt nur einen barrierefreien Zugang zum Bahnsteig, nicht aber in den Zug bekomme. Dies habe die Bahn von Anfang an gesagt. Ein barrierefreier Zugang zum Zug sei wegen der Kurvenlage des Bahnsteigs nicht möglich, antwortete Dornseif. Nebenbei gesagt: Barrierefreie Zugänge zum Zug gibt es noch nicht einmal am Frankfurter Hauptbahnhof, dem mit täglich 450000 Reisenden größten Personenbahnhof Europas.

„Wir investieren in das Eigentum der Bahn“, stellte Dr. Christian Lohbeck nüchtern fest und merkte an, dass die 2,6 Millionen Euro für den Randbahnsteig nicht den Kirchhainer Bürgerinnen und Bürgern nutze.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler griff diesen Gedanken auf. „Der Randbahnsteig nutzt allein der Bahn und muss aus unserer Sicht nicht gemacht werden.“ Ein Verzicht auf den Ausbau dieses Bahnsteigs könne den Kirchhainer Anteil reduzieren, erklärte Uwe Pöppler, der darauf verwies, dass die 2,5 Millionen Euro für den Bahnhof die Kirchhainer Investitionsmittel von zwei Jahren komplett binden.

„Es muss 2019 passieren. Wenn wir das jetzt nicht machen, ist das Projekt gestorben“, sagte Reiner Nau mit Blick auf die endlos langen Vorlaufzeiten der Bahn für Arbeiten an einer Hauptstrecke. Der Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen hatte seinerzeit sehr für die Aufnahme Kirchhains in das Förderprogramm für die Ertüchtigung von Bahnhöfen geworben.

12. August Baustart für den Kreisverkehr

Volker Dornseif nahm aus der Sitzung mit, dass die Stadt in die nächsten Verhandlungen mit der Bahn mit dem Ziel geht, den Randbahnsteig aus dem Projekt zu streichen.

Ein weiteres Kirchhainer Verkehrsproblem wird noch in diesem Sommer Geschichte sein. Die in den Zeiten des Berufsverkehrs hoffnungslos überlastete Kreuzung Frankfurter Straße/Kasseler Straße bekommt zunächst einen provisorischen Kreisverkehrsplatz. Die Bauarbeiten beginnen in Abstimmung mit Hessen Mobil am 12. August - mit dem Ende der jetzigen Bauarbeiten auf der B3 bei Schönstadt. Das teilte Volker Dornseif dem Ausschuss mit.

Der Bauamtsleiter schätzt, dass der künftige Kreisverkehrsplatz für den Rückbau der Verkehrsinseln auf der Kreuzung für zwei Wochen voll gesperrt werden muss. Die Zeit der Vollsperrung liege noch in den Sommerferien. Anschließend werde die Kreuzung wieder teilweise befahrbar sein.

Für die Gestaltung des ersten innerstädtischen Kreisels in Kirchhain werden die Kunststoff-Elemente des inzwischen ausgebauten „Lego-Kreisels“ unterhalb von Amöneburg genutzt. Diese hatte Hessen Mobil nach dem endgültigen Ausbau des Kreisverkehrs der Stadt Kirchhain kostenfrei überlassen.

In Kirchhain soll das Provisorium nicht von langer Dauer sein. Der Ausbau des Kreisel soll 2020 erfolgen und wird die Stadt laut Volker Dornseif 350000 Euro kosten. Die Stadt müsse 64 Prozent der Kosten tragen. Den Rest übernehme Hessen Mobil, sagte Volker Dornseif.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr