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Kreis und Träger suchen nach Lösung

Clearingstelle Kreis und Träger suchen nach Lösung

Seit September ist die Clearingstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Halsdorf leer. Sie hat derzeit noch einen Bereitschaftsmodus, falls sich die Flüchtlingszahlen wieder erhöhen.

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Dieses Bild junger Flüchtlinge entstand im vergangenen April bei einem Besuch der OP in der Clearingstelle. Archivfoto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Halsdorf. Im Januar eröffnete die Anlaufstelle für junge Menschen, die ohne Begleitung nach Deutschland geflüchtet waren. Im August verließen die bisher letzten Jugendlichen die „Inobhutnahme Halsdorf“, so die offizielle Bezeichnung. Die Einrichtung war in dieser Zeit ein erster Anlaufpunkt für Minderjährige. Von dort aus wechselten sie in feste Wohngruppen in Hessen oder auch in anderen Bundesländern.

Jetzt werden die Räume in der früheren Gaststätte „Zur goldenen Aue“ nicht mehr genutzt. Die Einrichtung, die der Kreis vorhalten musste, befindet sich seit 1. September im „Stand-by“-, also im Bereitschaftsmodus. Betreiber ist die Social Services Schwieder GmbH. Der Landkreis ist als Jugendhilfe auch für junge, minderjährige Flüchtlinge verantwortlich. Derzeit geht der Kreis angesichts der Entwicklung bei den Flüchtlingszahlen davon aus, dass die Clearingstelle in Halsdorf nicht wieder benötigt werden wird. Für aktuell ankommende, einige wenige Jugendliche hat der Kreis einzelne Plätze in anderen Einrichtungen. Dies erklärte die Kreisverwaltung auf Anfrage dieser Zeitung. Zahlen muss der Kreis für die leere Einrichtung übrigens nicht, wie Kreissprecher Stephan Schienbein auf Nachfrage erläuterte.

Die leeren Räume sind aktuell allein Sache des Trägers Social Services. Das Gießener Unternehmen hatte die Gebäude der früheren Gaststätte seinerzeit gekauft, umgebaut und dann betrieben. In der ursprünglichen Konzeption der Einrichtung war vorgesehen, dort je nach Bedarf zwischen 20 und 24 Jugendliche zu betreuen.

Doch wie könnte es mit der Einrichtung in Halsdorf jetzt angesichts der innerhalb eines Jahres komplett veränderten Situation weitergehen? Der Kreis gibt sich noch etwas zurückhaltend und verweist darauf, dass es aktuell laufende Gespräche mit dem Träger Social Services gibt. Auf Anfrage der OP teilt der Kreis aber mit, dass auch die Einrichtung einer dauerhaften Wohngruppe für „unbegleitete minderjährige Ausländer“ eine Nutzungsmöglichkeit wäre. Vergleichbare Gruppen gibt es zum Beispiel in der Stadt Wetter. Entschieden ist derzeit aber nichts.

Träger lobt gute Atmosphäre in Halsdorf

Ben Schwieder, Geschäftsführer beim Träger Social Services, betont, dass für ihn eine komplette Aufgabe der Einrichtung in Halsdorf derzeit kein Thema ist. „Und zwar aufgrund der sehr angenehmen, guten Atmosphäre, die vor Ort herrscht“, erklärt Schwieder. Ansonsten verweist er gegenüber der OP auf die Aussagen des Kreises und bestätigt laufende Gespräche.

Als die Clearingstelle ihren Betrieb aufnahm, hatte sich in Halsdorf ein eigener Arbeitskreis von Ehrenamtlichen gebildet, um die Jugendlichen zu unterstützen. Wobei allen Beteiligten dabei klar war, dass die zu betreuenden Jugendlichen in der Regel nur wenige Wochen in Halsdorf sein werden, bevor sie in Wohngruppen wechseln. Allein zum ersten Arbeitskreis­treffen waren seinerzeit fast 30 Interessierte gekommen.

Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) hat bisher nur die Information, dass die Clearingstelle „in Reserve gehalten wird“.

Er gehe davon aus, dass der Kreis ihn umgehend informiere, sobald es eine andere Nutzung geben sollte. Zumal er es für denkbar hält, dass bei einer anderen Nutzung als bisher auch baurechtliche Fragen zu klären sein werden.

Hartmann ist auch einer der Sprecher des ehrenamtlichen Halsdorfer Arbeitskreises. Als solcher kann er sich vorstellen, dass die Unterstützung einer Wohngruppe leichter fallen könnte als bei der Clearingstelle. „Es wäre dann eine intensivere Arbeit möglich, auch durch die Vereine, bei denen es Interesse daran gab und sicherlich noch gibt“, sagt Hartmann.

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