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Kreis kann auf Stadtallendorf nicht ganz verzichten

Flüchtlinge Kreis kann auf Stadtallendorf nicht ganz verzichten

Inzwischen hat der Landkreis rund 250 Flüchtlinge in Wohnungen in Stadtallendorf untergebracht. Ärger gab es, weil bei den jüngsten Anmietungen die Stadt nicht korrekt informiert wurde.

Stadtallendorf. Kurzfristig hatte der Landkreis Wohnungen in Gebäuden in der Moldaustraße und der Niederrheinischen Straße im Haus der früheren Diskothek angemietet, um dort jeweils zehn Flüchtlinge unterzubringen (die OP berichtete). Ein Anwohner aus der Moldaustraße hatte bei der Bürgerinformationsveranstaltung darüber geklagt, dass es zu der Vermietung keine Unterrichtung gegeben hatte. Darauf hatte Bürgermeister Christian Somogyi seinerseits eine fehlende Information des Kreises an die Stadt beklagt.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow räumte gegenüber der OP das Versäumnis ein. Eine Notiz über ein Telefongespräch mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung sei als Zustimmung der Stadt gewertet worden. „Das war ein klassisches Verwaltungsversehen, das ist denkbar blöd gelaufen“, erklärte Zachow auf Nachfrage gegenüber der OP. Hierfür habe er sich umgehend bei der Stadt entschuldigt. Das hatte Somogyi bei der Veranstaltung vergangene Woche auch betont.

Schließlich ist die Vorabinformation der Städte und Gemeinden ein Teil der geschlossenen Zielvereinbarung zur Unterbringung von Flüchtlingen in den Kommunen. Der Landkreis ist für die sogenannte Zweitunterbringung verantwortlich. Registrierte Flüchtlinge, die die Erstaufnahmeeinrichtungen verlassen durften, werden den Landkreisen und kreisfreien Städten in Hessen dabei vom Land zugewiesen.

Im Falle der Anmietungen in der Niederrheinischen Straße und der Moldaustraße wird es bei den jetzigen Zahlen bleiben, versicherte Zachow. Damit widersprach er anderslautenden Gerüchten deutlich. Bei einem Gebäude hätte der Kreis durchaus die Möglichkeit gehabt, weitere Wohnungen anzumieten. Doch die Stadt habe diesem Wunsch beim Kreis widersprochen. „Das akzeptieren wir natürlich“, sagt Zachow.

Damit leben in der zweitgrößten Stadt des Landkreises nunmehr über 250 Flüchtlinge in Wohnungen. Hinzu kommen die Menschen, die derzeit noch in Zelten neben dem Bundeswehr-Hallenbad leben müssen und noch vor Weihnachten in die Unterkünfte in der Hessen-Kaserne umziehen sollen. Das Land will nach Ende aller Bauarbeiten im nächsten Jahr dort rund 1200 Menschen unterbringen. Aktuell sind das rund 580, die Zahlen schwanken leicht.

Der Kreis kann, so Zachow, Stadtallendorf nicht trotz Erstaufnahme von der weiteren Unterbringung von Flüchtlingen ausnehmen. „Der Druck bei der Zuweisung durch das Land steigt“, sagt er. Vorstellbar ist für ihn aber, dass es nicht so viele werden könnten, wie eigentlich laut Schlüssel notwendig.

von Michael Rinde

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