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Kreis hat kein Interesse am alten Bauhof

Immobilienpläne Kreis hat kein Interesse am alten Bauhof

Die Stadt Stadtallendorf hatte dem Landkreis als Schulträger das bisherige Bauhofsgelände seinerzeit zum Kauf angeboten. Doch der winkt ab. An eine Erweiterung der Bärenbachschule ist zurzeit nicht gedacht.

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Das Bauhofsgelände wird nicht mehr von der Stadt genutzt. Im Hintergrund ist die Bärenbachschule zu sehen. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Die Stadt hat es bereits schriftlich. Derzeit hat der Landkreis kein Interesse am früheren Bauhofsgelände, das direkt an die Bärenbachschule grenzt. Das erklärte Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent, im Gespräch mit der OP. Eine letzte Option hat sich der Kreis allerdings gelassen: „Bevor ein anderer das Gelände kauft, möchten wir noch einmal darüber nachdenken“, sagt Zachow. Deshalb habe der Kreis die Stadt Stadtallendorf für diesen Fall um ­eine Nachricht gebeten.

Die Stadt hatte ihrerseits dem Landkreis das Gelände zum Kauf angeboten, vor allem vor dem Hintergrund von öffentlichen Überlegungen für eine Erweiterung oder einen Neubau der Bärenbachschule. Die Schulgemeinde hatte seinerzeit ein Konzept ins Gespräch gebracht, laut dem die Nordschule aufgegeben und alle Schüler am Standort in der Niederrheinischen Straße unterrichtet werden sollten.

Baulich sieht der Kreis aber keinen Grund, für die Bärenbachschule einen Neubau zu schaffen. Die Verwaltung habe sich das Gebäude in der Niederrheinischen Straße nach den vorgestellten Überlegungen noch einmal sehr genau angeschaut, so Zachow. „Wir kommen zu dem Ergebnis, dass das Gebäude auf keinen Fall abgängig ist. Lediglich an der Fassade werden wir etwas tun müssen“, erklärt der verantwortliche Schuldezernent. Aus seiner Sicht ist das unterhalb der Schule liegende Gebäude aufgrund von Lage und Zufahrt auch nicht optimal für einen Erweiterungs- oder Neubau.

Stadt will alle weiteren Optionen prüfen

Die Stadt hat noch keine weiteren Pläne für das alte, seit Februar weitgehend geräumte Bauhofsgelände. Stadtallendorfs erster Stadtrat Otmar Bonacker (CDU) bestätigte der OP den Eingang des Schreibens vom Landkreis. „Wir werden alle Möglichkeiten genau prüfen“, sagt Bonacker zur Zukunft des seit Februar geräumten Bauhof-Geländes. Mit dem Thema werde sich allerdings erst der neu zu wählende Magistrat befassen. Am Donnerstag findet die konstituierende Stadtparlamentssitzung statt, bei der das passieren wird.

In der politischen Diskussion müsste das alte Bauhofsgelände sicherlich eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Schließlich waren sich die Parteien im Vorfeld der Kommunalwahl einig darüber, dass über die Zahl der städtischen Immobilien dringend nachgedacht werden muss. Aktuell besitzt Stadtallendorf davon 63. Es geht darum, Kosten zu senken. Nebenbei brächte ein lukrativer Verkauf von Gebäuden und Grundstücken auch Geld in die Stadtkasse.

Was wird mit den Überlegungen, die Grundschule I (Bärenbach- und Nordschule) an einem Standort zusammenzuführen? Marian Zachow sieht keinen Grund zur Eile, im Gegenteil. Sein Bauchgefühl sage ihm, dass es während des aktuell laufenden Schulentwicklungsplanes keine Entscheidung darüber geben werde.

Die dritte statistische Fortschreibung des Plans läuft bis zum Schuljahr 2020/2021. Zachow verweist auf viele Unsicherheiten, die im Augenblick bestehen und die die weitere Planung schwierig machen. Vorne steht dabei die Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Flüchtlingszahlen. Wenn es zu einer Aufenthalts- oder Residenzpflicht für Flüchtlinge an einem Wohnort kommt, stellt das die Schulträger vor zusätzliche Herausforderungen. „Es wäre jetzt fatal, eine Entscheidung über die Aufgabe eines Schulstandortes zu treffen“, sagt Zachow. Aus Sicht des Kreises gibt es weitere Argumente, die gegen eine Standortaufgabe zum jetzigen Zeitpunkt sprechen, etwa die weitere Entwicklung bei der Inklusion.

Noch etwas anderes könnte in der weiteren Zukunft ein Argument für das langfristige Weiterleben der Nordschule in der Philipp-Dux-Straße werden. Das Baugebiet Kronäcker mit Bauplätzen für Einfamilienhäuser wächst weiter. Zurzeit hat die Stadt die Erschließung des vierten Ausbauabschnitts ausgeschrieben.

von Michael Rinde

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