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Kreis bekommt Tag der Landwirtschaft

Kreistierschau Kreis bekommt Tag der Landwirtschaft

Die traditionelle Kreistier- und Agrarschau in Kirchhain ist nach dem Rückzug der Stadt aus der Veranstaltungsgemeinschaft tot. Die heimische Landwirtschaft soll aber auch künftig ein Schaufenster haben.

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Quelle: Info Wagner

Amöneburg. Diesen Willen dokumentierte Dr. Helmut Otto, Fachbereichsleiter Ländlicher Raum des Landkreises Marburg-Biedenkopf, am Mittwochabend in Amöneburg am Rande eines Vorbereitungstreffens für den ersten „Tag der Landwirtschaft“ im Kreisgebiet. „Wenn wir gar nichts mehr machen, dann stellt sich die Landwirtschaft im Landkreis überhaupt nicht mehr dar“, gab Otto die Motivation der Landwirte wider, für eine Nachfolgeveranstaltung der Kreistierschau einzutreten.

Diese wollen der nun federführende Landkreis, der Wasser- und Bodenverband, die Stadt Amöneburg, der Kreisbauernverband, der Schäferverein, die Züchtervereine und eventuell der hessische Landesbetrieb Landwirtschaft am Sonntag, 29. Juni gemeinsam starten. Dann soll der Tag der Landwirtschaft auf dem Gelände des Wasser- und Bodenverbandes, der am Fuße der Amöneburg eine große Maschinen-Ausleihstation betreibt, seine Premiere feiern.

Fünf Säulen sollen denTag zu eine Erfolg machen

Werner Metke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes, formulierte die ehrgeizige Ziele der Veranstalter. Der Tag der Landwirtschaft wolle Landwirte und Bürger zusammenführen und dieses Ziel mit einem für die Fachwelt wie die landwirtschaftlichen Laien interessanten und breit aufgestelltem Programm erreichen. Diese ruhe auf fünf Säulen:

  • Die Schafhalter werden nicht nur ihre besten Tiere präsentieren, sondern auch ihr Kreisleistungshüten im Rahmen des Tages der Landwirtschaft ausrichten. Das Kreisleistungshüten beschert den Besuchern wunderbare Bilder und ist deshalb sei vielen Jahren ein zuverlässiger Publikumsmagnet.
  • Die Pferde- und Rinderzüchter werden ihre besten Tiere vor den Preisrichtern vorstellen. Sollte es regnen, kann die Prämierung in einer der beiden zusammen 1600 Quadratmeter großen Hallen des Verbandes stattfinden.
  • Der Wasser- und Bodenverband und Landmaschinen-Hersteller stellen modernste Landmaschinentechnik vor. Auf den großen Flächen am Verbandsgelände können Fachleute und Laien gemeinsam GPS-gesteuerte Traktoren in Aktion erleben, das Innenleben moderner Mähdrescher erkunden oder einen großen Melkroboter bestaunen. Erneuerbare Energienund grüne Berufe
  • Unter dem Stichwort Erneuerbare Energien zeigt die Landwirtschaft, wie sie durch nachwachsende Rohstoffe ihren Beitrag zur Energiewende leistet.
  • Die „grünen Berufe“ stellen sich beim Tag der Landwirtschaft vor. Zu dieser Berufsgruppe gehören inzwischen rund 30 verschiedene Berufsbilder. Gastronomische Angebote, ein Kinderprogramm und Verkaufsstände von Direktvermarktern sollen das Angebot vervollständigen, sagte der gastgebende Diplom-Agraringenieu

Die organisatorischen Fäden sollen bei Norbert Fett vom Fachbereich Ländlicher Raum zusammenlaufen, der schon die Kreistiertschau über Jahre hinweg mit Kirchhains Marktmeister Jürgen Rößler vorbereitet hatte. Es müsse das Ziel sein, den Tag der Landwirtschaft nach Vorbild der Kirchhainer Kreistierschau im zweijährigen Turnus zu veranstalten. Ob dies gelinge, hänge maßgeblich vom Publikumszuspruch der ersten Veranstaltung ab, sagte Fett. Was die Besucher-Resonanz angeht, zeigte sich Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg zuversichtlich. Er erwarte über den Tag hinweg 5000 Besucher und begründete dies mit der guten Erreichbarkeit des Geländes und der prächtigen Umgebung. Die Rolle der Stadt innerhalb der Veranstaltergemeinschaft umschrieb der Bürgermeister mit dem Adjektiv „unterstützend“. Wie viel Geld der Stadt Amöneburg diese Unterstützung wert ist, wollte der Kämmerer indes nicht verraten. Die Stadt Kirchhain hat nach eigenen Angaben zuletzt rund 50000 Euro in die Kreistierschau investiert. Der Großteil dieser Summe entfiel auch Sach- und Dienstleistungen. Die Stadt war als Schutzschirm-Kommune nicht länger bereit, einen so hohen Aufwand für eine „halbtägige Veranstaltung mit sinkenden Besucherzahlen und nur noch minimalem Bezug zu Kirchhain“ zu erbringen. Verhandlungen mit den Zuchtverbänden über kostensenkende Veränderungen blieben ohne Ergebnis.

von Matthias Mayer

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