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Kräne bringen Pufferspeicher an seinen Platz

Nahwärmenetz Kräne bringen Pufferspeicher an seinen Platz

Seit 19. November fließt die von der Biogasanlage produzierte Wärme durch die ersten Häuser in Mardorf. Am Mittwoch stellten Autokräne einen schweren Pufferspeicher auf sein Fundament.

Mardorf. Der Bau des eigentlichen Nahwärmenetzes lief im größten Amöneburger Stadtteil Mardorf bisher vergleichsweise geräuschlos. Rund sechs Kilometer Rohrleitungen wurden und werden unter der Erde und in den Straßen der angeschlossenen Häuser verbuddelt. Es gab keine unüberwindlichen Hindernisse. „Man muss einfach miteinander reden, dann lässt sich vieles klären“, fasst Peter Hörl seine Erfahrungen während der bisherigen Bauarbeiten zusammen. Seit dem 19. November, rechtzeitig vor Beginn der ersten intensiveren Kälteperiode, fließt auf ökologischem Wege produzierte Wärme durch das Leitungsnetz der Nahwärme-Initiative Mardorf (NIM). Etwa 20 Häuser befinden sich bereits am Netz, erklärt Peter Hörl vom Vorstand der NIM.

110 Anschlüsse werden es am Ende sein. Bis Anfang nächsten Jahres sollen alle Übergabestationen in den Häusern in Betrieb sein. Etwa zwei bis drei Anschlüsse schafft das beauftragte Fachunternehmen am Tag. „Wir setzen dabei natürlich Prioritäten. Wer fast kein Heizöl mehr im Tank hat, kommt früher dran als andere“, sagt Hörl.

Pufferspeicher stellt Versorgung sicher

Auch die künftigen Großabnehmer wie Schule, Kindergarten, Gemeenshaus, Schwesternhaus oder Feuerwehr genießen Vorrang. Das hat technische Gründe: „Dann läuft unser Netz stabiler“, sagt Peter Hörl. Das Mardorfer Netz ist ausbaufähig auf bis zu 200 Anschlüsse. Dafür liefert die Biogasanlage genügend Energie. Auch wenn schon die erste Wärme abgenommen wird, so sind die Bauarbeiten noch nicht zu Ende. Der 26. November ist ein besonderer Tag an der Biogasanlage Mardorf. Am Morgen hatte ein Spezialtransporter den sogenannten Pufferspeicher angeliefert.

Dieser Pufferspeicher stellt sicher, dass zu Spitzenzeiten, wenn besonders viel Wärme in den angeschlossenen Häusern nötig ist, auch genügend vorhanden ist. Er hat nach Angaben des betreuenden Ingenieurbüros ein Fassungsvermögen von etwa 77000 Litern Warmwasser. Um vergleichbare Wärmemengen zu produzieren, müsste ein Heizkessel im Privathaus wohl etwa eine Woche lang mit voller Leistung arbeiten. Am Ende des Tages, als die beiden Autokräne ihre Arbeit verrichtet hatten und der zehn Meter hohe Speicher auf seinem Sockel stand, war Peter Hörl rundherum zufrieden: „Alles hat bestens geklappt.“

Jener Pufferspeicher verschafft auch die Zeit, bei Störungen in der Anlage oder bei sehr niedrigen Außentemperaturen die Ölheizung hinzuzuschalten. Sie deckt die sogenannte Spitzenlast ab. Auch diese Komponente ist schon eingebaut.

Auf die Holzhackschnitzel-Heizung, die im Regelbetrieb zusätzliche Energie liefern kann, wenn der Bedarf hoch ist, müssen die Mitglieder der Mardorfer Nahwärme-Initiative noch etwas warten. Sie soll im Laufe des nächsten Frühjahres entstehen. Lieferant für die Produktion von Wärme und Strom ist die Biogasanlage. Damit sie genügend Biogas liefert, das im angeschlossenen Blockheizkraftwerk verbrannt wird, muss täglich der „Vielfraß“ gefüttert werden. Über ihn gelangt das Biomaterial in die Gärbehälter, in denen das wertvolle Biogas produziert wird. Und der „Vielfraß“ der Mardorfer Anlage macht seinem Namen alle Ehre: Täglich braucht er 15 Tonnen Silage und 10 Tonnen Gülle.

von Michael Rinde

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