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Kostenfresser bleibt im Mai weiterhin geschlossen

Badkritik Kostenfresser bleibt im Mai weiterhin geschlossen

Eine Diskussion über das Rauschenberger Freibad endete damit, dass die Stadtverordneten die nächste Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Soziales vor Ort abhalten.

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Die Stadt speist das Rauschenberger Freibad mit Quellwasser – was die Bürger laut Rathauschef schätzen.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Rauschenberg. Ein Antrag der Rauschenberger Grünen sorgte nicht nur dafür, dass Ex-Bürgermeister Manfred Barth im Publikum der Stadtverordnetenversammlung auftauchte, sondern auch dafür, dass der sonst als eher ruhig zu bezeichnende Bürgermeister Michael Emmerich leicht erzürnt das Wort ergriff.

Die Fraktion des Vorsitzenden Stefan Seibert hatte einen Antrag durchbringen wollen, der den Magistrat beauftragen sollte, ein Konzept zur Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten und der Auslastung des Freibades zu entwickeln. Die Grünen kritisierten, dass die Stadt Rauschenberg - im Gegensatz zur Stadt Gemünden - es im Mai nicht geschafft habe, die gute Witterung auszunutzen. Die Einrichtung verliere dadurch Besucher an andere Freibäder der Region. „Durch eine strukturierte, festgelegte Vorgehensweise kann dies verhindert werden“, lautet das Fazit des Antrags.

„Das soll kein Vorwurf sein“, betonte Seibert im Vorfeld, konnte aber den Ausbruch Emmerichs nicht verhindern. Jeder Monat, den das Bad geöffnet sei, koste die Stadt mehr als 22000 Euro. Vor diesem Hintergrund dürfe nicht in Vergessenheit geraten, dass es im Mai nachts noch ziemlich kalt sei: „Da müssten wir die Heizung durchgehend laufen lassen, um die Wassertemperatur auf 22 Grad zu halten - und dafür wöchentlich mehr als 4000 Liter Gas durch die Rohre jagen.“ Abgesehen von den Kosten wollte er vom Grünen-Vorsitzenden wissen: „Ist das ökologisch?“

Barth, der ehrenamtlich im Freibad den Bademeister gibt, holte just in diesem Augenblick eine Auflistung rund um Eintrittspreise, Angebot und Öffnungszeiten hervor, in der er die Bäder des Ostkreises verglich.

Darin enthalten ist auch die Information, dass vornehmlich Stammgäste das Rauschenberger Freibad nutzen. Viele Besucher nutzten die Einrichtung, weil sie die gute Wasserqualität, das Persönliche und die Sauberkeit schätzten. „Wir können davon ausgehen, dass wir mehr Kunden aus der Nachbarschaft für unser Bad gewinnen, als wir an diese Bäder abgeben“, heißt es weiter mit dem Hinweis: „Dabei ziehen offensichtlich weniger die Attraktionen (...) wie ein Drei-Meter-Turm oder eine Riesenrutsche als die Faktoren sauberes und warmes Wasser.“

Emmerich gab zwar zu, dass eine defekte Pumpe der Grund gewesen sei, dass sich die Öffnung des Bades um zwei Wochen verzögert habe - dies sei jedoch schlicht Schicksal gewesen. Doch selbst, wenn die Rauschenberger das Bad früher als zu Beginn des Junis geöffnet hätten, wäre es unwahrscheinlich gewesen, neue Stammgäste zu gewinnen.

Der Bürgermeister betonte - wie auch sein Amtsvorgänger in seinem Schreiben festhielt -,aufgrund der geringen Größe sei der Bau eines Drei-Meter-Brettes oder einer Riesenrutsche, wie oftmals gefordert, aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen. Selbst das Ein-Meter-Brett sei nach heutigen Vorgaben nicht zulässig: „Hier haben wir in den letzten Jahren bei den Sicherheitsüberprüfungen Glück gehabt, dass wir den Bonus des Bestandschutzes geltend machen konnten“, fasst Barth zusammen. Allerdings halte er es für umsetzbar, neue Wasserspielteile wie Schwimmmatten oder -würste zu kaufen - was aber schnell 2000 bis 3000 Euro fressen könnte.

Emmerich wies darauf hin, dass die Betriebskosten sinken werden, wenn das Bad an das geplante Nahwärmenetz angeschlossen wird. Vielleicht sei dann auch denkbar, es früher zu öffnen. In Sachen schnelle Aufwertung regte er an, dass sich der Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales noch vor den Sommerferien vor Ort trifft - was dieser nun am Freitag, 25. Juli, um 20 Uhr auch macht.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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