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Kompetent, ideenreich, gewissenhaft

Abschiedsschmerz Kompetent, ideenreich, gewissenhaft

"Unsere Schule wäre ohne dich nicht das, was sie heute ist", sagte Schulleiterin Elfriede Wollmer, als sie Ayse Balaban nach fast 40 Jahren an der Süd- und Waldschule in den Ruhestand verabschiedete.

Stadtallendorf. Oft lachend, begeistert applaudierend oder spontan mittanzend, wie beim Kerzentanz der Lehrerkollegen, manchmal aber auch sichtlich bewegt verfolgte Ayse Balaban die Beiträge, die Schüler und Lehrer ihr zu Ehren vorbereitet hatten. Dass der Lehrerberuf für Ayse Balaban auch Berufung ist, wurde während des Beitrags der türkischen Kinder der dritten Klasse deutlich. Sie verabschiedeten sich unter der Leitung von Salih Moza mit dem Lied „Gelin Ayse“ - was übersetzt „fleißige Ayse“ bedeutet - und überreichten jeder eine Rose, woraufhin es während des emotionalen Abschieds für jeden Schüler eine Umarmung gab.

Mit „Ayse Special - eine Sondersendung der Tagesthemen“ hatten die beiden Moderatorinnen Bettina Hedderich und Helma Piswotsky die rund zweistündige Verabschiedungsfeier betitelt. Neben dem Lebenspartner nahmen daran auch das gesamte Lehrerkollegium, ehemalige Kollegen, der ehemalige Schulleiter Franz Sattler und Claus Schäfer vom Büro für Integration teil. Mit vielen humorvollen Anekdoten und Bildern erinnerten die Moderatoren an das Wirken der scheidenden Kollegin. In ihrer Laudatio ging Schulleiterin Elfriede Wollmer noch einmal ganz an den Anfang der Karriere zurück. „Damals hast du als Lieblingsfächer alles, Türkisch, Musik und Turnen angegeben“, erinnerte sie. Die Angabe „alles“ spreche für sich und charakterisiere ihre Arbeitsweise.

Ayse Balaban engagierte sich nicht nur in der Schule

Neben ihrer Tätigkeit an der Süd- und Waldschule arbeitete Balaban an verschiedenen Projekten des Hessischen Kultusministeriums mit, verfasste unter anderem ein Unterrichtswerk für den Türkischunterricht, initiierte Feste zum Kindertag, Lesewettbewerbe in Türkisch und fungierte bei vielen Anlässen als Übersetzerin.

„Für die Elternschaft unserer Schule warst du immer eine kompetente und vielgefragte Ratgeberin“, sagte Wollmer und bescheinigte Balaban besonders hohe pädagogische Kompetenz, Ideenreichtum, Spontanität, große Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit.

Balaban war maßgeblich am Aufbau der VIP-School durch das Büro für Integration beteiligt und brachte sich auch im Ausländerbeirat der Stadt Stadtallendorf ein. Sie habe immer ihre Kompetenzen und Ideen eingebracht, das gelte auch für das Nähen von Kostümen oder dem Herstellen von türkischen Spezialitäten.

Zum Abschluss des bunten Programms ergriff Ayse Balaban das Wort. „Es war eine schöne, bewegende Überraschung“, erklärte sie ergriffen, dankte allen Mitwirkenden und resümierte: „Die Schule ist mein Zuhause geworden.“ Es sei ihr Ziel gewesen, Schülern und Eltern gerecht zu werden: „Ich glaube, dieses Ziel erreicht zu haben. Ohne eure Unterstützung hätte ich es nicht schaffen können.“

Ayse Balaban wurde 1955 in Zongulak in der Türkei geboren. Sie legte dort im Juli 1972 erfolgreich ihre Prüfungen ab und kam dann nach Deutschland. Im November 1973 begann sie ihre Tätigkeit an der Gesamtschule II und verbrachte damit ihr ganzes Berufsleben an der Süd- und Waldschule.

von Karin Waldhüter

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