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"Kommissar" prüft vorher ganz genau

Auto-Slalom "Kommissar" prüft vorher ganz genau

Nach einem Jahr Pause veranstaltete der Motorsportclub Stadtallendorf wieder zwei Rennen des ADAC-Autoslaloms. Etwa 40 Fahrer warfen sich mit ihren Wagen in die Kurven.

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Ein Wagen sucht seinen Weg zwischen den Pylonen hindurch. Fotos: Yanik Schick

Neustadt. An der Startlinie wird es laut. Mit dröhnenden Motoren rollen die Karosserien vor und bringen sich kurz vor der Zeitschranke in Stellung. Benzingeruch macht sich breit. Als das Startsignal ertönt, schießt das vorderste Auto auf die Strecke und verschwindet nach kurzer Zeit hinter einer Halle. Die zahlreichen Zuschauer können es jetzt nur noch hören. Auf dem Gelände der Spedition Geisel an der früheren Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne ist ein 2000 Meter langer Rundkurs abgesteckt. Die Fahrer müssen in einem Probelauf und zwei Wertungsläufen Pylonen umkurven und Tore durchfahren. Aufmerksame Streckenposten notieren jeden einzelnen Fehler: Drei Strafsekunden gibt es bei einer gefallenen Pylone, satte 15 bei einem übersehenen Tor.

Dabei kämpfen die Teilnehmer um jedes Zehntel, reißen ihre Lenkräder im Slalom fast ruckartig herum, lassen mit Vollgas die Reifen quietschen. Gebremst wird erst hinter dem Ziel.

Es geht schließlich auch um den Adrenalinkick. Etwa 40 Fahrer haben es darauf abgesehen. Zu ihnen gehören auch Markus Umbach und sein Sohn Tim aus Kassel, die mit einem VW Polo 86C antreten. Der Vater erklärt die Faszination des Autoslaloms: „Es ist cool, so ein Auto im Grenzbereich zu bewegen“, sagt er, „im normalen Straßenverkehr kannst du das ja nicht machen.“

Die Umbachs treten in der seriennahen Klasse G5 an. Dort dürfen Serienfahrzeuge lediglich an Reifen und Fahrwerk verändert werden. Andere Starter fahren mit wesentlich stärker getunten Fahrzeugen auf das Gelände. Wie Rennwagen sehen die tiefer gelegten, bunt lackierten und mit einem großen Heckspoiler ausgestatteten Autos aus. Vor allem an der Motorleistung haben deren Besitzer in der Regel aber enorm geschraubt. Mit mehr als 200 PS jagen sie in der „verbesserten“ Klasse über die Strecke.

Dass dabei auch alles mit rechten Dingen zugeht, kontrolliert der technische Kommissar Friedhelm Kersten. Der 77-Jährige besitzt die Sportwartlizenz und überprüft jedes einzelne Fahrzeug, bevor es den Parcours durchfährt.

Es geht um fahrerisches Können und Schnelligkeit

„Bei Autoslalom-Veranstaltungen ist das nicht so aufwendig wie zum Beispiel bei einer Rallye. In fünf Minuten bin ich mit einem Auto fertig“, berichtet er. Kersten prüft vor allem die Sicherheitsvorkehrungen, also Helme, Gurte und Bremsbeläge. In Stadtallendorf hat er einen entspannten Job.

Nur einmal habe er wirklich eingreifen müssen, erzählt er. „Jemand hat eine Kamera an der Frontscheibe angebracht, die mit einer Plastikhalterung befestigt war. Hier ist aber eine Metallhalterung vorgeschrieben.“ Der ausrichtende Motorsportclub Stadtallendorf ist zufrieden mit dem Verlauf des Tages.

Im vergangenen Jahr musste der traditionelle Autoslalom aufgrund terminlicher Kollisionen ausfallen. „Es macht einfach wieder Spaß“, findet MSC-Sportleiter Markus Seibert. Ihn begeistere, „dass es beim Slalom nicht nur auf Schnelligkeit ankommt, sondern auch auf sauberes Fahren“.

Die beiden Rennen des MSC werden im Mittelhessencup, dem ADAC-Erfolgs- und Sportabzeichen, in der DMV-Autoslalom-Meisterschaft und der ADAC-Hessen-Thüringen-Meisterschaft gewertet.

von Yanik Schick

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